Fran erfährt von einem windigen Privatdetektiv, dass ihre Mutter, die die Familie verlassen hat, als Fran sieben Jahre alt war, im Sterben liegt. Von der todkranken Mutter beauftragt, beginnt Fran, ihre Stiefschwester, von deren Existenz sie keine Ahnung hatte, zu suchen.
Während Grangers Markby-Michell-Reihe den typischen englischen "Landhauskrimis" zuzurechnen ist, soll die Varady-Reihe eher das Gegenteil verkörpern. Zumindest in der Figur der Protagonistin stimmt dies. Fran lebt obdachlos in London, kommt mal hier, mal dort unter, und ihr Einkommen stammt aus staatlichen Sozialkassen oder von Gelegenheitsjobs. Aber das typische Flair eines Großstadtkrimis fehlt; U-Bahn und exotische Restaurants allein reichen dazu nicht aus.
Auch wenn die Krimigeschichte einige logische Brüche aufweist und einige verheißungsvolle Möglichkeiten beiseite lässt, kann man das Buch locker und flott lesen. Der Personenkreis ist überschaubar, den Verwicklungen, die weit in die Vergangenheit reichen, folgt man leicht. Kein Highlight der englischen Kriminalliteratur, aber gute Durchschnittskost.
Nur: Wer denkt sich bloß einen solchen absolut sinnlosen und hirnrissigen deutschen Titel aus, der mit dem Inhalt des Buches nicht im kleinsten Zusammenhang steht?