Bei einem guten Film ist man traurig, wenn das Ende gekommen ist und der Abspann erscheint. Nicht minder traurig war ich, als ich den Abspann zum Ende der Serie sah. Nein, es geht weit darüber hinaus. Ich bin wütend, das es zu Ende ist. Viele Serien habe ich kommen und gehen sehen. Die meisten waren es nichtmal wert, länger als 15min des Pilots oder der ersten Folge zu sehen.
Anders, ganz anders erging es mir mit Dawson's Cteek. Ich meine damit nicht alleine Season Six. Diese Serie macht einfach süchtig. Eine Folge nach der anderen, eine DVD nach der anderen fragt man sich jederzeit, wie es wohl weitergehen mag...bis zum bitteren Ende.
Gut, manche DVDs könnte man auslassen, weil sie nahezu belanglos sind.
Doch auch in diesen Folgen sind wichtige Infos "versteckt", die man später brauch, um Dinge, die im Verlauf der Serie vorfallen, leichter zu verstehen, was es unabdingbar macht, die Serie in chronologischer Folge "abzuarbeiten", oder romantischer ausgedrückt, zu erleben.
Wenn man alles gesehen hat und mal einen Moment darüber nachtdenkt, man hätte nur Musikvideo-Länge Zeit alle schönen, oder schlimmen Momente der Serie zusammenzufassen wird einem sehr schnell klar, das das ein unmögliches Unterfangen darstellt.
Dawson's Creek ist eine romantische, dramatische, herzergreifende und unbedingt sehenswerte Serie, wenn man nicht einfach nur was zum Lachen sucht. Nein! Auch Lacher der ganz besonderen Art finden sich in dieser Serie wieder. Situationskomik vom Feinsten.
Die Serie regt unter Freunden Diskussionen an und ich wäre nicht überrascht, wenn man die Entscheidungen der Autoren zum Schluss oder auch davor nicht selten kaum verstehen mag, was den Fortgang und Geschehnisse angeht. Einziger Kritikpunkt den ich den Machern vorwerfen würde wäre die musikalische Untermalung, die könnte man sicherlich besser machen.
Detaillierter zur Season Six:
Season Six führt den Zuschauer noch weiter weg, von der traumhaften Wahrnehmung, die man in den ersten vier Seasons hatte, als es bereits Season Five tat, welche den Zuschauer bereits wie einen Dampfhammer trifft.
Capeside ist kaum mehr Schauplatz der Ereignisse. Erst mit der letzten DVD geht es wieder zurück zu Capeside, ehe es mit der letzten Doppel-Folge als große Schluss-Show unbarmherzig zu Ende geht. Es ist offensichtlich, das etwas vorgefallen sein muss, weil die Serie ein abruptes Ende nimmt.
Die große Schluss-Show ist nur schwerlich zu ertragen, weil man es in der Serie nicht gewohnt ist, so ruckartig mit den Ereignissen konfrontiert zu werden, oder besser ausgedrückt ins Gefühlbad geworfen zu werden. Die Autoren hatten bis dato wesentlich mehr Feingefühl mit dem Zuschauer. Der Grund dürfte jedem Fan der Serie bekannt sein. Katie Holmes, die Joey, hatte keine Lust mehr.
Im übrigen finde ich es eine Sauerei, das manche hier inhaltlich im Detail vorgreifen. Wer sich für Dawson's Creek interessiert, wird unter Garantie nichts über den Inhalt wissen wollen, bevor er es nicht selber gesehen hat und sich seine eigenen Gedanken dazu machen konnte. Wenigstens nicht, wenn es um die Schicksale der Hauptakteure geht.