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87 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
In Harvard nichts Neues, 29. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Das verlorene Symbol: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Dan Brown setzt also die Geschichte um seinen Helden Professor Robert Langdon fort und verzichtet dabei völlig auf Veränderungen oder Weiterentwicklung, immer noch trägt Langdon seine Tweedjacke, wiedereinmal wird er völlig unerwartet und unfreiwillig in ein Abenteuer gestürzt, nochmal wird er von verschiedenen Mächten durch eine berühmte Großstadt, diesmal Washington, gejagt und zum wiederholten Male muss er dabei ein mysteriöses Rätsel lösen. Assistiert wird er wie wie immer von einer hübschen, gebildeten Dame und der Bösewicht, von einem diabolischen Plan besessen, besitzt eine Reihe besonderer und einzigartiger Eigenschaften, natürlich darf auch eine überraschende Wende in der Handlung nicht fehlen.
Das alles kommt ihnen bekannt vor? Stimmt, Dan Brown klaut fleißig bei sich selbst und schreibt das komplette Buch in seinem typischen Stil, den er eigentlich schon mit Illuminati oder Sakrileg perfektioniert hatte. Zwar funktioniert der Aufbau der Spannung durch geschickt gesetzte und zahlreich vorkommende Cliffhänger noch immer, Kenner der Vörgänger werden aber das ein oder andere Deja-vu Erlebnis haben und manche Stellen werden ihnen vorhersehbar erscheinen. Hinzu kommt, dass die europäischen Schauplätze mehr Reiz hatten, als die amerikanische Hauptstadt, die mit ihrer Freimaurergeschichte aufwartet. Auch das Ende der Handlung will nicht recht zum Punkt kommen, wie bei den Vörgängern, sondern zerfließt einfach in einem esoterisch-wissenschaftlichen Brei.
Wer bisher wenig von Dan Brown und seinen Büchern gehalten hat, der wird durch "Das verlorene Symbol" jedenfalls nicht bekehrt werden, ist die Ähnlichkeit zu seinen anderen Büchern doch unübersehbar. Wer sich aber auf die Geschichte einlässt, den erwartet eine kurzweilige Schnitzeljagd durch die amerikanische Metropole, vermischt mit gut recherchierten Hintergrundwissen über die Organisation der Freimaurer. Deswegen gibt es hierfür noch 3 Sterne, Nichtkenner der Brownschen Vorgängerwerke können dabei noch einen Stern aufaddieren.
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78 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
*ächz*, 8. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das verlorene Symbol: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Ich bin soeben fertig geworden mit dem "verlorenen Symbol" - und es war Schwerstarbeit. Nur selten war ich so froh, ein Buch zuklappen und weglegen zu können. Dan Brown begeht mit seinem jüngsten Werk nicht nur Plagiat an seinen eigenen Büchern, ihm gehen scheinbar auch sonst die Ideen aus. Sicher, seinerzeit hat er den Stein ins Rollen gebracht, aber mittlerweile erscheinen einem Verschwörungsgeschichten um irgendwelche Geheimlogen und verborgene Schätze, welche die nationale Sicherheit bedrohen, nur noch als müder Aufguss vergangener Bestseller.
Wiedereinmal ist es Robert Langdon, der wiedereinmal als der unübertroffene Symbolologe in die Wirren eines Geheimbundes gerät, dabei wiedereinmal von einer überaus attraktiven Frau, die wiedereinmal eine begnadete Wissenschaftlerin ist (und sich wiedereinmal ganz spontan in den Helden verliebt), unterstützt wird und wiedereinmal einen Irren zur Strecke bringen muss, der wiedereinmal die halbe westliche Welt (seu Amerika) ins Verderben stürzen will. Natürlich geht das Ganze wiedereinmal mit abstrusen technischen Neuerungen einher - war es neulich noch die Antimaterie, von der man mal eben einen ordentlichen Klumpen zusammengerührt und zwischen zwei batteriebetriebene Elektromagneten gesteckt hat, so ist es diesmal die Noetik, mit deren Hilfe besagte Wissenschaftlerin nicht nur beweisen konnte, dass Gedanken sich in Energie manifestieren können, sondern nebenbei das Gewicht einer menschlichen Seele aufs Picogramm genau ermitteln konnte. Mir ist immer noch nicht klar, was das mit der Geschichte an sich zu tun hatte, aber irgendwie muss man 750 Seiten ja vollkriegen. Vielleicht wurde es ja auf den letzten 50 Seiten erklärt - die hab ich nur noch pflichtschuldig überflogen.
Das Buch ist einfach ein Graus. Nicht nur, dass der Plot von A bis Z ausgelutscht ist, das Buch ist streckenweise so langweilig und hanebüchen, dass ich mich zwingen musste, weiter zu lesen. Seitenweise wird da philosophisch-esoterisch rumschwadroniert, stets garniert mit einer ordentlichen Portion moralischen Zeigefingers. Der steife und hölzerne Protagonist Langdon kann auch während der knappen Flucht vor der Obrigkeit nicht aufhören, hörsaalreif vor sich hin zu dozieren. Die obligatorische Prise Romantik (Wissenschaftlerin verliebt sich in Symbolologen) wirkt deplatziert und künstlich (Was ist eigentlich aus den überdurchschnittlich klugen, gutaussehenden Wissenschaftlerinnen der letzten Bücher geworden? Die haben sich schließlich auch alle in den guten Langdon verliebt...). Situationen, aus denen es eigentlich keinen Ausweg geben kann, werden durch an den Haaren herbeigezogene Zufälle ins Gegenteil verkehrt. Etliche Textpassagen lesen sich, als ob Dan Brown die Ergebnisse seiner Recherchen zusammenhanglos ins Buch quetschen wollte, selbst wenn sie kaum zum Kontext passten. Spannung baut sich bestenfalls auf 150 der rund 750 Seiten auf, der Rest ist geprägt von ausufernden und langatmigen Rückblenden, die die Geschichte erzählen sollen. Mit Cliffhangern schmeißt Brown nur so um sich - die ersten zehn Kapitel ist das noch ganz nett, aber so etwa ab Kapitel 50 bekam das den Charme einer Werbeunterbrechnung. Auf irgendeine Art der Auflösung oder Erklärung am Ende wartet man vergebens - vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu doof für diese Ebene esoterisch-religiöser Betrachtungen.
