Auf "Das verlorene Gedicht" hat mich das Cover aufmerksam gemacht. Der Name Deborah Crombie war mir bislang kein Begriff, aber das wird sich jetzt ändern! Dieses Buch hat alles, was ein richtig guter Krimiroman braucht: Spannung, mysteriöse Todesfälle, zahlreiche Verdächtige, Ablenkungsmanöver, Geheimnisse und zwei unglaublich sympathische Hauptfiguren Superintendent Duncan Kincaid und Sergeant Gemma James. Auch das Sinnliche kommt nicht zu kurz: Kincaid und James sind nicht nur als Ermittler ein Team, sondern auch in der Liebe. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen. Deborah Crombie beschreibt Schauplätze, Räume, Gebäude und Gärten so schön und anschaulich, daß man selbst gern dort wäre. Auch ihre Charaktere glaubt man beinahe persönlich zu kennen; alle sind sehr gut ausgearbeitet und facettenreich. Der einzige Schwachpunkt in dem Buch ist das Tempo: Die ersten 150 Seiten sind recht langatmig und es passiert nicht viel, außer daß die Figuren und insbesondere das Mordopfer Lydia Brooke vorgestellt werden. Dann nimmt die Geschwindigkeit zu, und am Ende überschlagen sich die Ereignisse fast schon zu abrupt. Einige Aspekte sind absehbar, aber die Geschichte trumpft dennoch mit Überraschungen auf. In Stil und Charakterausarbeitung kann Deborah Crombie mit Elizabeth George mithalten und Minette Walters locker in die Tasche stecken. Ich bin schon gespannt auf ihre weiteren Bücher, die ich jetzt nach und nach lesen werde...