Kulenkampffs Einführung in die Philosophie von David Hume überzeugt auf ganzer Linie: Die Strukturierung ist übersichtlich, die Darstellung klar und gut nachvollziehbar, auch die enge Arbeit am Text weiß zu überzeugen. In regelmäßigen Abständen finden sich Verweise auf die wesentliche Textstellen in Humes Werken - ideal, wenn man sich zu einem bestimmten Thema näher informieren will, etwa fürs Examen oder Seminare; nicht zuletzt auch, weil die Orientierung in Humes Traktat sonst gar nicht so leicht fällt. Die Unterkapitel werden häufig durch kritische Anmerkungen zu Humes Theorie abgerundet, was sowohl das Verständnis von Humes Philosophie verbessert als auch eine gute Quelle für kritische Ansätze darstellt.
Besonders hervorzuheben ist Kulenkampffs Art, bei von der Norm abweichender Interpretation zunächst die verschiedenen Möglichkeiten darzustellen und erst anschließend Partei zu ergreifen und zu begründen, warum er eine andere Meinung vertritt. In anderen Büchern wird hier gern die Meinung des Autors als die einzig richtige stilisiert. Beispielsweise wird Hume meist als Vertreter der Regularitätsauffassung der Kausalität interpretiert, und wer ein Lehrbuch zu diesem Thema aufschlägt, findet ihn dort als typischen Vertreter; Kulenkampff aber vertritt die Meinung, Hume sei eher Anhänger der Gesetzesauffassung. Er räumt aber beiden Auffassungen genug Raum ein, um sicher zu sein, daß man die Hintergründe versteht und für andere Darstellungen gut gerüstet ist.
Was die negativen Aspekte des Buches angeht, gibt es nur Kleinigkeiten zu berichten: Vereinzelt finden sich Textstücke, bei denen man sich fragt, ob man das nicht noch etwas klarer hätte formulieren können. Das sind aber nur Einzelfälle, im großen und ganzen liest sich der Text gut.
Insgesamt einfach eine hervorragende Einführung in Humes Philosophie. Wärmstens zu empfehlen!