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Das wilde Kind
 
 

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Das wilde Kind [Audiobook] [Audio CD]

T.C. Boyle , Boris Aljinovic
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: ungekürzte Lesung (10. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386717542X
  • ISBN-13: 978-3867175425
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 539.731 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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T. C. Boyle
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier? Dieser Frage geht T.C. Boyle in seiner Erzählung Das wilde Kind nach, das die Geschichte des berühmten „Wolfskinds“ Victor von Aveyron aufgreift, das Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur in Frankreich für Aufsehen sorgte.

Jäger fanden den Jungen im Jahre 1797 in den Wäldern Südfrankreichs, wo er sich nackt und völlig verdreckt von Wurzeln und Nüssen ernährte. Er kann nicht sprechen, nur sehr selektiv hören und reagiert völlig unempfindlich auf Hitze und Kälte. Er wird einer Pariser Anstalt für Taubstumme übergeben, wo sich der junge Arzt Dr. Jean Itard seiner annimmt. Itard ist fasziniert von dem wilden Kind, das in völliger Isolierung ohne jegliche menschliche Erziehung aufgewachsen ist. Mit unendlich viel Geduld versucht er, Victor (wie er das Kind nennt) in einen zivilisierten Menschen zu formen. Aber ist das überhaupt möglich? Oder ist Victors Verhalten weniger kulturell als vielmehr biologisch bedingt?

Den Konflikt zwischen Zivilisation und Natur stellt T.C. Boyle in den Mittelpunkt seiner Erzählung, denn so erklärt der US-Autor: „Eines der Themen, die mich über Jahre hinweg beschäftigt haben, ist unser Verhältnis zur Natur, und daher war ich schon immer fasziniert von Geschichten, die vom animalischen Wesen des Menschen handeln.“ Boyle gelingt es, diese Faszination in seiner nicht einmal 100 Seiten umfassenden Erzählung auf den Leser zu übertragen. Eine packende Lektüre und ergreifende Studie über einen Grenzgänger und darüber, was es heißt, Mensch zu sein. -- Alexandra Plath -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Es macht Spaß, mit Aljinovic, der schon früheren Boyle-Gestalten seine Stimme lieh, zu staunen." (hörBücher )

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36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Wie ein Verlag mit einer durchschnittlichen Erzählung das schnelle Geld machen will ..., 20. Juni 2010
Von 
W. Öschelbrunn (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Zur besseren Einordnung meiner Rezension möchte ich zwei Anmerkungen vorwegschicken:

a) Ich bin ausgesprochener Fan der Romane von TC Boyle.

b) Ich bin Romanleser und kann mich nicht wirklich für Kurzgeschichten begeistern. Dass ich denoch "Das wilde Kind" von TC Boyle gekauft habe, lag vor allem am Autor und der Tatsache, dass die knapp 110 Seiten dieser Erzählung Romancharakter versprachen.

In "Das wilde Kind" erzählt TC Boyle von einer wahren Begebenheit: Victor von Aveyron hat es tatsächlich gegeben. Als sogenanntes Wolfskind wurde er im nachrevolutionären Frankreich des späten 18ten Jahrhunderts von Jägern in einem Wald entdeckt und wenig später gefangen. Nach diversen Fluchten wurde das völlig verwilderte Kind schließlich in einer Anstalt zur Erziehung taubstummer Kinder untergebracht, wo sich der Arzt Itard mehrere Jahre der "Zivilisierung" des Kindes widmete. TC Boyle schmückt diese realen Begebenheiten, die im Detail bei Wikipedia nachzulesen wären, in seinem typisch spöttischen Stil aus, ohne die Tragik des victorschen Lebens zu unterschlagen.

Wie es im Wesen der Erzählung (im Gegensatz zum Roman) liegt, bleibt nicht genug Raum, um die handelnden Figuren (jenseits von Victor) im Detail zu entwickeln. "Das wilde Kind" ist eine gut lesbare Erzählung, die aber eigentlich nicht die Tiefe und Bedeutung hat, um ein eigenes Buch zu rechtfertigen. Und genau in dieser Erkenntnis liegt die Wurzel meiner Verärgerung über dieses Buch.

"Das wilde Kind" ist die Titelerzählung aus TC Boyles neuestem amerikanischen Erzählband "The wild child". Im Unterschied zur deutschen Ausgabe im Hanserverlag, umfaßt die US-Ausgabe aber eine Sammlung von Erzählungen (~300 Seiten) und nicht nur die Titelgeschichte. Die Begründung für diese Diskrepanz findet sich auf Seite 4 der Hanser-Ausgabe: "Die Übersetzung der restlichen Erzählung ist in Vorbereitung". Hat hier etwa ein renommierter Verlag das schnelle Geld gewittert und daher die vollständige Übersetzung eines Erzählbandes nicht abwarten wollen und stattdessen mit der Veröffentlichung einer Einzelerzählung den kommerziellen Erfolg dieses Autors maximal ausschlachten wollen?
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mit einer Narbe am Hals, 12. Februar 2010
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Einige Männer aus Laucane haben ihn zuerst zu Gesicht bekommen, mit ihrer Beute auf dem Rückweg von der Jagd. Dreizehn Jahre war er alt, als er sich schließlich in die Fänge der Gesellschaft verirrt hatte. Gehetzt, gefangen, eingesperrt wie ein Tier, doch das Gesicht hinter dem Wulst aus Haaren, verriet menschliche Gestalt. Er schlief auf hartem Grund, ernährte sich von Bucheckern, Eicheln und Wurzeln, verspeiste Kartoffel roh und macht keine Halt vor Kröten, die er ohne zu Zögern in einem Satz verschlang. Als kleiner Junge vom familiären Mittagstisch verstoßen, ist er mit einer Narbe am Hals seiner Stiefmutter großen Dank verpflichtet, die es nicht übers Herz brachte, dem Jungen die Kehle durchzuschneiden und ihn stattdessen im Wald verloren wusste. Bald ist er die große Attraktion von Paris 1799. Seiner moralischen Unzivilisiertheit wegen, fühlte sich nun der Klerus verantwortlich für das gottlose Wesen ohne Seele.

