Als ich zu Weihnachten diese DVD erblickte und mir das Booklet mit den Beschreibungen der "Objekte" durchlas, packte mich die Neugier und ich schloss mich in mein Zimmer um mich in "The Lost room" zu begeben.
Und wahrlich: die Handlung zieht mich direkt hinein in die verwobene Welt von Objekten, Legionen, Orden und Sammlern. Diese sind es, mit denen es ein ganz normaler Detective zu tun bekommen, nachdem ihm ein Motelschlüssel in die Hand fällt und seine Tochter "verschwindet". Er wird hineingezogen in ein komplexes System und einer Geschichte, die mit jeder Antwort mehr Fragen aufwirft. Was passiert mit den Menschen, die mit Objekten zu tun haben? Was sind Objekte, woher kommen sie und wozu sind sie da? Und die Kernfrage der Miniserie: wo ist die Tochter von Joe Miller?
Der Rutsch in die eigentliche Handlung passiert schnell, das Zimmer und alles was damit zu tun hat, offenbart sich recht rasch - handelt es sich hier doch um ein äußerst komplexes Geschichtengebilde, das nach eigenen Regeln funktioniert und ständig sich gegenseitig bedingt...
Hört sich kompliziert an? Ist es auch! Und es macht jede Minute Spass die verworrenen Rätsel gemeinsam mit den Protagonisten - Detective Joe Miller zu ergründen. Der Zuschauer weiß immer soviel wie er selbst, Erklärungen außerhalb seines Handlungsspekrums finden selten statt. Die Wendungen finden rasch und manchmal abrupt statt - viele Szenen sind Schlüsselszenen; versäumt man eine, kann die nachfolgende Handlung schon irritierend wirken.
Hier auch der Kritikpunkt: die Handlung hätte locker 24 Folgen vertragen. Ich hätte gerne sehr viel mehr über das komplexe Geheimnis des verschwundenen Zimmers erfahren, da viele Wege in die Vergangenheit des Zimmers nur im Ansatz beschritten werden und viele Fragen offen bleiben. Ähnlich wie bei "Lost" drehen und wenden sich die Handlungsfäden öfter und offenbaren widersprüchliche Charaktäre. Diese Wendungen passieren manchmal derart schnell, dass der Spannungsaufbau gar nicht stattfinden kann, was schade ist, da einige gute Cliffhanger vorkommen. Auch die Charaktäre selbst können sich ob der Kürze nur im Ansatz entfalten und lassen Fragen offen.
Dennoch: eine wirklich gelungene Miniserie, die Liebhaber skurriler Parallelwelten begeistern kann. Die Grundidee der Story ist derer von "Lost" ebenbürtig und mindestens ebenso ausbaufähig. Hätte mehr verdient und vielleicht entpuppt sich diese Miniserie als Pilot für einen neuen Mysteryhit.