"Das weiße Band"der mehrfach ausgezeichnete, von Michael Haneke stammende Film, besticht nicht durch eine spannende Handlung, sondern lebt von den eindringlichen Szenen und Bildern und den wirklich fantastischen schauspielerischen Leistungen der Akteure.Gerade die Schwarzweißaufnahmen dieses Filmes, lassen das Geschehen in diesem Film eindrucksvoller erscheinen und das Fehlen von jeglicher Fimmusik lenkt den Fokus des Zuschauers auf das Wesentliche, nämliche auf die dörflichen Strukturen, die von klarer Hierachie beherrscht werden und das Handeln der jeweiligen Personen und die daraus resultierende Konsequenzen.
Was mir nach dem Anschauen dieses Filmes gleich einfiel, war,dass diese Strukturen in unserer Gesellschaft fast vollständig fehlen und auch die Kinder eine fast gegensäztliche Rolle einnehmen als im Film.Ohne jetzt die eine oder andere Seite bewerten zu wollen,denke ich, dass klare Strukturen immer eine Hilfestellung sind, wenn sie allerdings zu dieser Brutalität gegen Kinder und Frauen führen, wie in diesem Film, wundert es nicht, dass Gewalt, Gegengewalt erzeugt.Auch die psychische Gewalt, die Autoritätspersonen einsetzten um ihr Ziel zu erreichen,war sehr eindrucksvoll und ließ die Verletzungen ahnen, denen die Kinder und Frauen ausgesetzt waren. Gerade die schauspielerische Leistungen, der beiden Haptprogagonisten Susanne Lohtar(Hebamme)und Burkhart Klaussner(Pfarrer)werden mir lange im Gedächtnis bleiben.Die einzelnen Personen wurden in diesem Film zeitgemäß und beeindruckend in Szene gesetzt.Auch die Kinderrollen waren eindrucksvoll und nachhaltig.
Für mich ein zum Nachdenken anregendes Filmerlebnis,dessen offenes Ende für mich nicht störend, sondern im Gegenteil absolut passend erschien.Der Vergleich den einige Rezensenten hier ansprachen, dass diese Erziehungsform erst den 2. Weltkrieg haben entstehen lassen , kann ich eigentlich nur beipflichten. Wenn Gewalt und Erniedrigung die Kindheit prägen und die Autoritätshörigkeit so ausgeprägt war, wie in diesem Film, der kurz vor dem 1. Weltkrieg spielt, wundert es nicht, dass Leute wie Hiltler an die Macht kommen konnten.