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5.0 von 5 Sternen
Sirischer Winter und ein vertuschter Mord, 6. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Dass du nicht mehr lebst. (Taschenbuch)
Inna ist Leiterin der Informationsabteilung in der sibirischen Provinzhauptstadt Bjelojarsk. Sie hat eine glänzende Karriere in den russischen Medien hinter sich. Sie spannt in einer Datscha aus, trifft dort einen Mann, mit dem sie einen One Night Stand hat und am Morgen klingelt das Handy. Der Gouverneur hat Selbstmord begangen.
Sie hat weder zu dem Gouverneur noch dessen Familie engere Kontakte. Umso verblüffender, dass ihr dessen Witwe am Grab zuflüstert, sie müsse sie am Abend treffen. Doch am Abend trifft Inna nur eine Leiche. Die Witwe wurde erschossen. Die Provinzverwaltung stellt es als Herzinfarkt dar. Und Inna befindet sich binnen kurzem in einem Gewirr von Intrigen und Machtkämpfen. Obendrein taucht auch noch ihr One-Night Stand auf und entpuppt sich als ein Oligarch, der nun auf den Gouverneursposten spekuliert.
Inna will eigentlich nur ihren Posten behalten und eine Wahnsinnskarriere machen. „Ihr Ex-Mann sollte davon erfahren, ihm sollte klar werden, was er dadurch verloren hatte, dass er sie, Inna, gegen eine andere eingetauscht hatte! Er sollte sich in die Faust beißen, den Kopf gegen die Wand schlagen, zum Mond jaulen vor Reue.".
Doch das ist längst nicht so einfach, wie sie dachte. Warum schanzt ihr der Vizegouverneur unsinnige, dafür aber kompromittierende Aufträge zu? Und was ist mit den Zeitungen, die ihr der tote Gouverneur übergeben wollte?
Tatjana Ustinowa hat eine furiose Geschichte geschrieben, mit einem außergewöhnlichen Plot, einer lebendigen Heldin und einem tiefen Blick in die russische Politik und Medienlandschaft. Eines der Bücher, das man nicht aus der Hand legen kann und gleichzeitig eine anschauliche Schilderung von Leben und Politik im postsowjetischen System. Und selbst das Umfeld wird von der Autorin so überzeugend dargestellt, dass ich den eiskalten Wind vom Jenissei heulen hörte und mir fast die Nase abfror.
Dass die Schlussszene etwas an den Haaren herbeigezerrt ist und nicht das Niveau des restlichen Textes halten kann, ändert nichts daran, dass es ein rundum gelungener Roman ist, spannend, lehrreich und nicht nur für Krimi-Fans erste Wahl.
Bleibt zu hoffen, dass bald auch weitere Romane der Autorin übersetzt werden.
(C) Hans Peter Roentgen
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wo ist der Unterschied?, 21. Februar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Dass du nicht mehr lebst. (Taschenbuch)
Dass du nicht mehr lebst ist ein ganz ordentlicher Krimi. Es gibt zwar keine Polizei, keinen Kommissar, keine Spurensicherung aber das braucht man ja auch nicht unbedingt, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Ustinowa hat sich eine nicht zu simple und nicht zu komplexe Story ausgedacht und den Ort der Handlung mitten nach Sibirien geschrieben. Es geht um einen toten Gouverneur und um den Krieg um seine Nachfolge, in den auch ein bisher nicht dort engagierter Oligarch eingreift. Die Hauptfigur war Pressechefin des Toten und hegt Zweifel an der offiziellen Selbstmordversion der Verwaltung. Schließlich wird quasi vor ihren Augen auch noch die Frau des Toten umgebracht und Inna beginnt mit eigenen Nachforschungen. Soweit ist alles in Ordnung, auch der Schluß bzw. die Aufösung ist einigermaßen gelungen. Es fehlt jedoch das spezifisch Russische. Die Autorin folgt Handlungszügen, die man mit kleinen Variationen auch nach USA, England oder Deutschland übertragen könnte. Dass dann Türen klemmen und es durchs Fenster zieht sind wichtige Details, die aber nicht ausreichen, um sich von der westlichen Krimiliteratur abzusetzen. Genau diese Chance ergreift Ustinowa nicht und daher gibt es für dieses Buch nur drei Sterne. Wer es etwas rusischer haben möchte, dem sei z.B. Daschkowa empfohlen.
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