"Big Data". Dieser Begriff, so darf man von den Autoren lernen, wurde von Informatikern für eine Revolution geprägt, welche die Speicherung und Verarbeitung von Kundendaten immer weiter ausweitet und bis ins letzte Detail perfektioniert. Dieses Buch widmet sich dem Phänomen des "Big Data" in allen Einzelheiten. Beleuchtet wird nicht nur die Entwicklung des Kundendatengeschäfts von seinen Anfängen bis heute, sondern auch seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung, die sicher noch nicht annähernd in ihrer Gänze abschätzbar ist.
Das Internet als 'Magisches Fenster' (S. 11) in die Kundenseele und die Konsumgewohnheiten der Menschen scheint wirklich geöffnet. Kann man sich dagegen wehren? Ist es überhaupt nötig? Was haben Kunden und vor allem Unternehmen von den Möglichkeiten, die personalisierte Werbung bietet? Was geschieht mit den gesammelten Datenmengen? Lassen sie sich überhaupt sinnvoll ordnen? Oder erstickt Big Data in der eigenen Datenflut eines unüberschaubaren Massenmarktes? Wer wird langfristig von diesem unaufhaltbaren Trend profitieren, wer wird von dieser Revolution gefressen werden?
Sehr ausgewogen werden Vor- und Nachteile der Entwicklung vom Kundenwissen von Tante Emma bis zur neuesten hochspeziellen Kundendatenanalyse von gigantischen Unternehmen thematisiert und ausgeleuchtet. Theoretische Überlegungen auf hohem fachlichen Niveau werden mit guten, anschaulichen Beispielen verknüpft und schaffen einen breiten Überblick über eine hochaktuelle und interessante Thematik.
Ich denke, dass mit "Data Unser" sehr deutlich wird, welche Chancen und Risiken die zukünftige Zusammensetzung von Marktmosaiken bieten wird. Gerade wenn durch die Datenauswertung auch private Sektoren von Menschen berührt werden (und sie werden es in steigendem Maße), dann darf man - gerade in Deutschland - auch mit Widerstand rechnen. Zurecht. Wenn nun schon Bewegungsmuster von Menschen über Navigationsgeräte (z. B. in Smartphones) gesammelt und ausgewertet werden, werden sich Gegner regen. Gleichzeitig werden Unternehmen aller Couleur der Möglichkeiten bedienen müssen, die "Big Data" bietet, wenn sie sich gegen die Konkurrenz behaupten wollen.
Wer wird künftig womit Erfolg haben? Wie wird der zukünftige Umgang mit unseren Daten aussehen? Wahrscheinlich wird es einen gesamtgesellschaftlichen Konsens geben müssen. Um ihn zu finden, sind Beiträge wie dieses Buch sicher wichtig. Wie sollten wir sonst den Zusammenhang von betriebs- bzw. volkswirtschaftlichem und gesellschaftlichem Nutzen diskutieren und beurteilen können?
Zusammenfassend: Hier lernt man aus der Vogelperspektive abzuschätzen, was die Digitalisierung der Welt ("Big Data") uns Kunden aber auch Unternehmen, Marktforschern und Verkäufern marketingtechnisch bringt. Der Umgang und das Geschäft mit der Sammlung und Analyse von Datenströmen unserer Zeit wir hier in allen Facetten dargestellt und problematisiert. Für mich ist dies ein intelligenter Beitrag, der zeigt, wie man sich in der Datenwelt von morgen sicher bewegt und die damit verbundenen Chancen nutzt.