Dem Autor ist es eindrucksvoll gelungen, Leben und Werk eines der wichtigsten Philosophen und Gelehrten des 18. Jahrhunderts in spannender Weise darzustellen. Sowohl interessierte Laien und Einsteiger, aber auch fachlich geschulte Leser werden dieses Buch mit Gewinn lesen.
Diese grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage ist in seinen Kapiteln folgendermassen aufgebaut.
1 Historischer Hintergrund (mit sehr schöner Darstellung der schottischen Geschichte)
2 und 3 Kinderzeit und Jugend, Hume stammte aus einer alten schottischen Familie
4 Philosoph und Gelehrter (eigentlich sollte er Rechtsgelehrter werden)
5 Abschied von Schottland
6-8, 12-14, 16 und 19 Buchbesprechungen (diese Kapitel geben eine ausgezeichnete Einführung in Humes Schaffen und Denken)
9 Leben in Schottland
10 Wanderjahre
11 Reisen in Niederlande, Deutschland und Österreich, sowie in Italien
15 und 17 Bürger in Edinburgh
18 und 21 Seine Aufarbeitung der englischen Geschichte
20 Auseinandersetzungen mit der Kirche (Hume hatte durchaus auch Freunde unter den Theologen; interessant auch der Hinweis des Autors, dass Hume die Möglichkeit von Wundern nicht grundsätzlich ausgeschlossen hat, im Gegensatz zur allgemeinen Meinung in der Sekundärliteratur)
22 Schottland
23 Frankreich
24 Streit mit Rousseau (aus anfänglicher Freundschaft und Wertschätzung erwachsen)
25 Unterstaatssekretär in London
26 "Die schönste Zeit seines Lebens"
27 Tod (eindrucksvolle Schilderung seiner letzten Lebensjahre)
28 Kritik der Religion
29 Anhang mit Bemerkungen der Neuauflage,seine Schriften in zeitlicher Reihenfolge, zwei neue Briefe, das
Reisejournal von 1748, Siglenverzeichnis, Anmerkungen, Abbildungen, Personenregister
Das Buch zeigt das Lebensbild einer wandlungsfähigen und faszinierenden Persönlichkeit. Hume war ein freigiebiger, herzlicher Mensch, den sogar seine Gegner teilweise schätzten. Er half zum Beispiel einem blinden Dichter, indem er auf seinen Lohn als Bibliothekar verzichtet hat. Hume hatte allerdings auch viele Kämpfe zu bestehen: Geldmangel, Depressionen,Ablehnung, Vorurteile wegen seiner schottischen Herkunft.
Ein grosses Plus dieses Buches ist es, dass der Autor immer wieder kurze Zusammenfassungen gibt, auch zum Beispiel nach der Beschreibung von Humes Schriften.
Man mag zu Hume stehen wie man will, die Lektüre lohnt sich, es ist eine glänzend geschriebene und ausgezeichnet
recherchierte Biografie, die viel Hintergrundwissen und Zusammenhänge vermittelt.