Der Autor Jack Kornfield ist promovierter Psychologe und Psychotherapeut und er ist gleichzeitig buddhistischer Mönch in Asien. Er erklärt in diesem Buch 24 buddhistische Prinzipien und vergleicht diese mit der westlichen Psychologie insbesondere mit den Gedanken von C.G. Jung und Freud.
Seine persönlichen Erfahrungen und viele Geschichten aus dem Leben läßt er mit in das Buch einfließen, so wird dieses Buch ein sehr verständlicher und interessanter persönlicher Ratgeber. Er sieht die 24 Leitgedanken als "innere Waschstraße" an, als ein gelungenes psychologisches Konzept um sein Bewußtsein, seine Achtsamkeit und seine Güte hin zu einem vollständigen Erwachen zu führen. Dabei zeigt er dem Leser wer man hinter all unseren Rollenbildern wirklich ist.
Er vergleicht den Geist mit einem Fernseher mit hunderten von Kanälen. "Welchen Kanal schalten Sie ein?" fragt er den Leser.
Lesenswert sind dann seine Ausführungen zu dem was Achtsamkeit bewirken kann und wie man lernt unsere eigenen Geisteszustände gewahr zu werden, ohne uns in ihnen zu verstricken.
"Achtsamkeit ist nichts anderes als Aufmerksamkeit. Eine Haltung des Gewahrseins voller Respekt und frei von Wertungen. Unglücklicherweise leben wir meist nicht so. Stattdessen reagieren wir und bewerten sofort, ob wir etwas mögen oder nicht mögen."(S.141)
Immer wieder geht der Autor in dem Buch auch auf einige praktische Übung ein (Praxisübung: Versuchen Sie einfach mal das Bewußtsein anzuhalten...).
Hilfreich fand ich seine Ausführungen wie man die Wurzeln des Leides umwandelt und wie man so zur wirklichen Freiheit, also in den Zustand des Gleichmuts und des echten Mitgefühls (ohne Co-Abhängigkeit) gelangt. Das Buch endet mit dem Kapitel was das Weise Herz verkörpert.
Fazit: Ein lesenswertes Buch.
Humorvolle oder weise Zitate aus dem Buch:
"Leben heißt, den Gürtel festschnallen und ausschauen nach Schwierigkeiten." (Aus dem Film Alexis Sorbas)
"Wir alle tragen das Exil in uns, unsere Verbrechen, unsere Schandtaten. Unsere Aufgabe ist es, sie nicht auf die Welt loszulassen, sondern daraus uns selbst und andere hervorgehen zu lassen." (Albert Camus)
"C.G Jung stellte einmal die Frage, ob der Feind der geliebt werden müsse, nicht wir selbst seien."
"Wer ist dein Feind? Der Geist ist dein Feind. Wer ist dein Freund? Der Geist ist dein Freund. Lerne die Wege des Geistes kennen. Zähme ihn mit Umsicht." Buddha