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Das weisse Buch (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Rafael Horzon
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 20. September 2010 --  
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Kurzbeschreibung

20. September 2010 suhrkamp taschenbuch (Buch 4226)
Rafael Horzon – Möbelmagnat, Originalgenie und Apfelkuchentycoon. Als Student und Paketfahrer gescheitert, baute er über Jahre hinweg das modocom-Imperium auf: Modelabel, Partnertrennungsagentur, Nachtklub, Fachgeschäft für Apfelkuchenhandel – eine bahnbrechende Idee jagte die nächste, und jedes Projekt sorgte für enormes Aufsehen: Mit einem Föhn begeisterte er die Kunstwelt, mit der Kopfkrawatte revolutionierte er die Welt der Mode und schaffte es, mit der Erfindung des perfekten Buchregals einen schwedischen Möbeldiscounter vollständig vom Markt zu verdrängen. Auf dem Höhepunkt seines an Ereignissen nicht armen Lebens hält er inne und blickt zurück. Und siehe da: Horzon erweist sich auch noch als überaus charmanter und intelligenter Erzähler seiner selbst.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 218 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (20. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518462261
  • ISBN-13: 978-3518462263
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 140.459 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Regalhändler das lustigste Buch über Mitte schreiben würde? Der Mann heißt Rafael Horzon, sein Schelmenroman Das Weisse Buch

(Volker Weidermann Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»Aus der Chronik seiner verschiedenen Ideen und Flops macht Horzon mit gezielter Münchhausenscher Übertreibung in hochstaplerischen fiktionalen Passagen einen Entwicklungsroman, der sich permanent selbst auf die Schippe nimmt. ... Auch sonst gibt es noch einiges zu lachen in diesem vor Einfällen sprühenden Werk.«

(Jan Wiele Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Horzon ist ein Kunststück gelungen.«

(Philipp Haibach Die Welt )

»Dass Das weisse Buch dabei auch noch derart leichtfüßig und kurzweilig geraten und von einem geradezu magischen Schimmer leiser Selbstironie erfüllt ist, macht es mit Sicherheit zu einem der erfreulichsten Bücher des Herbstes.«

(Sebastian Hammelehle Die Welt )

»So ist Das weisse Buch nicht nur ein sehr gutes, hochromantisches Berlin-Buch, sondern auch ein sehr gutes Deutschland-Buch, in dem zu lesen ist, wie sich jemand immer wieder an den DIN-Normen, Vorschriften und Hässlichkeiten des Landes den Kopf anhaut und trotzdem nicht aufhört, dagegen anzurennen, auch wenn er zwischendurch viel weinen muss. Ideen haben viele Menschen, aber Ideen, die ewig im Kopf bleiben, sterben auch dort. In Horzons Welt leben sie, und das ist befreiend und ansteckend, wie ein süßer Virus.«

(Marc Fischer Welt am Sonntag )

»Geschrieben mit Anklängen an den Schelmenroman des 19. Jahrhunderts, ist das äußerst komisch – zumal Horzon sein eigenes Leben aufschreibt. ... Das ist Kunst, manchmal grosse Kunst.«

(Tobias Rapp Der Spiegel )

»Das Weiße Buch ist ein Bildungsroman voller lateinischer Zitate, der sich über Bildungsromane lustig macht, aber mit fast religiösem Eifer an die Pflicht zur Selbsterfindung glaubt. Das macht dieses Buch so sympathisch und wahr.«

(Ulrich Gutmair Die Tageszeitung )

»Die Rechenschaft, die Rafael Horzon in Das weisse Buch ablegt, ist so ziemlich das Amüsanteste und Schrägste, was man in letzter Zeit zu lesen bekommen hat.«

(Wiebke Porombka spex, Magazin für Popkultur )

»Endlich mal wieder ein Buch, nach dessen Lektüre das ganze Leben leichter wirkt. Dazu noch ein Sachbuch. Oder ist es doch ein Roman? Eine Autobiographie? Egal, jedenfalls blickt man sich nach der Lektüre verwundert im eigenen Alltag um und versteht für einen Moment lang gar nicht, warum man sich die ganze Zeit derart viele Sorgen macht.«

(Alex Rühle Süddeutsche Zeitung )

