...das wollte schon Goethes Faust wissen. Gerd Kramer schafft es in seinem Buch, eben dieses verständlich dem interessierten Leser näher zu bringen!
Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass dieses Buch anders ist - im positiven Sinne. Es ist kein klassischer Roman, es ist vielmehr ein neues Genre, das eine perfekte Symbiose von Naturwissenschaften und Erzählung eingeht und das hoffentlich viele Anhänger finden wird!
Hierbei gelingt Herrn Kramer der schwierige Spagat zwischen wissenschaftlicher Tiefe und erstklassiger Erzählung. Das faszinierende ist, dass die Grenzen ineinander übergehen. So fragt man sich des Öfteren, ob nun die Rahmenhandlung dazu dient die Physik zu erklären oder ob die Physik dazu dient die Geschichte zu erklären. Dies führt zu einem doppelten Spannungsbogen, dem nur schwer zu entrinnen ist! Dass sich das Buch trotz der vielen Fachbegriffe und fundierten wissenschaftlichen Theorien sehr flüssig liest, spricht für den Autor.
Im Gegensatz zu "Das Universum in der Nussschale" von Stephen Hawking benötigt man keine großen Vorkenntnisse, um an dem Buch Spaß zu haben. Dabei würde ich nicht einmal sagen, dass die Zielgruppen der Bücher verschieden sind - einzig die wissenschaftliche Tiefe ist bei Hawking höher. Thematisch unterscheiden sich die Bücher jedoch nur wenig; bei beiden werden didaktisch aufbauend zuerst einfachere physikalische Zusammenhänge erläutert, bis am Ende komplexeste Gefüge dargestellt werden. Der Größte Unterschied zwischen den Büchern ist jedoch der Lesefluss und die Art der Erzählung, dass beides bei Gerd Kramer wesentlich höher bzw. verständlicher ist als bei "Das Universum in der Nussschale". Erst durch Gerd Kramer wurden mir viele physikalische Zusammenhänge klar, die ich bei Hawking nicht direkt verstanden habe! Hier ein deutliches Plus für "Das versteckte Experiment"!
Es ist immer wieder erstaunlich, wie nah die Physik bzw. Realität und Science-Fiction beieinander liegen - 100% weiterzuempfehlen!