T.C.Boyle beschreibt in dieser bestechend nüchternen Erzählung die Zivilisierung eines ausgestoßenen Kindes nach Ansichten und Methoden einer Zeit anderer Moralvorstellungen - und dennoch ist diese Geschichte nicht so fern, wie das Jahr 1799. Unvorstellbar eindringlich ist die trockene Berichterstattung, trifft einerseits die Ader maßloser Bestürzung und Betroffenheit und schürt andererseits einen Ekel, eine Abscheu mit Seltenheitswert.

Keine typischen Boyle'schen Charaktere, wohl aber seine ureigenen Elemente von Realitäten, die einem das Hinsehen nicht einfach gestalten. Unbeschreiblich nachhaltig, eindrucksvoll und in nur wenigen schlichten Worten auf den Punkt gebracht!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ist es gefährlich?, 5. Februar 2010
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Es ist ein alter Satz von mir - das wichtigste erlebt der Mensch vor seinem 15. Lebensjahr.

Hermann Hesse

Was passiert mit einem Menschen, der als Kleinkind einen Mordversuch überlebt und für Jahre im Wald sich selbst überlassen bleibt? Ist der Mensch von Natur aus "gut" und lebensfähig, oder ist er geprägt von Zuwendung, Erziehung, von der Vermittlung von Werten und in der Summe derjenige, welcher frühkindliche Prägung in Verbindung mit individuellen Anlagen werden ließ?

T. C. Boyle nimmt sich in der Novelle "Das wilde Kind" fiktionalisiert einer vielleicht wahren Begebenheit an. Im Jahr 1797 fangen Jäger in einem französischen Waldgebiet ein kleines, nacktes Kind, das kaum menschliche Verhaltensweisen besitzt. Es ist ein unter zehn Jahre altes Wesen, das völlig sich selbst überlassen das Leben eines kleinen Tiers in der freien Natur fristet. Es ernährt sich von den Früchten des Waldes, von kleinem Getier und von rohen Kartoffeln, die es auf entlegenen Äckern findet. Fast alles Menschliche ist ihm fremd. Seine Sinne sind ausschließlich auf das Befriedigen momentaner Bedürfnisse ausgerichtet. Schlafen, trinken, fressen, fressen vor allem, was sich später bei ihm zur Obsession entwickeln wird. Hitze und Kälte spürt es kaum, Kleidung und den Aufenthalt in Häusern hasst es. Die sensationelle Entdeckung spricht sich herum, und nachdem sich das kleine Wesen noch mehrmals der Zivilisation entziehen kann, wird es für lange Zeit der Obhut eines jungen Pariser Arztes überlassen, der äußerst engagiert mit Liebe, aber vor allem mit unnachgiebiger Strenge versucht, "Victor" elementare menschliche Verhaltensweisen und Fähigkeiten beizubringen. Davon überzeugt, dass der Junge kein Idiot ist, verknüpft er seine berufliche Reputation mit dem Erfolg der Sozialisierung des Kindes. Ein dorniger Weg, der viele Rückschläge bereithält und am Ende nur zu mäßigen Erfolgen führt. Mit Einsetzen der Pubertät beim "Wolfskind", das niemals den Trost kannte, Teil einer Wolfsmeute zu sein, nehmen die Schwierigkeiten noch einmal erheblich zu. Da der Junge weder Moral noch Scham kennt, bleiben Übergriffe nicht aus. Er muss das kirchlich geführte Heim für taubstumme Kinder verlassen und fortan in sehr bescheidenen Verhältnissen beim ehemaligen Hausmeisterehepaar leben. Die einfachen Leute meinen es gut mit Victor. Aber es ist zu spät für Eltern, zu spät für ein zivilisiertes Leben. In dem Jungen ist eine Barriere, die weder er noch andere überwinden können. Der Arzt, der lange Zeit sein engagierter Lehrer war und der doch noch bescheidene Berühmtheit erlangte, wird ihn schließlich auch aufgeben und versuchen zu vergessen.

Mythen über "wilde Kinder" gibt es in fast allen Kulturen. Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, dass ein kleines Kind ohne die frühe Zuwendung von Seinesgleichen nicht lange überleben kann. Die Entbehrung menschlichen Umgangs kann kein besonders ungebundenes und autonomes Wesen hervorbringen, sondern ein in vieler Hinsicht tief und dauerhaft behindertes und verstörtes Wesen, unabhängig von der genetisch vorgegebenen Intelligenz. Irgendwann ist der Zeitpunkt des Zugriffs auf angelegte Fähigkeiten verpasst. Verknüpfungen sind nicht mehr möglich. Deshalb sehen Fachleute auch den berühmtesten Fall eines "wilden Kindes", Kaspar Hauser, äußerst skeptisch. T. C. Boyle hat sich in seiner Erzählung, so weit ich das als Laie beurteilen kann, nah an den aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaft gehalten. Ein "Happyend" gibt es also nicht. Aber eine interessante, außergewöhnliche Geschichte auf gewohnt hohem T. C. Boyle-Niveau.

Helga Kurz

5. Februar 2010
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