- Audio CD (1. Juni 2007)
- Anzahl Disks/Tonträger: 1
- Label: Nettwerk (Soulfood)
- ASIN: B000PTYTDU
- Weitere Ausgaben: Audio CD | MP3-Download
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 165.064 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)
Produktinformation
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Eine große Herausforderung, aber irgend jemand musste sie annehmen.
Bergen’s Südwestküste, die Heimat solcher Indie-Pop-Größen wie „Kings of Convenience“, „Röyksopp“, Annie, Ralph Myerz und Even Johansen (Magnet), wäre alleine schon ein fruchtbares Versuchsfeld für ihre Großtaten, aber Fredrik und Ket-Ill waren weit davon entfernt, sich zurückzulehnen und auf den Hype zu warten. Von Natur DIY Punk Rocker, aber stark beeinflusst vom unverkennbaren Stil und der Bühnenpräsenz solcher Bands wie „Talking Heads“ und „Devo“, entschieden sich die Jungs, die Trash-Gitarren zugunsten eines einfachen und dennoch vielseitigen Casio MT-64 Keyboards und einer Roland Groovebox wegzulegen. Fügt man zwei gleiche, rote Trainingsanzüge und zwei Paar alter Porsche-Wraparound-Sonnenbrillen hinzu, erhält man ein kleines Etwas namens DATAROCK.
“Auf Norwegisch heißt ein Computer ‘Data Machine,’” erklärt Saroea. “Deshalb machten sich Datarock zu Beginn über alle Rock Leute lustig, die dachten, dass elektronische Musik einfach computergenerierte Musik sei. Aber im Englischen bedeutet ‘data’ Information, was eigentlich besser passt, denn Datarock ist in Wirklichkeit das Produkt von 30 Jahren Informationsgesellschaft. Allerdings orientieren wir uns aus irgendeinem Grund ständig zurück in die Jahre zwischen 1977 und 1982.”
Im Dezember 2000 gaben Fredrik und Ket-Ill ihren ersten Auftritt bei Annie’s monatlicher Clubveranstaltung, “Pop Till You Drop,” wo sie ein High-Energy Disco Inferno auslösten, das von kargen Electro-Rock Rhythmen und ansteckenden Gitarren Hooks befeuert wurde. Ihre Low-Fi Live Shows waren bald Legende und zogen Gastmusiker aus allen Ecken der Musikszene Bergens an; von Amulet-Schlagzeuger Jonas Thire über Avant-Jazz Saxophonist Kjetil Møster bis hin zu Mitgliedern von “Purified in Blood” und der Norwegischen Black Metal Band “Enslaved”. Bald darauf folgten anspruchsvolle Multimedia Shows zusammen mit regulärer Begleitung durch einen traditionellen Männer Chor. Dann war da noch das Konzert mit der modernen Theatergruppe, die Aerobic auf der Bühne aufführte. Nicht zu verwechseln mit der Show, bei der eine komplette Hochschulmarschmusikkapelle mitspielte. Das war eine andere.
Nach der Veröffentlichung einer Split 10-inch auf dem lokalen Label „Tellé Records“ war es für Fredrik und Ket-Ill an der Zeit, den Einsatz zu erhöhen. 2002 nahmen die beiden eine Hand voll neuer Songs auf, brannten sie auf 400 handbemalte 3inch-CDs und vertrieben diese in 10 verschiedenen Ländern. 2003 fanden sie sich dann auf der Hauptbühne des Sonar Festivals in Barcelona wieder.
Mit der Veröffentlichung der “Computer Camp Love” EP im selben Jahr machten Fredrick und Ket-Ill endlich den großen Schritt nach vorne. Eine stampfender Call-and-Response feiert der Song die Teenie-Komödie Die Rache der Eierköpfe, das berühmte “Summer Nights” aus „Grease“ und den archetypischen Commodore 64, alles in einer Spanne von 180 Sekunden. Es ist dieses himmelhoch jauchzende, schnellfeuernde „In Erinnerung Rufen“ der 80’s Jahre Unterhaltungskultur, das den Sound und die Vision von Datarock am Treffendsten beschreibt.
“Irgend jemand sagte einmal, Datarock mache sich über jeden lustig,” erzählt Saroea, dessen Videos ebenfalls im Einklang mit der Retro-Ästhetik der Band stehen. “Aber ich glaube nicht, dass er es negativ gemeint hat. Ich denke, Datarock bedeutet Spaß zu haben mit einer Menge verschiedener Konzepte der Menschheit.”
In weiser Voraussicht und möglicherweise aufgrund eines gewissen Maßes an Zwanghaftigkeit taten Frederik und Ket-Ill das, was jeder junge, ehrgeizige Profi tun würde, wenn er erkennt, wie schnell sein Reich wächst – sie gründeten ihr eigenes Label, um ihre Musik selbst zu veröffentlichen. Das Label nannten sie in einem weiteren Anfall von Innovation „Young Aspiring Professionals“. Seit dem haben Datarock über 300 Konzerte in 16 Ländern gespielt, darunter vor über 15.000 beim The Good Vibrations Festival in Sydney und vor über 10.000 schreienden Verrückte beim The Meredith Music Festival nahe Melbourne.
Ihr Debütalbum Datarock greift das lebensfrohe Gefühl von “Computer Camp Love” auf, dreht es auf bis zum Anschlag und brettert einen Power Akkord rückwärts gerichteter Nostalgie, der Dich sofort aus Deinen Reebok Pumps haut. Liebesbriefe an Laurie Anderson (“Laurie”) und Referenzen an Unheimliche Begegnung der dritten Art (“Princess”) sind nur die Spitze des Eisberges. “Fa Fa Fa”, die ansteckende erste Single des Albums verbindet Dance-Rock Schlagzeug mit funky gespielten Gitarren und einem Refrain, der Dich süchtig nach einer Ausgabe von „Talking Heads“ 77 in nächster Umgebung suchen lässt. “Ugly Primadonna” dagegen besteht aus puren vier Viertel Groovebox-Roboterrhythmen und Weltraum Casiotone Melodien. Auf “I Will Always Remember You” (featuring Annie) gibt Fredrik seinen besten Wayne Newton, wenn er Dich mit Hilfe seiner samtigen Röhre über einem Bett von gefriergetrockneten Streichern verbal auszieht, bevor er Dich auf “Sex Me Up” runter sex’t. Wahrscheinlich aber fängt kein Song auf dem Album den wahren Modus Operandi der Band besser ein als “Bulldozer”, der Song, der das Album eröffnet. Während „Kraftwerk“ den Trans-Europe Express und die Tour de France glorifizierten, preisen Datarock eine weitaus proletarischere Methode der Fortbewegung: das BMX Rad; glaubt man Fredrik und Ket-Ill, ist es “besser als Sex.”
Während Du dies liest, beenden Datarock gerade die Arbeiten an ihrem neuesten Song, einem kleinen Liedchen namens “Molly” , das die Frage beantwortet: Kann man zum Höhepunkt der Pop Evolution werden, indem man clever und respektvoll die Stile und Moden unserer meistgeliebten Generation plündert? Nun, wenn es sich um zwei verwahrlost aussehende junge ehrgeizige Profis aus der Stadt Bergen handelt, dann ist die Antwort „ja“.
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