Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Wunderbarer Sound, noch sauberes Bild.
Bild: Der Kontrast schwächelt merklich: helle Momente überstrahlen oft (00.14.40, blondes Haar in der Sonne) und in dunklen Szenen ertrinken Schwarztöne etwas. Die Schärfe ist noch recht tief, findet aber ihre Grenzen bereits in Halbtotalen. In puncto Stabilität schlägt sich die Disc gut und liefert fehlerfreie Kamerabewegungen ab (00.04.40, Fahrt auf Bild).
Ton: Der Sound ist feinsinnig und kraftvoll angelegt. Die Kulisse ist sehr authentisch gehalten und liefert eine sehr lebendige Ambienz, so klingt ein Dialog im Krankenhausflur vor dem Hintergrund der Geräuschkulisse so echt, daß man schon nach seinen 10 Euro Arztgebühr greifen möchte (00.01.20). Wenn Türen knarren, weiß man immer exakt, aus welcher Ecke das Übel naht...ausgezeichnet.
Extras: Die Disc quillt ja regelrecht über vor Extras, aber nicht alle sind spannend: "The Lost-Tape" ist eine 16-minütige lustlos agierte Farce und auch der "Special Report" - eine simulierte Nachrichtensendung - wirkt völlig unecht und albern. Die verschieden Produktions-Featurettes sind dagegen unterhaltsamer. Und es fehlt der Trailer zum Film...ein böses Manko. --movieman.de
OFDb.de
"It's the end of the world..."
Ja, es ist das Ende der Welt. Warum, weswegen, wann. Das interessiert hier niemanden mehr. Aber innerhalb der ersten Filmminuten macht nur ein kleiner Kameraschwenk deutlich, welch apokalyptische Ereignisse sich hier gerade auftun. Sarah Polley steht vor den Trümmern ihrer Vorstadtsiedlung. Vor wenigen Stunden ist sie noch die Straße von einem stressigen Arbeitstag nach Hause gefahren, nun ist genau dieser Strich in der Landschaft Zeuge von Blut, Chaos, Gewalt, Explosionen, Geschrei, Panik. Und ehe sie sich versieht ist sie in einer kleinen Gruppe Überlebenskämpfer verankert, die sich gegen die Invasion von menschenfressenden Untoten wehrt, und sich in einem Einkaufshaus verbarrikadiert. Die Gruppe ist wild zusammengewürfelt. Ein schwarzer Officer, ein Ex-Gangster mit schwangerer Freundin, ein Hilbillie, ein paar machtgeile Sicherheitsmänner, ein sarkastischer Yuppie und ein paar Normalos. Nicht alle haben das Ziel des Überlebens so eindeutig vor sich, wie Ana (Polley), und nicht alle werden dieses Ziel auch erreichen. Doch bis es dazu kommt, bietet "Dawn of the Dead" jede Menge Action, Zombies und Spannung.
"... as we know it..."
Ja, die Geschichte hatten wir schon mal. In der Filmhistorie fest als das Splatterereignis schlechthin verankert, schuf George A. Romero 1978 mit seinem Klassiker "Dawn of the Dead" einen einfach lesbaren Kommentar auf den Konsumismus und Kapitalismus kurz bevor die Reagan-Ära in Amerika heran brach, in dem Gewand eines hyperbrutalen Zombiefilmes. Dank der wenig subtilen politischen Botschaft des Filmes fand er sowohl bei renommierten Filmkritikern, als auch bei den Horrorfans, die begeistert von den coolen Charakteren, der Action und der Gewalt waren, Anklang. Mittlerweile haben wir 2004 und die Zeiten haben sich geändert. Der Regisseur hinter dem Zombiefilm ist nunmehr kein politisch Interessierter, sondern ein Videoclip-Regisseur, dessen Engagement für "Dawn of the Dead" mehr oder weniger eine Auftragsarbeit war.
Die Story ist grob die gleiche, doch ist die zynische Aussage über Gier und Habsucht des Menschen nicht nur in den Hintergrund gerückt, sie ist gänzlich verschwunden. Die wenigen Spannungen innerhalb der Zombie-Survivor-Crew sind auf bekannte Klischees zurückzuführen: Der Yuppie stellt seine Yacht als Rettungschance in Aussicht, weigert sich aber bei den Vorbereitungen mitzuhelfen; die Sicherheitsmänner handeln egoistisch und drohen mit Waffengewalt, wenn man sich nicht ihren kontrollierenden Regeln unterwirft. Mit der politischen Stellung, die Romeros "Dawn of the Dead" vertrat hat dies alles überhaupt nichts zu tun. Auch wenn eine Reflektion auf den Konsumismus in den heutigen Tagen sicherlich weniger aktuell wäre, vermisst man schon irgendeine Ambition Snyders, mehr als nur einen Horroractioner zu drehen. Doch genau das hat er getan, und das führt uns wiederum zu:
"... (and I feel fine)"
Auch wenn der Morgengrauen der Toten im Jahre 2004 weniger hintergründig von Statten geht, als Horrorspielfilm funktioniert erstaunlich gut. Das Tempo stimmt, die Schauspieler sind okay, die Action ist da, und sie ist überraschend graphisch. Zack Snyders Optik ist wild, edel, sehr stilisiert und mag den Zuschauer von Anbeginn des Films fesseln. Mag man ihm ob Ansicht seiner bisherigen Musikvideos kaum Talent zusprechen, dürfte "Dawn of the Dead" jene Abneigung revidieren. Der Film lebt von seiner pulsierenden, optischen Kraft.
"Dawn of the Dead" ist Horror für das neue Jahrtausend. Schnell, teuer, aber nicht mainstreamig und schon gar nicht durch Kompromisse in seiner Wirkung beeinträchtigt. Man wird bestens unterhalten, und der schale Nachgeschmack eines "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" bleibt auch aus. Snyders "Dawn of the Dead" dürfte die erste große Überraschung dieses Kinojahres sein, denn der Film kann den Befürchtungen, dem Original zu wenig Tribut zu zollen, und zu sehr dem Geld und dem Kommerz (also jenen Antrieben, die der '78er Film noch thematisierte) verfallen zu sein, standhalten. Und deswegen stimme ich das Lied noch einmal überrascht an: "It's the end of the world as we know it (and I feel fine)".
--- Björn Last (Der Mann mit dem Plan)
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Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Nach einer panischen Flucht aus ihrem Haus in der Vorstadt trifft Ana Clark (Sarah Polley) auf eine kleine Gruppe Überlebende: dem wortkargen Polizisten Kenneth (Ving Thames), dem zurückhaltenden Michael (Jake Weber), dem abgebrühten Andre (Mekhi Phifer) und dessen schwangerer Frau. Gemeinsam schaffen sie es, sich in einem Einkaufszentrum zu verschanzen. Während draußen die Welt immer mehr zur Hölle mutiert, kämpft die kleine Gruppe mit aller Kraft gegen die immer größer werdende Zombie-Schar vor der Tür. Abgeschottet vom Rest der Menschheit müssen Ana und ihre Mitstreiter sich nicht nur gegen Horden von Untoten wehren, sondern auch ihre eigenen Vorurteile und Verdächtigungen bekämpfen. Denn nur so, nur gemeinsam haben sie eine klitzekleine Chance als Mensch zu überleben