Der vorliegende von Werner Spies herausgegebene Band ist der Ausstellungskatalog einer bemerkenswerten Ausstellung zu dem Werk des Filmemachers David Lynch als Fotograf, Maler, Zeichner und Grafiker, die noch bis zum 21.3.2010 im Max Ernst Museum in Brühl zu sehen ist.
Die gezeigten Bilder sind in diesem Buch ergänzt durch einige Essays und Texte unter anderem von Dietmar Dath und Werner Spies, denen es hervorragend gelingt, den kunstgeschichtlichen und cineastischen Laien in das künstlerische Werk Lynchs einzuführen, das er schon lange vor seiner Filmkarriere begann und nie unterbrochen hat. In jüngster Zeit sind sogar noch musikalische Kompositionen zu einem künstlerischen Schaffen dazugekommen, das in seiner Bandbreite, Ausdruckskraft und Fülle kaum ein anderes Beispiel in der gegenwärtigen Kunstszene kennt.
Wenn man die Bilder in diesem Band anschaut, die den Betrachter in eine Welt führen, in der Abgründiges und Unerklärliches regieren, beginnt man auch, die Bedeutung seiner zahllosen erfolgreichen Filme noch einmal ganz anders zu verstehen. Seine Bilder arbeiten immer wieder mit der Verschiebung von Proportionen und Perspektiven und seine Fotografien sprechen ohne Unterlass von Vergänglichkeit, Verfall und anderen existentiellen Abgründen.
Wer David Lynch als Filmemacher kennen und schätzen gelernt hat, kann in diesem Buch eine andere, für die Erklärung seines Filmwerks allerdings wichtige Seite von ihm kennen lernen. Dabei muss er sich der Betrachter allerdings vergegenwärtigen, dass Lynch seine Seherwartung permanent unterläuft, ihm immer etwas anderes präsentiert, als er gerade erwartet und den Betrachter somit jedes Mal zu einer Auseinandersetzung nicht nur mit dem abgebildeten Thema, sondern auch mit sich selbst und dem was er in das Bild hineinprojiziert hat, zwingt.