»Horzons Spiel mit dem Zweifel ist das Hauptmotiv seines Buches und auch seines Lebens. Dieser Zweifel macht den Reiz des Horzon’schen Schaffen aus.«

(Dennis Grabowsky Der Tagesspiegel )

»Das weisse Buch ist ein komödiantischer Entwicklungsroman, ein zeitgenössischer Schelmenroman, der mit seinen vielen Lateinzitaten an Eichendorffs Leben eines Taugenichts erinnert, und es ist der Gesellschaftsroman einer Berliner Szene. Man kann diesen Roman auch als ästhetisch ernste Angelegenheit betrachten: als einen Versuch, Kunst und Leben in Deckung zu bringen, so wie das die Avantgarden der frühen Moderne auch versuchten. Und man kann den Bewohner des Raumschiffs Berlin-Mitte Rafael Horzon als eine Art lebende Konzeptkunst betrachten, den von vielen seiner Mitbürger erstaunliche und bewundernswerte Sorglosigkeit unterscheidet.«

(Ursula März Deutschlandradio Kultur )

»Was sich wie eine Persiflage auf ökonomische Selbstvermarktungsterror liest, ist gleichzeitig auch eine Geschichte der Durchgentrifizierung von Berlin-Mitte.«

(Christof Meueler junge Welt )

Über den Autor

Rafael Horzon, 1970 in Hamburg geboren, studierte Philosophie, Latein, Physik und Komparatistik in Paris, München und Berlin, bevor er sich 1995 zum Paketfahrer der Deutschen Post ausbilden ließ. Ab 1996 Gründung zahlreicher Unternehmen, wie der Galerie Berlintokyo, der Wissenschaftsakademie Berlin, des Möbelhauses Moebel Horzon, des Modelabels Gelée Royale und eines Fachgeschäfts für Apfelkuchenhandel. Rafael Horzon lebt und arbeitet in Berlin.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lach und Sachgeschichten 17. November 2010
Format:Taschenbuch
Im Eliteinternat Schloss Salem am Bodensee gab es, so erzählt man sich, vor Jahren einmal eine ziemlich perfide Art und Weise, Neuankömmlinge zu foppen. Jeder Jahrgang traf untereinander die Vereinbarung, alles, was man sich untereinander erzählt, entweder durchweg wortwörtlich oder ironisch zu verstehen. Wenn man also als Neuer in eine Klasse kam, hatte man zunächst nicht die geringste Ahnung, ob entscheidende Feststellungen wie "Dieunddie Band ist supercool" eben genau das bedeuten, oder aber das exakte Gegenteil. Wer sich nicht zum kompletten Deppen machen wollte, tat gut daran, möglichst zügig den Sprachcode seiner Mitschüler zu entschlüsseln und selbst zu verinnerlichen.

Es ist nicht besonders schwer, sich vorzustellen, dass auch Rafael Horzon, wie seine Schriftstellerfreunde Christian Kracht oder Moritz von Uslar, in Salem zur Schule ging. Der Berliner Designer, Künstler und Unternehmer liebt es, sich als Dandy zu inszenieren, ist fantastisch vernetzt und vor allem: er vermag es, so virtuos zwischen Ironie und Ernst zu wechseln, dass man annehmen könnte, er würde schon seit Schulzeiten daran üben. So gibt er als Leiter einer sogenannten "Wissenschaftsakademie" selbstgebastelte Diplome aus, schafft es aber gleichzeitig, renommierte Dozenten einzuladen. Oder gründet als "Möbelunternehmer" eine Firma mit nur einem Produkt (Slogan: "Jetzt noch weniger Auswahl!"), behauptet größenwahnsinnig, IKEA damit vom Markt zu verdrängen, verkauft aber tatsächlich eine ansehnliche Stückzahl.

Diese sehr spezielle Mischung aus lässiger Hochstapelei und zielstrebigem Schaffensdrang hat Rafael Horzon so stadtbekannt und einflussreich gemacht, dass nun selbst der Suhrkamp Verlag nicht widerstehen konnte, ihn bei seinem allerneusten Projekt tätlich zu unterstützen: der Veröffentlichung seiner Lebensgeschichte als "Sachbuch", unter anderem erhältlich in einer eigens dafür eröffneten "Sach- und Fachbuchhandlung", die, man ahnt es, ausschließlich dieses eine Buch im Angebot hat.

