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Produktinformation
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Hirbel ist anders als andere, denn bei seiner Geburt ist etwas falsch gemacht worden. Er ist krank, hat oft Kopfschmerzen und auch Bauchweh von den Tabletten, die er dauernd nehmen muss. Manchmal schreit er dann und tut Dinge, worüber die anderen lachen. Hirbels Mutter hat ihn weggegeben, seither wandert er zwischen Pflegeeltern und Heimen hin und her. Trotzdem ist Hirbel kein trauriges Kind. Mit den Psychologinnen spielt er ihre Spiele, die Tests, die er alle schon kennt. Er hat eine wunderbare Singstimme, und das Singen bereitet ihm Freude, solange er sich dabei nach seinen eigenen Regeln richten darf. Und Hirbel kann Haken schlagen wie ein Hase, wenn man ihn einfangen will. Als er einmal wegläuft aus dem Heim, schläft er zwischen Schafen, aber er denkt, dass es lauter Löwen sind, die ihn nachts wärmen. Immer wieder läuft Hirbel fort, weil ihn niemand richtig versteht und weil er in ein anderes Land möchte. Dorthin, wo die Sonne gemacht wird auf den Bäumen.
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LEIDER ist das Buch viel zu kurz (finde ich)...gerade wenn man beginnt den Hirbel zu verstehen und ihn lieb zu gewinnen, ist man schon am Ende...
Ansonsten ist es wirklich zu empfehlen!!! 5 Sterne!
Hirbel hat da ganz andere Erfahrungen. Bereits bei seiner Geburt machten Erwachsene einen Fehler. Seit dem ist er geistig behindert. Seine Mutter will sich nicht um ihn kümmern, sondern schiebt ihn in ein Heim ab. Hirbel hat andere Probleme, als viele seiner Altersgenossen. Denken diese vielleicht daran, welche Kleider sie nachmittags ihrer Barbie anziehen wollen oder ob man die Carrera-Bahn aufbaut, so muss er wieder und wieder die immer gleichen Test freundlich lächelnder, im Grunde aber gleichgültiger, Psychologinnen über sich ergehen lassen. Er muss eklige Tabletten nehmen, von denen im schlecht wird. Und trotz der ganzen Medizin bekommt er plötzlich Kopfschmerzen. Dann wird er wütend und will nur seine Ruhe haben. Doch in Heimen für behinderte Kinder lässt man diese nie alleine oder aus den Augen. Und keiner versteht, was in ihm vorgeht, denn die Erwachsenen sind gesund und möchten am liebsten, dass sich Hirbel wie ein gesundes Kind benimmt. Sein einziger Zufluchtsort ist sein Schrank. Hier ist es dunkel. Keiner stört ihn, keiner stellt Forderungen an ihn und hier muss er auf niemanden Rücksicht nehmen.
Manchmal läuft Hirbel weg. Er trifft nette Menschen, die für ihn Verständnis haben, sich kurzzeitig um ihn sorgen und helfen und die immer nur das Beste für ihn wollen. Für die Erwachsenen heißt dass, ihn wieder ins Heim zurück zu bringen. Keiner fragt danach, was Hirbel will. Dabei möchte er nur echte Freunde, ein bisschen Liebe, Wärme und Zuneigung. Doch im kalten Heimalltag ist es gerade das, was ihm verwehrt wird.
Keine Feindbilder
Peter Härtling schildert ohne Effekthascherei die Geschichte eines behinderten Jungen. Größten Wert legt er dabei auf die detaillierte Darstellung des Heimalltages. Damit will er gegen den häufig noch existierenden romantisch verklärten Blickwinkel des aufgeklärten Erwachsenen anschreiben. In vielen Werken, in denen es um Heimkinder geht, werden die herrschenden Verhältnisse nur als „Gut“ oder „Böse“ dargestellt und dienen häufig nur als Staffage oder auslösendes Element. In „Das war der Hirbel“ erfährt der Leser sachlich nüchtern über die wirklichen Verhältnisse in solch einer Einrichtung. Dabei ist keiner der Psychologinnen, Betreuer oder Kinder gut oder böse, sondern einfach nur Menschen mit allen Problemen, die man sich vorstellen kann. Und diese sind oft auch noch überfordert mit den Anforderungen, die einzelne Kinder an sie stellen. So haben sie selten Gelegenheit, näher auf ein Kind einzugehen oder so gar eine emotionale Bindung einzugehen. Nicht dass sich die Erwachsenen kalt, gemein, gefühl- oder mitleidslos stellen. Doch gerade Mitleid ist etwas, was Hirbel nicht will. Er will einfach nur das Gefühl haben, dass mit den Zuwendungen ER gemeint ist und dass seine Person nicht einfach austauschbar mit jedem x-beliebigen anderen Heimkind ist.
Bis heute Aktuell und Dringlich
Wer einmal eine Vorlesung von Peter Härtling gehört hat, wird diese so schnell nicht wieder vergessen. Nicht jeder Autor besitzt die Fähigkeit, auch ein begnadeter Sprecher zu sein. Doch in diesem Fall dürfte es keinen Zweiten geben, der diesem Text auch über 20 Jahren nach Erscheinen noch eine solche Aktualität und Dringlichkeit verleiht. Dabei setzt er nicht auf theatralische Wirkung, vermeidet gekonnt Pathos und Kitsch und verfällt auch nicht in ein kleinkindhaftes Lispeln, Nuscheln oder Überakzentuieren. Vielmehr erzielt seine Lesung ihre Wirkung gerade durch das völlige fehlen von Effekthascherei und hält sich wohltuend im Hintergrund. Dadurch kann sich der Hörer völlig auf das Geschehen konzentrieren ohne durch Überpräsenz des Sprechers abgelehnt zu werden.
Eltern genießen aus Kindersicht einen außerordentlichen Status. Lesen Sie weiter...
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