Nach dem furiosen Debütalbum "Vierzehnundeinviertel Jahr" und der nahezu eben so gelungenen Dublette "Francois Villon" wirkt "Das Wilde Herz" allenfalls wie ein dritter Aufguss. Mit 36 Minuten ist das Album für denjenigen recht kurz geraten, der sich für die vorgenannten Villonvertonungen begeistern kann. Allerdings wirken dabei einige Stücke immer noch auf "künstliche Länge" getrimmt, zäh und lange nicht mehr so authentisch wie gewohnt. Dieses Mal sind die 36 Minuten schon fast zu lang. Die gewohnte Symbiose zwischen Text und Vertonung stimmt einfach nicht mehr. Redl ist als Texter eben kein Villon. Die Verwendung überladener prosaischer Formulierungen überzeugt nicht und wirkt an verschiedenen Stellen sehr ernüchternd. Musikalisch zeigen die Ougenweide-Veteranen zwar wieder, dass sie viele Instrumente beherrschen, aber dass sie Redl's Schwächen als Texter und leider auch dieses Mal als Sprechsänger damit allein nicht überdecken können.