Aus der Amazon.de-Redaktion
Sein aktueller Film
The Straight Story sorgte jüngst in Cannes für Furore, die neue Fernsehserie Mulholland Drive ist gerade im Produktionsstadium -- David Lynch ist wieder in aller Munde, und die Faszination, die von seinem künstlerischen Schaffen ausgeht, scheint ungebrochen. Für alle, die sich etwas intensiver mit dem filmischen Universum David Lynchs auseinandersetzen möchten, ist die überarbeitete Neuauflage von Robert Fischers Klassiker
Die dunkle Seite der Seele der ideale Einstieg.
Robert Fischer kommt zweifellos das Verdienst zu, sich als erster namhafter deutscher Filmjournalist mit dem Gesamtwerk David Lynchs auseinandergesetzt zu haben, und sein Buch ist immer wieder eine faszinierende Lektüre. Behandelt werden Lynchs Biographie und sein Werk von den frühen Experimentalfilmen bis zu seinem düsteren Meisterwerk Lost Highway. Was Die dunkle Seite der Seele aber weit über das Niveau anderen Filmbücher hinaus auszeichnet, ist die intime Kenntnis des Lynchschen uvre. Sie macht das Buch zweifellos zu einem der gelungensten Bände der Heyne Filmbibliothek.
Fischer profitiert von den zahlreichen Gesprächen, die er mit dem Künstler führen durfte. Der Text strotzt geradezu vor Insiderkenntnissen, doch der Autor begnügt sich nicht mit der detaillierten Schilderung von Inhalt und Entstehungsgeschichte der einzelnen Filme. Er will in die rätselhafte Gedankenwelt des David Lynch eindringen, und offenbar gab der Regisseur ungewöhnlich bereitwillig Auskunft über die Quellen seiner Inspiration, über die Herkunft seiner Einfälle aus Kindheitserinnerungen und Träumen, und über seine Liebe zur Malerei, die für Lynchs Arbeit große Bedeutung hat.
Der völligen Entschlüsselung und definitiven Interpretation seines Werkes entzieht sich der Regisseur jedoch. David Lynch ist und bleibt der große Mystery Man des Kinos. --Stephan Fingerle
Autorenporträt
Robert Fischer, geboren 1954; freischaffender Filmpublizist seit 1974. Arbeit als Redakteur bei den Filmfestspielen in Berlin und München. Texte u.a. für epd Film und Steadycam. Bücher als Autor, Herausgeber oder Übersetzer u.a. über Alfred Hitchcock, Orson Welles, David O. Selznick, Edward Dmytryk, Bernhard Wicki, David Lynch, Jodie Foster und den Neuen Deutschen Film. Herausgeber der Briefe und Schriften Francois Truffauts sowie des Interview-Bandes Monsieur Truffaut, wie haben Sie das gemacht? Seit 1995 stellvertretender Leiter des Filmmuseums München.
Peter Körte, geboren 1958; Feuilletonredakteur und Filmkritiker bei der Frankfurter Rundschau. Bücher: 30 Jahre "Argument" - Interviews zu einem Jubiläum (als Herausgeber), Humphrey Bogart (Reihe rororo-Monographien), Joel & Ethan Coen (als Co-Herausgeber), Mitarbeit an Alfred Hitchcock, Das Ufa-Buch. Aufsätze in CineGraph - Lexikon zum deutschsprachigen Film.