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Im Vorwort erzählt Sick die nette Anekdote von seinem alten Grammatik-Heft, das ihm kürzlich wieder in die Hände fiel. "Grammatick" stand in Kinderschrift auf das Heft geschrieben. Grund genug für den Autor, darüber zu sinnieren, ob "Grammatick" nicht wirklich etwas mit einem Tick, mit Spinnerei zu tun hat. Hält man sich die letzte Reform der Rechtschreibreform vor Augen, so könnte man meinen, der junge Sick hätte eine Vorahnung davon gehabt, was nicht nur Bildungspolitiker, sondern auch Werbetexter, Dönerbudenbesitzer und Friseure in den kommenden Jahren mit der deutschen Sprache an Schindluder treiben würden.
Und so sind seine Kolumnen (auch wenn nicht alles, was er anführt, wirklich neu ist) Balsam für all die Verwirrten, Erbosten und Resignierten, die gerne endlich wüssten, ob nun "Wollappen", "Woll-Lappen" oder vielleicht "Wolllappen" die derzeit korrekte Schreibweise ist. Grandios komisch ist der Band überall dort, wo der ganz alltägliche Sprachwahnsinn nicht ohne Häme dokumentiert wird. Ein schier unerschöpfliches Repertoire scheinen Friseursalons zu haben, die von "My Hair Lady" bis zum "Kopfgärtner" keine Absurdität auslassen.
All diejenigen, für die Sick inzwischen eher ein Besserwisser denn der "Deutschlehrer der Nation" ist, seien darauf verwiesen, dass die grammatikalischen Richtigstellungen in der Regel gebündelt am Ende der Kolumne präsentiert werden -- wem das zu viel wird, der blättere einfach weiter.
Sick selbst benennt als Zielgruppe: "Grammatikfreunde, Goldwaagenwörterwieger, Stilblütensammler, Dialektbestauner und Anekdotenliebhaber". Zweifellos werden all diese ihm auch über den dritten Band hinaus wohlgesinnt (und nicht etwa wohlgesonnen!) bleiben. -- Henrik Flor, Literaturtest
Zu bemerken ist zweitens, dass der Autor seit Folge 2 selber liest. Folge 1 wurde noch vom Schauspieler Rudolf Kowalski ganz exzellent zu Gehör gebracht. Aber auch Bastian Sick liest tadellos -- er hatte auf seinen Lesetourneen auch viel Gelegenheit zu üben --, mit überraschend klarer, jungenhafter Stimme. Und er macht sogar bei Zitaten in schwäbischer oder bayrischer Mundart (z.B. ein Satz mit fünffacher Verneinung "Koana hod neamois ned koa Geld ned ghabt") eine gute Figur, was für einen gebürtigen Holsteiner wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist.
Ansonsten geht es wieder so unterhaltsam, witzig und lehrreich zu, wie man das gewohnt ist. Für Zwiebelfisch-Fans sind die Themen allerdings nicht neu: Öffentliche Sprachverhunzung (diesmal im Visier: die Bundesbahn und Fußballprofis), grassierende Schaumschlägerei mit überflüssigen Vorsilben (absenken statt senken, vorwarnen statt warnen, anmieten statt mieten; und auch das ebenso falsche wie unausrottbare "vorprogrammieren") oder bis zur Lustigkeit verdrehte Redewendungen. Auch der Tod des Genitivs ist wie wir ebenso besorgt wie amüsiert vernehmen -- ein andauerndes Phänomen. Bedroht wird er nicht nur vom bösen Dativ, sondern auch vom "Vonitiv", was doppelt bedenklich ist, wenn so doppeldeutige Schlagzeilen die Folge sind: "Mutter von vier Kindern erschlagen!" --Christian Stahl
Spieldauer: ca. 146 Minuten, 2 CDs, gekürzte Fassung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wieder amüsant. Doch langsam gehen die Themen (Themata, selten: Themas) aus,
Von JKMüller "007" (Im Norden) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3. Noch mehr aus dem Irrgarten der deutschen Sprache (Broschiert)
