"Dawson's Creek" geht in die vierte Runde und die Highschool-Zeit langsam zu Ende. Die Themen werden ausgefeilter, reifer und komplexer und die Charaktere sehen sich mit ihnen bisher völlig unbekannten Problemen konfrontiert. Und für Dawson gibt es gleich zwei interessante neue Beziehungen: die zu Gretchen Witter, seinem einzigen Jugendschwarm neben Joey, und die zu Mr. Brooks, einem gebrochenen Regisseur, der es auf sonderbare Weise schafft, Dawson wieder an sich selbst glauben zu lassen.
Während am Anfang der Staffel das Sichweiterentwickeln und die College-Bewerbungen im Mittelpunkt stehen, herrscht zum Ende hin immer mehr eine Aufbruchstimmung vor, und alle Figuren kommen an einen Punkt, an dem sie ihre eigenen Entscheidungen unabhängig von ihren Freunden treffen müssen. Es liegt nun an ihnen selbst, über ihre Zukunft zu bestimmen.
Eine der schönsten Ideen der Drehbuchautoren ist es aber, Dawson eine Beziehung zu Gretchen, Paceys Schwester, aufbauen zu lassen. Dass er sich zu einer älteren Frau mit mehr Lebenserfahrung hingezogen fühlt, lässt zum einen seine Reife und seine hervorragend ausgeprägte Menschenkenntnis erkennen und stellt zum anderen einen wichtigen und prägenden Abschnitt in seiner persönlichen Entwicklung dar. Die Szenen und Dialoge zwischen Dawson und Gretchen zählen zu den Highlights der Staffel, was zu einem großen Teil auch an der wunderbaren Sasha Alexander liegt, die mit James van der Beek perfekt harmoniert.
Aber auch durch die Begegnung mit Mr. Brooks wird Dawson in seinem Leben weitergebracht. Nach einigen Schwierigkeiten finden die beiden über das Thema Filme und das Filmemachen zueinander, und Dawson lernt Mr. Brooks so kennen, wie er unter seiner zynischen Fassade wirklich ist.
Jack findet endlich seinen ersten Freund, Jen stellt sich ihrer Vergangenheit, und Joey und Pacey kommen in ihrer Beziehung einen entscheidenden Schritt weiter - bis Pacey sich über etwas bewusst wird.
Höhepunkte in der Mitte der Staffel bilden vor allem die Episoden "Freunde", "Karma" (eine brillante Hommage an den Film "Die üblichen Verdächtigen"), "Null Bock auf Rettung" und "Paceys Geburtstag". Ebenfalls absolut sehenswert sind die Folgen am Ende, besonders die sehr emotionale und ergreifende Episode "Meilensteine".
Auch die vierte Staffel von "Dawson's Creek" wartet mit der gewohnt sensiblen Atmosphäre auf und weiß durch hervorragend erzählte Geschichten, pointierte Dialoge und erstklassige Drehbücher zu überzeugen. Beim Anschauen denkt man daher gerne mal an seine eigenen Erlebnisse zurück - wie schon so oft bei der Serie.
"Am Ende kommt man immer auf die Leute zurück, die schon am Anfang da waren..." - Andie McPhee