Iris Johansen ist mit diesem Buch ein Thriller gelungen, wie man ihn selten findet. Er hebt sich von anderen 08/15-Romanen vor allem dadurch ab, dass er eine außergewöhnliche Geschichte erzählt, von der man nie das Gefühl hat, sie in anderem Gewand schon mindestens 10 Mal gelesen zu haben. Denn das Geheimnis, dem die Protagonistin auf die Spur kommt, ist schon sehr außergewöhnlich (wenn auch etwas unglaubhaft, aber wer weiß?).
Sprachlich kommt das Buch eher einfach daher, keine allzu langen, ausgefeilten Sätze, sondern kurz und prägnant, teilweise sogar "Ein-Wort-Sätze". Hierdurch erzeugt Iris Johanson eine gewisse Atemlosigkeit. Sie erhöht das Erzähltempo und versucht dadurch, dem Leser das atemlose Tempo der Handlung zu vermitteln. Dies gelingt ihr aber leider nur bedingt. Denn bei übermäßigem Gebrauch von Sätzen wie "Gary. Messer. Blut." nutzt sich dieses sprachliche Mittel sehr schnell ab.
Ein weiterer Kritikpunkt verhindert leider die "Höchststernezahl": das wirklich originelle Geheimnis wird bereits etwa zur Buchmitte gelüftet. Danach entwickelt sich die Geschichte zu einer zwar spannenden, aber eben nicht mehr geheimnisvollen Verfolgungsjagd.
Nichts desto Trotz ein sehr gelungener Roman, der neugierig auf die Fortsetzung macht.