Das war mit Sicherheit vorerst meine letztes Buch von Dan Brown - hätte ich es nicht als Geburtstagsgeschenk bekommen, dann hätte ich es gar nicht erst gelesen.
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122 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein belletristischer Big Mac - oder doch mehr?, 3. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Das verlorene Symbol: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Der "Big Mac" ist Fastfood, auf das man sich - in welchem Sinne auch immer - verlassen kann: Man weiß, was einen erwartet und hat - möglicherweise - manchmal einfach Lust darauf, selbst wenn man - womöglich - nicht ganz satt davon wird. Das ist - zumindest für mich - eine recht passende Allegorie auf Dan Browns Romanschaffen. Die Bücher um Harvard-Professor Robert Langdon machen einfach Spaß, sind spannend und man fräst sich enorm schnell durch die meist 700 Seiten, weil man einfach immer umblättern MUSS. Von hoher literarischer Güte ist das freilich nicht, aber das finde ich hier nicht weiter schlimm. Und natürlich ist es auch nach Schema F gestrickt, aber auch das finde ich hier nicht weiter schlimm. Warum aber finde ich diese Dinge bei Brown nicht schlimm, wo doch jeder andere Autor unter diesen Umständen sofort verloren hätte? Vermutlich, weil es bei ihm immer genug Hirnfutter gibt: Stoff zum drüber nachdenken, noch lange nachdem man das Buch weggelegt hat. Bei Illuminati war es die Energieversorgung durch Antimaterie, bei Sakrileg das "Göttlich Weibliche" und wie die Kirche es unterschlagen hat; hier nun ist es die Noetik, die Wissenschaft, die das Übersinnliche physisch belegen will und das ungenutzte Potenzial des menschlichen Geistes erforscht.
Langdon, der inzwischen sattsam bekannte Symbolologe (man sieht inzwischen Tom Hanks vor dem geistigen Auge und kann schon ahnen, wie der Film aussehen wird), bekommt einen Anruf vom Sekretär eines alten Freundes, der ihn bittet, schnellstens nach Washinton zu kommen, um im Capitol einen Vortrag über freimaurerische Symbolik zu halten. Dort angekommen findet Langdon aber kein aufmerksames Publikum vor und auch nicht seinen Freund, sondern nur dessen abgetrennte und geheimnisvoll tätowierte Hand auf einem Holzspieß. Schnell sind Sicherheitsdienst und CIA vor Ort und untersuchen den Fall - und Langdon hilft beim Lösen des Rätsels der Hand. Bald ist er allerdings einmal mehr verdächtig und auf der Flucht vor der Staatsmacht, während er für einen Psychopathen das große Rätsel der geheimnisumwitterten Freimaurerpyramide lösen muss, um so seinen Freund zu retten, der eben jenem Psychopathen in die Fänge geraten ist. Das Geheimnis der Pyramide übrigens ist keine Kleinigkeit: In den Händen erleuchteter Menschen, heißt es, könne es die Welt zu heilen im Stande sein, während es sie in den Händen der Falschen ins Chaos stürzen könnte. Es ist also kein ungefährliches Spiel, in das Langdon hier gedrängt wird, und bei dem er einmal mehr von einer schönen Frau unterstützt wird: der Schwester des entführten Freundes.
Natürlich kann man "Das verlorene Symbol" nicht direkt nach "Illuminati" und "Sakrileg" lesen, weil das schon für beträchtliche Déjà-vu-Erlebnisse sorgen dürfte. Aber für sich allein genommen und zwei Jahre nach der letzten Brown-Lektüre hat mir das Buch ehrlich Spaß gemacht. Auf die gleiche euphorisierende abenteuerromantische Weise wie etwa Das Vermächtnis des geheimen Buches. Das Einzige, was ein wenig nervte, war Langdons ständiges Zaudern und Nichtglauben, seine Weigerung, sich den Möglichkeiten zu öffnen, die doch schon fast offensichtlich sind. Der Rest aber war absolut überzeugend, spannend, interessant - und das Ende war richtiggehend ergreifend.
Meine Empfehlung!
Ein Wort noch an den Verlag: Der Preis für die gebundene Ausgabe ist eine Frechheit! Pappband, billigste Bindung, halbleere Seiten und nicht einmal ein Lesebändchen!
Zum Vergleich: Beim Manesse-Verlag bekommt man goldgeprägtes Leinen, Dünndrückpapier, Fadenheftung UND Lesebändchen für um die 20 Euro bei gleicher Seitenzahl.
Aber klar: Dan Brown verkauft sich auch, wenn man sich als Verlag keine Mühe gibt.
Siehe Bestsellerlisten...
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