Dauntless liest sich glatt und spannend, es ist wie ein gut gemachter Popcornkino-Science Fiction-Film: nicht zu tiefgründig oder zum Nachdenken anregend, alles verläuft in gefälligen Bahnen, der Held macht praktisch alles perfekt, aber es ist schöne Hollywood-Abendunterhaltung. Wer unterhalten werden möchte, ein paar Schlachten, "Held ist der beste der beste Captain der ganzen Welt" etc. mag, bekommt nette saubere Unterhaltung. Es ist auch eine hübsche Idee, dass der Held 100 Jahre in einer Überlebenskapsel verbracht hat, inzwischen zum Vorbild der gesamten Allianz wurde und nun mit dem Mythos und der neuen veränderten Allianz zurechtkommen muß, die im langen Krieg gegen die alten Gegner viele alte Werte und Fähigkeiten verloren hat, obwohl sie an sich alles gut meinte, sogar glaubt, sich genau so zu verhalten, wie "Black Jack Geary" es getan hätte. Dementsprechend spaltet sich die Flotte in blinde Huldiger, Huldiger, die verstört sind, sobald der Held anders handelt, als sie denken, dass Black Jack Geary sich vehalten sollte, Skeptiker, die nicht glauben, dass er wirklich so herausragend und gut für die Flotte ist, wie der Mythos es ausmalte, und Leute, die einfach nur selbst die Macht wollen (und gleichzeitig strohdumm und unendlich unfähig sind). Probleme werden aufgebaut, in Monologen des Helden und/oder Unterhaltungen mit anderen Charakteren gründlich vorgestellt und einige Szenen später hat der Held die perfekte Lösung parat, dass es Picard Ehre machen würde. Insgesamt hübsche Unterhaltung, die sich von der ersten Seite an gut liest und wo es wenig Längen gibt.
Problem an dem Buch ist, dass alles zu glatt und schwarz-weiß ist. Ich will das Buch ab und zu hauen, wenn der liebe Captain Geary nach zig Erklärungen, wieso er doch an sich kaum weiß, wie er sich in dieser neuen Welt zurecht finden soll, mal wieder genau ins Schwarze trifft im Handumdrehen, sei es mit Taktiken, sei es mit der Moralisierung der Mannschaft, sei es mit der Wahl des Personals, er ist mir einfach zu perfekt, selbst wenn es ab und zu Opfer gibt, Grautöne sehe ich nicht... Die Bösen bleiben böse und dumm, die Guten schlau und kompetent, doch ohne den Helden verhalten sich alle wie ein undisziplinierter Kindergarten, wo jeder zuerst das feindliche Schiff erschießen möchte und sie bei aller sonstiger überaus großer Kompetenz nicht einmal die Relevanz der Bewachung der Hilfsschiffe alleine zu begreifen scheinen. Was man aus diesem Buch lernt ist, dass Disziplin und Taktik im Militär wichtig sind und man nicht nur weil der Gegner sich unmenschlich verhält, sich genauso unmenschlich verhalten sollte, sondern dass es sogar besser ist, an seinen moralischen Werten festzuhalten - an sich eine nette Botschaft und insbesondere, was die Behandlung von Kriegsgefangenen angeht, sicherlich wichtig, aber für mich persönlich nichts, was mir nicht schon vorher klar war, weshalb das Buch für mich keinen sonderlichen Tiefgang hat, selbst wenn es insgesamt ein nett zu lesendes Buch ist. Oh und ich würde viel geben, zu wissen, wie die Charaktere aussehen oder auch nur wie alt sie sind, was für den Autor keine Rolle zu spielen scheint....