Und so ist "Das weisse Buch" zunächst einmal ein grandios inszenierter Fake und die angeblich wahrheitsgetreue Wiedergabe der Erlebnisse des Autors ein liebevoll ausgearbeiteter Schelmenroman mit münchhausenschem Lügenpotential. Der Erzähler, Ex-Lieblingsschüler von Derrida, stolpert durch die Welt und vor allem durch Berlin, lernt dort ausnahmslos Maler, Designer, Musiker, Galeristen und Schriftsteller kennen, die entweder schon berühmt sind oder gerade auf dem Weg es zu werden, segelt im Urlaub mit einem Ruderboot von Nizza nach Cannes und verkauft es dort als Yacht und wird in regelmäßigen Abständen von einer hässlichen Georgischen Wahrsagerin heimgesucht, die sich in sein Leben morpht wie die Agenten in die Matrix.

Das ist wunderbar flüssig und stilsicher geschrieben, mit feinem Sinn für Humor und Liebe zu kleinen, wunderbar grotesken Miniaturen. "Wochenlang ernährte ich mich aus Geldnot zur von Eiweisspulver und Haferflocken, die ich, um teures Wasser zu sparen, trocken miteinander vermengte und einatmete." Man könnte das "weisse Buch" mit seinem schicken vollkommen weißen Cover nun also locker auf dem Coachtisch drapieren und Freunden bei Gelegenheit enthusiastisch und mit Lachtränen in den Augen die besten Szenen rezitieren.

Doch wirklich interessant wird das Buch erst, wenn man es tatsächlich als "Sachbuch" liest, zum Beispiel als Zeitdokument einer wunderlichen Karriere, die man so vielleicht nur in Berlin Mitte der letzten fünfzehn Jahre hätte machen können. Denn hinter all den genialen Flunkereien stecken dann doch erstaunlich viele Fakten und man würde sich wundern, wie viele der vermeintlichen Hochstapeleien sich als erstaunlich konsequent durchgezogene Projekte entpuppen, wenn man nur parallel zur Lektüre ein bisschen herumgoogelt. Rafael Horzon gründet eine deutsch-japanische Fake-Galerie, um den Kunstbetrieb zu foppen und wird dann doch zur Documenta eingeladen? Stimmt tatsächlich. Rafael Horzon verpflichtet reihenweise "Praktikanten" für seine Projekte, die Jahre später zu gefeierten Künstlerstars aufsteigen? Stimmt auch. Rafael Horzon lässt sich von Schriftsteller Christian Kracht dabei helfen, die in seinem Möbelladen bestellten Regale an Kunden zu liefern? Ist nicht erfunden.

Die wunderliche Entlarvung des Lügenromans als, wenigstens zum Teil, geschickt fikionalisierte aber wirklich erlebte Geschichte ist das eine. Doch auch in einem anderen Sinn macht "Das weisse Buch" als "Sachbuch" eine ganz gute Figur. Denn Horzon genügt sich nicht einfach darin zu beschreiben, sondern liefert eine überraschend elaborierte Theorie dafür, was von all seinen Aktionen denn eigentlich zu halten sei. "Interessante Dinge tun, die keine Kunst sind", lautet das Credo einer von ihm angestrebten Theorie der "Neuen Wirklichkeit", die im Buch oft und gerne herbeizitiert wird. Das klingt nach wirrem Scientologie-Sprech, ist aber im Grunde einfach eine ziemlich clevere Umschreibung dessen, was jede künstlerische Avantgarde der letzten hundert Jahre umtreibt: Die Aufhebung der Kunst in Lebenspraxis. Oder in Horzons Worten: "...deshalb ist natürlich alles, was ein Mensch zu Kunst erklärt, auch tatsächlich Kunst. Aber genauso gut ist alles, was ein Mensch nicht zu Kunst erklärt, keine Kunst. Und wenn ich diesen Möbelladen nun nicht zu Kunst erkläre, sondern zu einem Möbelladen, dann ist er natürlich auch keine Kunst, sondern ein Möbelladen."

