Schon oft hat die Geisteswissenschaftlerin Alice Tanner bei Ausgrabungen geholfen. Als die Engländerin aus Erbschaftsgründen in Frankreich weilt, braucht ihre befreundete Archäologin Shelagh keine lange Überzeugungsarbeit zu leisten und Alice steht ihr hilfreich bei einem Projekt zur Seite. Ausgrabungsgebiet ist die wilde und wunderschöne Landschaft des Languedoc. Das Abenteuer des weiblichen Indiana Jones nimmt seinen Lauf.
Zunächst sieht es so aus, als ob sich nichts Interessantes finden lässt, bis Alice an ihrem letzten Tag auf eine hinter einem Felsen versteckte Höhle stößt. Obwohl ihr sofort klar ist, dass sie die Höhle nicht ohne Begleitung betreten sollte, kann sie es nicht abwarten und geht hinein. Alice findet eine Wandmalerei, die ein Labyrinth darstellt, 2 Skelette, einen Altar und einen Ring, auf dem sich das Muster des Labyrinths wiederholt. Während sie sich in der Höhle aufhält, kommt ihr alles irgendwie vertraut vor, aber warum?
Hier beginnt die Autorin mit den Zeitsprüngen, die sich von nun an durch das komplette Buch ziehen und den Leser 800 Jahre in der Zeit zurück reisen lassen.
Im Jahre 1209 lebt die 17-jährige Alaïs in der Gegend, die Alice im Jahre 2005 besucht. Als Tochter von einem der „Hüter des Heiligen Grals" überträgt ihr Vater, als er in den Krieg zieht, Alaïs die Verantwortung für die drei heiligen Bücher, die das Geheimnis eines Labyrinths in sich bergen. Von nun an, liegt es bei ihr, die Bücher nicht in die falschen Hände kommen zu lassen. Auch Alice erlebt nach ihrem Fund in der Höhle beängstigende Dinge und fühlt sich, als könnte sie niemandem mehr vertrauen, nicht einmal der Polizei.
Schließlich führt das Schicksal beide Frauen in die Höhle am Languedoc, die ein großes, unfassbares Geheimnis birgt...
„Das verlorene Labyrinth" ist ein gelungener historischer Roman. Kate Mosse schreibt in einer angenehmen Art, die sich gut und zügig lesen lässt. An manchen Stellen sind die Beschreibungen der Umgebung oder der Ereignisse allerdings sehr ausführlich. Die Geschichte spitzt sich über lange Zeit immer weiter zu, bis der aufmerksame Leser, nach ca. 2/3 des Buches aber selbst auf die Lösung des Rätsels kommen kann.
Mosse streut immer wieder französische Wörter und Sätze ein, die die Atmosphäre des Romans positiv unterstützen und die Geschichte authentischer wirken lassen. Ein empfehlenswertes Buch, das aufgrund der annähernd 750 Seiten genau das richtige für den kommenden Herbst ist.