Dschuang Dsi zählt zu den taoistischen chinesischen Philosophen,
die in der Tradition des Tao Te King stehen. Als ein Zeitgenosse des Mencius studierte er sowohl den Taoismus als auch den Konfuzianismus, wandte sich aber dem taoistischen System zu, da er es für überzeugender hielt. In seinen Schriften, die zu den wichtigsten Grundlagen des Taoismus gehören, legt Dschuang Dsi die Lehre vom Tao dar, die er mit Bildern des taoistischen Lebens, mit Erzählungen und mit Anekdoten über Lao Tse, Konfuzius und über die Kulturheroen der mystischen Vorzeit illustriert.Genau darin liegt die besondere Faszination, die dieses Buch ausübt. Gerade die Anekdoten über Konfuzius haben oft einen deutlich satirischen Charakter - ohne jedoch grob polemisch zu werden. Auch wenn die Mehrzahl dieser Anekdoten wahrscheinlich niemals stattgefunden hat, so sind sie doch gut erfunden.
Wie bei den meisten chinesischen Klassikern sind einige Gedankengänge des Philosophen für uns heutige Menschen rätselhaft und schwer nachzuvollziehen. Die Übersetzung des Sinologen Richard Wilhelm bürgt jedoch für hohe Qualität, und so ist es gut möglich, dass diese Ausgabe die beste zur Zeit auf dem deutschen Markt erhältliche ist.
Auch wenn das Buch sich kaum dazu eignet, "in einem Rutsch" durchgelesen zu werden, wird derjenige, der sich damit beschäftigt, dieses Buch wohl nie mehr vergessen.