"Und schon wieder ein Wenderoman", wird manch einer mosern.
"Aber ein guter!", würde ich dem entgegnen.
"Das wird mein Jahr" erzählt die Geschichte des achtzehnjährigen Friedemann, der nach Abschluß seiner Berufsausbildung mit seinem Kumpel Andi und den beiden Freundinnen Anke und Katrin aus der Clique im Spätsommer 1989 nach Ungarn zum Zelten fährt. Andi und Katrin nutzen den Urlaub zur Flucht in den Westen. Weil Friedemann sich in Anke verliebt hat, kehrt er mit ihr in die DDR zurück. Doch ohne Vorankündigung setzt sich auch Anke kurze Zeit später mit ihren Eltern in die Bundesrepublik ab. Als im November 1989 die Grenze geöffnet wird, verläßt auch Friedemann die DDR in Richtung Stuttgart, wo sein Freund Andi eine Bleibe gefunden hat. Im Westen erlebt Friedemann aufregende Monate. So baut er in der Gärtnerei seines Arbeitgebers Cannabis an, wird zum Lover einer deutlich älteren Frau und letztendlich sogar zum Hausbesetzer. Und eines Tages trifft er zufällig auch Anke wieder...
"Das wird mein Jahr" ist keine Abrechnung mit der DDR, sondern schildert auf bisweilen nachdenkliche, zumeist amüsante Weise die Erfahrungen eines Achtzehnjährigen im "wilden" Westen. Beeindruckt hat mich hier am meisten die Sprache des Autors. So hat man nicht das Gefühl, der Roman sei von einem Vierzigjährigen, sondern vielmehr von einem Achtzehnjährigen geschrieben worden, was dem Buch viel Authentizität verleiht.
Wer die Thematik mag und auf kurzweilige Unterhaltung, durchaus nicht ohne Niveau aber auch nicht zu anspruchsvoll, steht, wird mit diesem Roman sehr gut bedient.