Es scheint so, als ob Horzon seinen Projekten gerade durch den Kniff des behauptetes Nicht-Kunst-Seins den notwendigen Drive geben will, um überhaupt noch als interessante Aktionen wahrgenommen zu werden. Wohlgemerkt in einer Stadt wie Berlin, die sich mittlerweile regelrecht überflutet ist von Künstlern und derem leider oft belanglosem Output.

Darüberhinaus spricht eigentlich nichts dagegen, den allen seinen bisherigen Unternehmungen zugrundeliegenden Willen zur Verschönerung der Welt zur Abwechslung einmal richtig ernst zu nehmen. Vielleicht nicht gerade in Form seiner Firma "Belfas", die Holzelemente für die Einheitsverschalung sämtlicher Berliner Hausfassaden herstellt. Vielleicht auch nicht unbedingt in Bezug auf "Redesigndeutschland", eines Horzon Projektes zur Neugestaltung aller Lebensbereiche ("Die Sprache. Die Zeit. Die Kleidung. Die Nahrung. Die Währung. Die Gesellschaftsform."). Sondern eher in Sinne jener ungeheuer charmanten, geistreichen und heilsam selbstironischen Art und Weise, wie der Held im "weissen Buch" durchs Leben spaziert.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verrückte Ideen am Band 5. Oktober 2010
Von Charlene liest VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Inhalt:
Nach der Information des Verlags soll es sich hier um die Biographie des Autors handeln. Das mag auf der einen Seite zutreffen. Auf der anderen Seite handelt es sich aber gleichzeitig um die Schaffung eines kleinen (Kunst)Werkes, das in eine seltsame Gedankenwelt entführt. Horzon erzählt von seinen vielen Ideen, die den meisten Menschen wohl kurios erscheinen. Er gründet die Galerie berlintokyo und stellt dort 'Kunstwerke' nicht existierender Japanischer Künstler aus. Er baut ein Bücherregal, das das Billy-Regal vom Markt verdrängen soll. Danach ruft er eine Wissenschafts-akademie ins Leben, die für das Hören eins Vortrags Scheine ausstellt. Nach nur vier Besuchen erhalten die Studenten ihr Diplom. Ein Vortragsthema lautete zum Beispiel: 'Musikarchitektur, Stil und Selbstironie im audiovisuellen Oeuvre der Pet Shop Boys'. Viele weitere erfolgreiche und erfolglose Geschäftsideen folgten.
Was aber alle Ideen gemeinsam hatten, ist der Glaube Horzons mit ihnen Geld verdienen zu können. Er ist ein Beispiel dafür, dass man, wenn man an Projekt glaubt und sie nur richtig vermarktet, oftmals Erfolg haben kann. Aber auch ein Rückschlag lässt ihn nicht generell an seinen Ideen zweifeln.
Zudem ist sein Buch eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Personen des Berliner Kulturlebens seit Beginn der 90er Jahre. Eine Vielzahl bekannter Designer, Autoren und Musiker tauchen in dem Text auf. Ihre Beziehungen zum Autor werden dargelegt und geben ein wunderbares Bild der Horzonschen Lebenswelt. Ob diese der Realität entspricht oder nicht, lässt sich nicht nachvollziehen.

Stil und Sprache:
Man sollte sich schon vor dem Lesen klar darüber sein, dass es sich hier nicht um eine normale Biographie und schon gar nicht um ein gut einzuordnendes Werk handelt. Die Sprache ist zwar einfach und klar und fördert damit einen guten Lesefluss. Man darf aber nicht ständig nachdenken, ob die Geschehnisse jetzt der Wirklichkeit entsprechen. Werden Träume oder wahre Erlebnisse beschrieben? Die klare Beantwortung der Frage ist unmöglich. Von dem Autor wird man die eine Wahrheit nie erfahren. Aber gibt es diese überhaupt? Jeder Leser wird die Beschreibungen anders interpretieren und werten. Gerade dieses innerliche Beschäftigen wird durch den Stil gefördert. Nüchterne Beschreibungen wechseln sich mit sonderbaren Begegnungen ab. Und alltägliche Handlungen bekommen einen surrealen Anstrich. Immer wieder steht auch die Frage im Raum was Kunst ist. Wie wird festgesetzt welchen monetären Wert ein Kunstwerk hat? Reicht der Name aus oder geht es wirklich um das Produkt?
Einigen Lesern mag dies zu anstrengend sein. Andere werden verwirrt sein. Befreit man sich aber von der Haltung eine Biographie oder einen Roman zu lesen, bilden Sprache, Stil und Geschichte eine fantastische Einheit, die lediglich durch die konsequente Nutzung von ss statt ß einen kleinen Riss erhält.

