Da können die Gilmour- und die Waters-Lager mal wieder heftig streiten: "D e r ist besser!", "Nur d e r ist Pink Floyd"... Kinder! Niemand will Euch euren Glauben nehmen! Aber dieses Konzert ist einfach gut! Und über Waters schreib ich hier nichts...
Es geht um David Gilmours Konzert. Da stellt sich der alte Mann im T-Shirt auf die Bühne und macht wirklich gute, faszinierende Musik, spielt Altbekanntes und völlig Neues - Ohne Glitter, Bombast, Lichtblitze, Rumgehopse und sonstigem Show-Klimbim!
Wie er sich mit "Shine On You Crazy Diamond" allein und nur mit akustischer Gitarre mit einem ganz und gar unspektukulären Opener quasi ins Konzert tastet, wie er es wagt, mit einer Arie aus Georges Bizets "Perlenfischer" das Publikum und seine Stimme zu testen (und an seine Grenzen gerät), wie er es sich erlaubt, Gastgeber Robert Wyatt das Intro von "Comfortably Numb" stammeln zu lassen (rührend, zu sehen wie er den Text mit Brille vom Zettel liest!) - und alles passt, nichts wirkt peinlich: Das kann nur ein ganz Großer wie David Gilmour!
Zum Glück bleiben die E- und Slide-Gitarre nicht eingepackt! Und so gibt es neben viel akustischem auch seine typischen und traumhaften Pink-Floyd-Soli zu hören.
Erstklassige Musiker-Kollege wie Michael Kamen an den Tasten oder Caroline Dale am Cello, sowie ein gut eingestellter Chor machen dieses Konzert zum Genuss.
Fazit: Wer einmal mehr als Pink Floyd und doch Pink Floyd in anderem Gewand hören will, ist mit dieser DVD mehr als gut bedient. Ruhige Konzertbilder, die die Augen schonen und nicht mit einem Effekt nach dem anderen quälen, und hervorragende Musik an der sich mancher "Superstar" eine Riesenscheibe abschneiden kann, machen "David Gilmour - In Concert" für mich zur Kaufempfehlung.