Worum es geht:
Ein Junge verbringt mit seinen Eltern und seiner großen Schwester einen Tag am Strand. Er baut eine geniale Sandburg, die schnell einen neuen Bewohner bekommt, denn: "Wenn du eine tolle Sandburg baust, kommt ganz sicher ein Drache und zieht ein". Der Drache ist groß, rot und ein perfekter Freund: mit ihm kann man spielen, schwimmen, Quatsch machen.
Die Eltern und die Schwester sehen und hören allerdings keinen Drachen, und wenn er noch so laut brüllt oder seine Zähne zeigt. Egal, zusammen futtern der Junge und der Drache die belegten Brote auf und naschen Schokoladenkuchen - und als die Eltern wissen wollen, was das soll, meint der Junge: "Das war ich nicht - das war der Drache!" Schließlich reicht es den Eltern mit dem "Drachenzeug", der Junge stimmt ihnen zu und der Drache muss ausziehen aus der Sandburg, die der Junge dann auch zertrampelt. Traurig! Aber auf der letzten Buchseite beginnt ein neuer Tag am Strand, mit einer neuen Sandburg und ... siehe oben: Wenn man eine tolle Sandburg baut ...
Die Bilder:
Sie sind hell und sonnig, Menschen und Hintergründe wirken wie einem (guten) Zeichentrickfilm entsprungen, die Mimik ist sehr gut dargestellt. Besonders schön ist das, wenn der Drache die Gesichtsausdrücke des Jungen spiegelt, von fröhlich über frech bis zerknirscht. Auf den Doppelseiten sind zumeist mehrere Szenen dargestellt, es gibt also viel zu sehen auf insgesamt vierzig Seiten.
Unterm Strich:
Ein sehr schönes Bilderbuch mit einer netten Variante der altbekannten Geschichte vom unsichtbaren Freund. Das ist zeichnerisch so gelöst, dass es für Dinge, die der Junge zusammen mit dem Drachen macht, immer noch eine rationale Erklärung gibt: Zum Beispiel wenn ältere Jungs, die am Strand Sandburgen zerstören, schreiend vor dem Drachen davonlaufen - und hinter dem Drachen steht der Vater des Jungen, der mit der Grillzange droht. Ein gelungenes Bilderbuch nicht nur für Strandtage.