Fazit:
Für mich handelt es sich um ein sehr amüsantes Werk mit versteckten Hinweisen, philosophischen Aspekten und gesellschaftskritischen Fragen. Die wichtigsten Dinge stehen zwischen den Zeilen sind sind einer Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten unterworfen. Dies lässt auch die Frage zu, ob es sich bei diesem Buch nicht selbst um ein Kunstwerk handelt, das eigentlich keines sein soll. Oder ob nur ein Kunstwerk durch den Leser und seine Beurteilung entsteht.
Für aufgeschlossene Leser ist das Buch zu empfehlen.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fiona
Format:Taschenbuch
Rein äußerlich betrachtet macht 'Das weisse Buch' von Rafael Horzon schon mal Spaß. Es ist, in der Tat, völlig weiß, geschützt von einem weißen Schutzumschlag, auf dem durch ausgestanzte Löcher der Titel erscheint.

Der Umschlagtext bringt dem Leser in Kurzform die Tätigkeiten des Autors nahe und am Ende heißt es ' Rafael Horzon erweist sich auch noch als überaus charmanter und intelligenter Erzähler.' Dieser kleine Satz hilft bei der Einordnung dieses Buches, das sich wie ich annehme ganz bewusst gegen eine Einordnung in eine literarische Gattung wehrt. Aber wie oben erwähnt macht Herr Horzon Folgendes: Er erzählt uns eine Geschichte, die sich an seinem Leben orientiert. Man sollte aber nicht mit der Erwartungshaltung an die Lektüre gehen, eine Biographie zu lesen, dann wird sich der Leser schnell verschaukelt fühlen.

Der Leser begleitet Rafael Horzon auf eine aberwitzige Reise und wird Zeuge sehr, sagen wir, innovativer Unternehmensgründungen wie z.B. der Galerie 'Berlintokyo', der Wissenschaftsakademie Berlin, eines Apfelkuchenversands, einer Modefirma, die die 'Kopfkrawatte' erfindet und neben vielen weiteren auch von 'Moebel Horzon', der wohl erfolgreichsten Firma des Autors.

Die zentrale Frage bei der Gründung der Galerie 'Berlintokyo' war: 'Reicht es wirklich aus, Dinge in eine Galerie zu stellen, damit sie Kunst werden?'. Diese Frage geht meiner Meinung nach Hand in Hand mit einem anderen Hauptanliegen des Autors. Rafael Horzons Fokus liegt darauf, dem Leser zu zeigen, wie wichtig es ist, Dinge zu hinterfragen. Damit ist sicher auch gemeint, ob wir etwas als 'Kunst' anerkennen, nur weil es jemand so genannt hat.

Aber sicherlich auch das, was der deutschen Gesellschaft so gerne nachgesagt wird, dass wir alles akzeptieren und nicht hinterfragen, wenn es einen offiziellen Charakter hat und amtlich gesiegelt ist. Dem Leser wird dieses sehr schön in einer Episode des Buches verdeutlicht, in der Horzon in einen gefüllten Seminarraum einer Universität geht und ohne behelligt zu werden einen Overhead-Projektor mitnehmen, oder auch entwenden, kann, da er sich so verhält, als ob es ganz selbstverständlich sei und er die Berechtigung dazu hätte.

Wenn die Menschen diese Angewohnheit oder auch Faulheit ablegen würden und lernten Dinge zu hinterfragen, wäre das erreicht was Horzon die 'Neue Wirklichkeit' nennt.

Lange habe ich überlegt wie ich dieses Buch bewerten soll und bin letztendlich zu 3 Punkten gekommen. Nun darf man berechtigterweise fragen: Warum? Das hört sich doch bisher alles sehr gut an? Tut es auch und ist es auch.

