Aus der Amazon.de-Redaktion
Manche Menschen können nicht einmal sich selbst glücklich machen. Andere wiederum kommen schon lachend auf die Welt. Wie der kleine Júbilo. Sein Talent ist es, glücklich zu sein -- und andere Menschen glücklich zu machen. Wie kein anderer kann er Zwischentöne hören, Missverständnisse mit leichter Hand verhindern und bei Streitigkeiten vermitteln. Was soll man mit dieser Begabung am Anfang des letzten Jahrhunderts werden? Genau: Telegrafist.
Denn Don Júbilo weiß besser als die meisten seiner Kunden, was diese eigentlich mitteilen wollen. Und durch eine Veränderung der Nachrichten um Nuancen kommen Júbilos Botschaften beim Empfänger so an, wie sie sollten -- ehrlicher, herzlicher, wirkungsvoller. Doch mit seinem Talent schafft sich der Telegrafist nicht nur Freunde. Und vor lauter Sorge um anderer Leute Glück verliert er den Draht zu dem Menschen, der ihm wirklich etwas bedeutet: zu seiner Frau Lucha.
Seit ihrem Erstling Bittersüße Schokolade, der auch mit Erfolg verfilmt wurde, gilt die Mexikanerin Laura Esquivel international als eine der bedeutendsten Stimmen Lateinamerikas. Ihr neuer Roman, Das zärtliche Alphabet des Don Júbilo, ist eine Geschichte über Verstehen und Missverstehen, über die Reichtümer und Risiken der zwischenmenschlichen Kommunikation und gleichzeitig eine liebevolle Hommage an ihren Vater, der ebenfalls Telegrafist war. "Ich habe den Roman mit dem Herzen geschrieben", sagt Laura Esquivel selbst über ihr Buch. Und mit dem Herzen sollte man es auch lesen. Zwar besitzt der Roman nicht den sinnlichen Reichtum von Esquivels Debütwerk, zwar droht er mitunter durch wechselnde Erzählperspektiven auseinander zu fallen, doch wieder sind darin genügend magische Momente verborgen, die das Lesen zum Genuss machen. --Beate Strobel
Audiobook-Rezensionen
Die Lebensgeschichte eines mit außergewöhnlicher Sensibilität und Sinnlichkeit gesegneten Mannes vor dem Hintergrund Mexikos im zwanzigsten Jahrhundert das ist der Stoff des neuen Romans von Laura Esquivel. Was der mexikanischen Autorin mit ihrem Welterfolg Schäumend wie heiße Schokolade, die Vorlage für den Liebenfilm Bittersüße Schokolade gelang, führt sie mit dieser Geschichte fort.
Bereits als kleiner Junge gelingt Júbilo, was bislang niemanden gelang: Seine Mutter, spanischer Herkunft, versöhnt sich mit seiner Großmutter, einer Maya. Neben seinem fröhlichen Temperament besitzt Jubilo eine seltene Begabung. Er kann bis in dies Seele der Menschen schauen, kann Unausgesprochenes hören und verborgene Energie wahrnehmen. Dass er Telegraphist wird, ist nur natürlich. Júbilo liebt seine Frau Lucha, die er sehr früh geheiratet hat, über alles. Am Anfang ihrer Ehe leidet sie als verwöhnte Tochter aus gutem Hause einzig und allein unter dem Geldmangel.
In bester lateinamerikanischer Erzähltradition erzählt Laura Esquivel eine Geschichte, die alles hat, was gutes Erzählen braucht: Echte, glaubwürdige Figuren, eine poetische, bildreiche Sprache und eine Story, in der das einzelne Leben, sinnlich und intensiv und deshalb einmalig ist. In der die Lebensgeschichten der Einzelnen in ein Größeres, in die Geschichte des Landes eingebettet sind. Laura Esquivel, 1950 in Mexiko geboren, gelang der Durchbruch mit ihrem Roman Schäumend wie heiße Schokolade. Das Buch wurde in 35 Sprachen übersetzt.
Joseline Gassen liest die zärtlich-poetische Geschichte. Sie ist Moderatorin im Rundfunk, arbeitet als Synchronsprecherin, Fernseh- und Theaterdarstellerin. Mit ihrer sinnlich-warmen Stimme führt sie uns durch drei Generationen mexikanischen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert. Die Mischung aus intensiven Gefühlen, sinnlichen Erleben, Unrecht und Leid scheint wie gemacht für sie. So oder so: Eine Lesung, die so sehr anrührt, dass man nicht unterbrechen will. Gekürzte Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 243 Minuten, 4 CD. Auch als MC erhältlich.
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