Mezzoforte haben mit diesem Album mindestens die Qualität ihres frühen aber sehr guten Surprise, Surprise erreicht, und damit wieder etwas geschaffen, was deutlich über der Masse der Instrumentalmusik steht. Dabei ist der Zweck seit Beginn der Band der gleiche geblieben: Es soll groovige, angenehme Hintergrundmusik sein, die auch beim genauen Hinhören nicht enttäuschen soll. Und diesbezüglich gibts von mir auch volle Punktzahl. Die Isländer haben ihren Klang an die 90er angepasst, ohne sich selbst zu verraten oder Kompromisse zu schliessen. Und mit dieser Modernisierungskur sind sie gewachsen. Der immerpräsente Groove, exzellent gehalten vom Bassisten Asmundsson und Drummer Briem ist tighter als früher, die Klänge des Keyboarders Karlsson klingen weniger synthetisch, es sei denn es passt gerade, und das Arrangement ist etwas sparsamer als früher, aber noch durchdachter und gechmackvoller. Die Balladen brauchen mittlerweile auch keinen Vergleich mit dem Rest zu scheuen, und haben eine Tiefe und einen Ausdruck erreicht, der diese Band ins rechte Licht rückt. Ihre Musik wird oft für Jingles benutzt, was angesichts der Qualität und der Unaufdringlichkeit nicht überrascht. Moderner Instrumentalfunk, leicht jazzangehaucht, der hauptsächlich nebenbei gehört werden soll, kann kaum besser sein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)