Eigentlich bin ich kein Metal-Fan, aber nachdem ich Sonata Arctica entdeckt habe, bin ich auf den Geschmack gekommen. Auf der Suche nach weiteren Perlen fand ich Rhapsody. Inzwischen besitze ich alle CD's der Gruppe und bin schlichtweg begeistert. Die ersten beiden Alben (Legendary Tales, Symphony of Enchanted Lands) legten den Grundstein der genialen Progressive-Mixtur aus Orchester, Chor und Band. Anfänglich noch etwas softer, steigert sich Rhapsody mit Dawn of Victory in punkto Härte, aber sie tragen noch immer begnadete Melodien vor, und die Arrangements zwischen Metal und Symphonik gehen dabei nicht verloren. Ganz tolles Intro, Super-Titelstück, sowie 5,6,7,8 sind meine Favoriten. Das neckische Instrumentalstück "Trolls in the dark" hat es auch meinen Kindern angetan, die am liebsten wild dazu rumtanzen.
Vergleiche zu Symphony X oder anderen Bands mit ähnlicher Stilrichtung sind m.E. nicht korrekt. Rhapsodsy ist einzigartig darin, konsequent Songs in symphonisch-progressiver Metal-Art zu komponieren, ohne dass der Wohlklang in ständigen Rhythmuswechseln untergeht (und damit auch die Melodie ins Nirwana verbannt; übrig bleiben Heavy-Sound-Collagen-Schnipsel, vielleicht um zu vertuschen, dass man keine zündende Idee für eine Melodie hatte).
Nein, Rhapsody schreibt grossartige Werke, melodiös und trotzdem abwechslungsreich. Über die Fantasy-Story kann man sich streiten, mir gefällt sie auf alle Fälle. Mit den Nachfolgealben "Rain of a thousand flames" und "Power of the Dragonflame" steigern sich die Rhapsody-Mannen nochmals, wobei Dragonflame in der Entwicklung etwas stagniert. Aber auf höchstem Niveau, ein würdiger Abschluss der Geschichte und mit einem wunderbaren Klagelied des Helden versehen.
Die Band ist spitze. Kauft euch möglichst alle Alben, denn soviel Kreativität muss belohnt werden. Auch die Solo-Alben von Luca Turilli kann ich nur wärmstens empfehlen, wobei "Prophet of the last eclipse" eindeutig das stärkere, weil innovativere Album ist. Lasst Euch diese Genüsse nicht entgehen.