Beides als solches für den Autor angepriesen, ist man nach der Lektüre davon jedoch wenig begeistert.
Im Roman „Die Schattenfrau" scheint die Deutung der Kinderzeichnung einfach zu flach, psychologisches Gespür bringt Kommissar Winter bei seiner Interpretation dabei kaum auf. Eine subtile Betrachtung würde nämlich zum gleichen Ergebnis führen.
Im vertauschten Gesicht läßt die Gerichtspsychologin Lareda Veitz ebenso wenig zu wünschen übrig. Einerseits stolpert man da über weit hergeholte Spekulationen in Bezug auf den Täter, andererseits tauchen recht banale Mutmaßungen auf, ( jedenfalls keine überraschenderen als die, die der Leser sich ohnehin schon denken kann) . So entsteht ein zusammengeschustertes Konstrukt über den Täter, der versucht sexuelle Demütigungen und Unzulänglichkeiten mit seinem Verbrechen zu reparieren, dabei schreitet er in Uniform zu Tat, um seinem Bedürfnis nach Dominanz Ausdruck zu verleihen und sucht letztendlich noch Hilfe, indem er drauf anlegt gefaßt zu werden. Am Ende passen die Mutmaßungen dann auch noch absolut perfekt zusammen...,denn genau so und nicht anders ist er, der gestörte Täter !
Zudem hat es Kommissar Winter recht einfach mit seinen Ermittlungen und ebenso macht er es sich bisweilen auch, denn als Typ scheint er, wenn auch ähnlich melancholisch veranlagt wie Henning Mankells Wallender, Konflikten, insbesondere Beziehungskonflikten gerne aus dem Weg zu gehen. Kommissar Wallender durchlebt seine Tiefs weitaus intensiver, tritt zudem unausgeglichener auf, was ihn letztendlich ungemein sympathisch erscheinen läßt.
Ake Edwardson ein wirklicher Konkurrent zu Henning Mankell ? Eher nicht, dennoch ist „Das vertauschte Gesicht" als ein sehr guter Spannungskrimi, mit einem verschlungen Ende, durchaus lesenswert, soviel ist sicher.