Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 12.11.2001
Obwohl das Buch "zahlreiche Fakten und Hinweise zum Thema Privatsphäre im Internet" liefert, ist es eher ein Überblick über mögliche Gefahren als eine wirkliche Anleitung zum Selbstschutz des Lesers, meint Rezensent Martin Klaus. Dennoch werde der Leser um einiges schlauer: Er erfahre zum Beispiel, dass "WAU" nicht das Bellen eines Hundes bezeichnet, sondern "Webzugriff anonym und unbeobachtbar", dass "Webbugs", also "Webkäfer", wenn schon keine realen, so aber auch keine virtuellen Tierchen sind, sondern dass sie vertrauliche Daten weiterleiten oder - ganz hinterhältig - ein auf den Internet-User zugeschnittenes Werbebanner einblenden können. "Cookies" sind keine leckeren Kekse, sondern eine Art Erkennungsdienst, der zum Beispiel einen Stammkunden im Online-Shop erkennt und ihm dann sofort einen teureren Preis als beim letzten Besuch auf der Seite vor die Nase hält, berichtet Martin Klaus. "Digitale Selbstverteidigung" ist angesichts der Horrorszenarien vom "gläsernen Kunden" also ein nicht zu vernachlässigendes Thema, meint Klaus.
© Perlentaucher Medien GmbH
Telepolis
- Sie beobachtet aufmerksam, analysiert gründlich und beschreibt präzise
- Sie schreibt für ein anspruchsvolles Fachpublikum und für den "Ich-bin-drin-Leser" gleichermaßen
- Übertreibungen und sensationelle Aufmachungen wird man in ihrem Buch vergeblich suchen, die Realität ist aufregend genug
Deutschlandradio, 11.1.2002
Es gibt eine Menge Möglichkeiten, sich selbst und seine Daten im Netz zu schützen: Verschlüsselungsprogramme sichern das Postgeheimnis beim E-mail-Austausch, anonymisierende Server schützen beim Surfen vor Rückverfolgung, Firewalls halten Eindringlinge fern. Das Buch stellt sie alle vor, erklärt ihre Funktionsweise und erörtert ihre Praxistauglichkeit für Anwender mit unterschiedlichen Ansprüchen und Fähigkeiten. Doch auch wenn einzelne Nutzer ihren privaten Datenschutz aufrüsten: Grundrechte müssen durch Gesetze gewährleistet werden. Denn die Anschaffung einer Handfeuerwaffe ist ein schlechter Ersatz für das Vertrauen in einen funktionstüchtigen Rechtsstaat.