Ich weiss ja nicht warum, aber wenn ich diese CD in die Hand nehmen, muß ich immer sofort an Blue Öyster Cults 1972er Ballade *The Last Days Of May* denken, obwohl es dazu überhaupt keinen Grund gibt. BOC spielten nie in der selben Liga wie Deep Purple, obwohl sie bis heute verdammt starke Platten gemacht haben.
Blackmore weg - Bolin drin! So hiess es damals Mitte der 70er Jahre, als Deep Purple sich an die Arbeit zu ihrer 10 Studioscheibe *Come And Taste The Band* machten. Den Titel dieser Scheibe verstehe ich bis heute nicht. Warum muß man eine Hardrock-Gruppe erst antesten, nachdem sie einem Goldesel gleich in den 70ern Goldene Schallplatten gesammelt haben wie andere Leute Falsch-Parker-Tickets? Nun die Platte selbst war der wohl unrühmliche Tiefpunkt in Deep Purples Karriere und das leider nur einzige Gastspiel des erstklassigen Gitarreros Tommy Bolin.
Auf *Days May Come...* gibts dazu nun die sogenannten Rehearsals von Juni 1975. Obwohl diese Scheibe bereits 2000 erschien und sich genauso lange in meinem Besitz befindet habe ich es doch tatsächlich geschafft mich bis heute genau dreimal durch zu langweilen. Meines Erachtens ist diese CD der Beweis dafür das wirklich nicht alles was eine Band im Probenraum vom Stapel läßt, auch wirklich konsequent auf dem Markt geworfen werden muß, es sei denn man erwartet sich dadurch ein lukratives finanzielles Zubrot.
Die Band soult, bluest, wildert ein bischen im Jazz und Swing, jammt und sucht nach kreativen Ergüssen für die nächste Studioscheibe. Aber es bleibt davon nix hängen, es rauscht am Ohr vorbei. Die musikalische Fähigkeiten sind da, das muß ich nicht näher erwähnen, auch Bolin ist ein begnadeter Gitarrero (siehe seine Soloscheibe *Teaser*), aber es kommt einfach nix rüber, außer halbherzigen Instrumentengefummel.
FAZIT: ab ins Museum, ganz hinten rechts zu den Staubfängern...