Allerdings gibt es zum einem stilistische Schwächen, die ich bemängeln möchte. Das Buch ist zum größten Teil aus der Ich-Erzählperspektive geschrieben, gegen Ende finden sich allerdings Einschübe, in denen der Autor über sich selbst als 'er' spricht, deren Sinn sich mir entzieht. (Man möge mich aufklären.)

Zum anderen ist das Buch in seinem Aufbau nicht symmetrisch, dabei sagt der Autor selbst in seinem Buch, dass 'jeder Mensch instinktiv alles liebt, was symmetrisch ist.'. Zu Beginn widmet sich Rafael Horzon jeder Firmenidee sehr ausführlich: Von der Geburt des Gedanken, über die Ausführung, bis hin zum Scheitern. Die letzten und auch neusten seiner Unternehmen werden allerdings auf wenigen Seiten in notizartiger Tagebuchform abgehandelt, was mir etwas zu abrupt ist.

Weiterhin kommen das Buch und ich wohl nicht vollständig zusammen, da einfach sehr unterschiedliche Lebensformen aufeinander treffen. Ich könnte und wollte nicht semesterlang auf Kosten meiner Eltern studieren, ohne am Ende zu einem Ergebnis zu kommen. Ich könnte es mir nicht erlauben 'auf gut Glück' ein Unternehmen zu gründen und es verkraften, wenn es ein finanzielles Desaster wird. Manche Handlungen des Buches sind mir auch einfach zu skurril, ich bin mir aber sehr wohl bewusst, dass es einfach Geschmackssache ist und andere sich darüber köstlich amüsieren würden.

Leuten, die sich für Gesellschaftstheorien interessieren, die Interesse an Philosophie haben, die von Berlin-Mitte und den dortigen Persönlichkeiten fasziniert sind und die dann vielleicht noch auf aberwitzigen Humor stehen lege ich dieses Buch, mit seiner Botschaft, die ich nochmals gutheißen möchte, ans Herz.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen sehr gut
sehr gut, schöne Grafik, informativer Inhalt, gute Bindung, angemessener Preis, kommt zur richtigen Zeit, kann ich bestens weiterempfehlen, Kauf-Tipp, prima
Vor 2 Monaten von Scharabi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Grandios!
War eine super Urlaubslektüre. Mein nächstes Ziel ist Berlin, den Laden gibt es nämlich wirklich! Sehr unterhaltsam und super Diskussionsgrundlage!
Vor 4 Monaten von Regina Diemer veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Kein Kauf!
Flache Sprache, belangloser Inhalt: Hände weg! Das Leben ist zu kurz, um schlechte Bücher zu lesen. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Marcella Schmidt veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Super
Schnelle Lieferung Klasse tolle Erzählung keine Langeweile sehr fesselnd
sehr empfehlenswert das Buch sollte man lesen oder auch weit3er verschenken
Vor 16 Monaten von weisbecker veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Zeit totschlagen
Wer nix zu sagen hat außer aus flachen (Tag-)träumen in einer flachen Sprache
ins Lateinische zu flüchten (Angeber) sollte das Schreiben lassen. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von KaStoll veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen redesign?!
gelest und versteht.
in redelatein übersetzt und in china publiziert.
der verlag war sofort begeistert! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Februar 2011 von theo
1.0 von 5 Sternen Pennälerlatein
Der Erzähler, d.h. zuweilen ganz einfach der Autor, berichtet aus seinem Leben, schreibt nach Schema F mit vielen Adjektiven, Namedropping, Markennnamen, zeigt, dass er Latein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Februar 2011 von Trendsetter
2.0 von 5 Sternen Wir scheitern immer schöner
Meistens weiß ich schon auf den ersten Seiten, ob mir ein Buch gefällt, ob es ein "Das muss ich allen die ich kenne empfehlen! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Januar 2011 von verdachtsmoment
4.0 von 5 Sternen Flottes Buch mit ernstem Thema
Wer es noch nicht wußte, erfährt es bei der Lektüre. Innovation darf nicht mit Ideenvielfalt verwechselt werden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2010 von The Nice Company
5.0 von 5 Sternen love it
Von der ersten Seite bis zur letztes Seite ein sehr großes Lesevergnügen. Es gibt tatsächlich ein Berlin!
Veröffentlicht am 20. Oktober 2010 von Pink
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