Ian Rankins zweiter Roman über den melancholischen und eigenwilligen Kriminalisten John Rebus von 1990 führt seinen Protagonisten auf die dunkle Seite von Edinburgh - und auf die dunkle Seite der Gesellschaft. Der Fund eines toten Junkies, der an einen okkulten Ritualmord erinnert, führt Rebus in die feine High Society der Stadt, wo er auf eine schreckliche Verschwörung stößt.
Während der erste und der nachfolgende Rebus-Roman von Serienkillern handeln, stellt der Mord nur ein Vehikel für ein größeres gesellschaftliches Verbrechen dar. Das hat den Vorteil, dass der Leser viel über die Stadt Edinburgh und ihre Gesellschaft zwischen Slums und Salons erfährt. Andererseits bleibt eine stringente Handlung mit konstantem Spannungsaufbau zeitweise auf der Strecke. Das tut dem Wert des Romans aber keinen Abbruch, sondern gerade Stammleser der Rebuswerke erfahren wieder etwas mehr über einen der außergewöhnlichsten Kriminalisten unserer Zeit, der stets zwischen falschem Spießbürgertum, Gesellschaftskritik, Weltschmerz, Nostalgie, Hierarchiekämpfen, One Night Stands und Gewaltausbrüchen hin- und her schwankt.