"Damit ist dem Sick seine Trilogie komplett!", rief die fiktive Frau Jackmann. Aus dem Gerufendem kann man durchaus schließen, das Herr Sick kein weiteres Kolumnenbuch mehr veröffentlicht. Nur eine weitere Beifügung erscheint in den Buchläden, diesmal sind es Zwiebelfischchen, Fundstücke von Lesern.Ich fand die Buchreihe genial und amüsant, selbst das dritte Werk lädt zum Schmunzeln ein. Doch je mehr Sick über dieses spezielle Thema schreibt, desto uninteressanter wird ein weiteres Anhängsel, so wie der dritte Band beweist, unwichtige Themen sind enthalten. Den Kurs "Wie fülle ich 260 Seiten schnell und gewinnerbringend?" hätte Herr Sick schon mal bestanden. Gut gelungene Kolumnen kann man an den Fingern abzählen. Wovon es nicht so viele gibt, weil allein ein Drittel das Quiz und das Zwiebelfisch-ABC ausmachen. Auch habe ich das Gefühl, dass Bastian Sick manchmal ein wenig übertreibt. Wenn ich lese, das der Autor jede Werbung zu der "Kunst des SPIEGEL" wie eine Schlange anzischte, muss ich ja glauben, der Mensch leidet an Antiorthophobie, einer Angst vor grammatischem Unsinn, so dass der Mann vor jedem "Back Shop", in der ein "Mamor-Kuchen mit Tassekaffee" angeboten wird, schreiend davonrennt. Doch Kapitel wie "Haarige Zeiten", "Zweifach doppelt gemoppelt", "Sind Sie die Kasse?" und vielen mehr haben mich einfach zum Lachen gebracht. Als Gesamtwerk sind die Bücher einfach gut zum Nachschlagen, wenn man mit dem eigenen Wissen prahlen will, auch wenn man sonst von Deutsch überhaupt keine Ahnung hätte. Der Ritter der deutschen Sprache geht in den Bereitschaftsdienst, ein vierter Band wäre des Guten zuviel. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dem Genitiv seine Trilogie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3. Noch mehr aus dem Irrgarten der deutschen Sprache (Broschiert)
Die amüsanteste Auseinandersetzung mit den Stolpersteinen der deutschen Sprache bietet immer noch Bastian Sick - und das sowohl auf der Bühne ( durfte der großartigen Show in Köln beiwohnen), als auch im mittlerweile dritten Teil. Dieser beschäftigt sich mit fragwürdigen Anglizismen, erfreut sich an den Stilblüten der mehrfachen Negation ("Dös interessiert doch ka Sau net!")und diskutiert die Frage, ob man nach Aldi, zum Aldi, zu Aldi oder wo auch immer hingehen sollte. Das alles ist immer witzig, auf den Punkt formuliert, aus dem Leben gegriffen und ohne aufdringliche Didaxe formuliert. Hinzu kommt ein hübscher Lerneffekt. Und wer beeindruckt nicht gern mit einem präzise geschliffenen sprachlichen Ausdruck? Denn wie sagte Wittgenstein: "Nicht das Denken bestimmt den Sprachgebrauch, sondern der Sprachgebrauch das Denken".
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genau so gut wie Band 1 und 2,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3. Noch mehr aus dem Irrgarten der deutschen Sprache (Broschiert)
Ich habe auch Band 3 der Leidensgeschichte des Genitivs mit Genuss gelesen. Viele Punkte, die Bastian Sick anprangert, gehen auch mir schon lange gegen den Strich. Die Art und Weise, wie er seine Kritik und seine Hähme anbringt, ist begeisternd kurzweilig, pointiert und humorvoll. Über die Vergewaltigung der deutschen Sprache kann sicherlich noch viel mehr geschrieben werden, das Thema ist extrem vielschichtig und fast unübersehbar groß. Täglich kann man neue haarsträubende Beispiele finden, und unsere Gesellschaft tut alles, um das Tempo des Sprachenmordes zu beschleunigen. Viele Rezensenten halten den Band 3 schon für zu viel, ich hoffe, dass es noch mehr Bände geben wird.
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