Das in der wirklich schönen Royal Albert Hall aufgenommene Konzert, zeigt einen relaxten und sichtlich gealterten David Gilmour im Kreise geladener Freunde, die mit ihm die On An Island Tour bestritten.
Es mutet schon fast wie ein Familientreffen an, bei all der Harmonie und dem Spaß auf und hinter der Bühne.
Dies überträgt sich nicht nur auf die musikalische Darbietung sondern auch auf den Zuschauer. Zudem vermittelt der ausgezeichnete Klang dieser DVD und die außerordentlich gute Bildführung einem das Gefühl tatsächlich in der Royal Albert Hall zu sitzen.
Und Gilmour kann tatsächlich immer noch Gitarre spielen (vielleicht sogar besser denn je (man höre nur Comfortably Numb) und seine Stimme klingt auch noch erstaunlich gut. Hut ab.
Gleich bei der Eröffnung des Konzertes mit den "Darkside of the Moon" Songs "Speak To Me/Breathe/Time/Breathe" fühlt sich der Floyd-Fan gleich zu hause. Gilmour hat es gegenüber Waters leichter, bestimmten doch sein Gesang und vor allem sein Gitarrenspiel vornehmlich den klassischen Pink Floyd-Sound. Hier wird auch deutlich, dass diese Musik auch ohne Show-Gigantonomie auskommt, die für Floyd spärliche aber effektive Lichtchoreographie trägt viel zu der großartigen Atmosphäre dieses Auftritts bei. Es folgt das gesamte "On An Island" Album, das in seiner Live-Version um einiges intensiver wirkt, und einen beinahe andächtig vor dem Bildschirm erstarren lässt. Es ist erstaunlich wie Gilmour mit nur ein paar Tönen seiner Gitarre das Publikum in seinen Bann ziehen kann, hier sei einmal THE BLUE erwähnt mit seinem exquisiten Solo.
Der zweite Teil des Konzerts beinhaltet dann ausschließlich das vom Fan erwartete Pink Floyd Material. Hier gibt vor allem Material das eindeutig Gilmours Handschrift trägt und dankenswerter Weise ein paar Perlen, die man seit Jahrzehnten nicht mehr gehört hat. Neben dem unvermeidlichen Klassikern Shine On (mit verändertem Arrangement) und Wish You Were Here, und einigen Songs aus der Gilmour-Floyd Ära wie High Hopes, entstaubt die Band dann auch den Ober-Klassiker ECHOES und das fast vergessene FAT OLD SUN. Das Breitwandepos ECHOES ist dann auch DER Höhepunkt des Konzertes, in einer energischen und für Floyd recht rockig-dynamischen Version dargeboten und von einer diesmal aufwendigen Lightshow begleitet. Der gefeierte Auftritt von David Bowie, der mit dem Syd Barrett-Tribute Arnold Layne noch einmal die psychedelische Anfangsphase der Band aufleben lässt, mündet in einer phantastischen Version von Comfortably Numb, dass das Konzert mit einem rauen und emotionsgeladenen Solo abschließt.
Die Tourdoku auf der zweiten DVD zeigt uns vor allem eines:
David Gilmour ist ein glücklicher Mann. Nicht nur weil er reich, berühmt oder Vater von 8 (!) Kindern ist, sondern weil er sich als Solo-Künstler etabliert hat und die hieraus gewonnene Freiheit genießt und auslebt. Zu Floyd Zeiten hätte er nie das Intro von Shine On auf Weingläsern spielen lassen können. Er arbeitet vorwiegend mit Menschen zusammen die er mag und die ihn über alles schätzen. Was einem recht leicht fällt, wenn man ihn so hinter den Kulissen beobachten darf. Auch diese Dokumentation macht mächtig Spaß und ist mit leider nur 45 Minuten viel zu schnell zu Ende. Zudem gibt es viele weitere Extras, Bonus-Songs, Bildergalerie, sowie ein Making Of von On An Island, was will man mehr.
Alles in allem ist dies ein phantastisches Paket.
Hervorragender Klang.
Tolles Bild. Die Kritik hierzu kann ich nicht nachvollziehen.
Tolle Musik.
David Gilmour in Höchstform mit einer hervorragenden Begleitband.
Viele informative und unterhaltsame Extras.
Für mich die bisher beste DVD aus dem Floyd-Lager.
5 Sterne !!