WAZ, 5. April 2004
Jugendliche brauchen Gottesdienst, aber nicht unseren. Um diese provokante These drehen sich die Aufsätze und Interviews, die soeben der erschienene Diskussionsband Das vergessene Jahrzehnt versammelt. 35 Autoren gehen der Frage nach, warum die 10- bis 25- Jährigen in der innerkirchlichen Diskussion praktisch nicht vorkommen. Gleichsam entwerfen sie die Vision einer Kirche, in der Jugendlich spirituellen Raum finden können. Denn Jugendgottesdienste, so die Herausgeber, haben Konjunktur.
Brennpunkt Gemeinde, Ausg. 3/ 2004
(...) Ein faszinierendes Praxisbuch, bei dessen Lektüre nie Langeweile aufkommt.
Publik Forum, 21. Ausg; 5. November 2004
(...) Wer sich informieren will über Probleme und Perspektiven des Jugendgottesdienstes, findet hier rund 40 gut geschriebene, manchmal geradezu spannende Artikel von Fachleuten aus Theologie und aus verschiedenen Praxisfeldern. Sie ermutigen dazu, die besondere Lebenssituation und die Spiritualität von Jugendlichen in den Blick zu bekommen und ernst zu nehmen. (...)
jupfa.de, 14.Juni 2004
(...) Ein aktuelles, anregendes und umfangreiches Kompendium!
CrossOver, Netzwerk für Jugendkultur, 10. Januar 2005
(...) Beim Blick ins Inhaltsverzeichnis wird deutlich, dass die Autoren, die in der Gemeindepraxis überwiegend hauptamtlich tätig sind, zwar ganz unterschiedliche fromme Prägungen wie auch Erfahrungen mit Jugendlichen gemacht haben, über ihr gemeinsames Anliegen, kreativ und aktiv sakrale Räume für Jugendliche zu schaffen, jedoch einen gemeinsamen Nenner gefunden haben. Insofern trifft hier das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" mal ausnahmsweise nicht zu. (...)
Kurzbeschreibung
Brauchen Jugendliche Gottesdienst? »Ja«, sagen 35 Autoren - Theologen, Pädagogen, Ehrenamtliche - und fordern: Jugendliche und ihre besonderen Forderungen an den Gottesdienst müssen in der Kirche endlich ernst genommen werden. »Das vergessene Jahrzehnt« greift dort in die innerkirchliche Reformdiskussion ein, wo bislang großes Schweigen war: Spätestens nach der Konfirmation verschwinden Jugendliche aus den Kirchen und kehren oftmals nicht wieder. Hier schafft »Das vergessene Jahrzehnt« erstmals eine fundierte Diskussionsgrundlage. Die beitragenden Autoren analysieren den Stand des Jugendgottesdienstes und entwerfen Visionen für die künftige Begegnung von Kirche und Jugend. Kontroverse Themen werden angeschnitten: Gottesdienstpflicht für Konfirmanden, Musik im Gottesdienst, eigene Spiritualität von Jugendlichen.
Das sagen die Autoren:
Prof. Dr. Ulrich Schwab: »Jugendliche sind ein Teil dieser Kirche und haben ein Recht darauf, sich in dieser Kirche je aktuell einbringen zu können.« Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann: »Unser Ziel sollte nicht sein, Jugendliche ganz fest zu binden, sondern sie auf dem Weg zu begleiten.« Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck: »Der Gottesdienst zur Konfirmation (...) darf nicht zur christlichen Jugendweihe verflacht werden.« Pfarrertrainer Thomas Kabel: »Jugendliche [brauchen] einen gottesdienstlichen Ort, wo sie sich öffnen können.« Herausgeber Christoph Urban/ Timo Rieg »Wer eine Frage an Theorie und Praxis des Jugendgottesdienstes richtet, hinterfragt damit den Gottesdienst insgesamt.«
Der Verlag über das Buch
Die Frau wusste Bescheid. Sie schlenderte nicht, wie andere ÖKT-Besucher, sie sauste durch die Gänge der Kirchentagsbuchhandlung in Berlin. Vollbremsung an einem Verlagsstand, der großformatige Karikaturen an seine Boxenwand gehängt hatte. »Was soll das sein?« »Das sind Cartoons zum Jugendgottesdienst. Gut, oder?« »Für was?« »Als kleiner Piekser, freundlicher Diskussionsanstoß. Die werden demnächst in einem Diskussionsbuch über Jugendgottesdienst veröffentlicht.« »Wie, ein ganzes Buch wollt ihr dazu machen? Kann man darüber überhaupt eine Seite schreiben?« Und eilte von dannen. Man kann - problemlos und wirklich spannend. Bei der Arbeit an diesem Kompendium wurde deutlich, wie sehr die Frage nach Jugendgottesdiensten eingebunden ist in die Grundsatzfragen der Kirche. Allenthalben werden derzeit Leitbilder formuliert, diskutieren engagierte Kirchenmitglieder und hauptamtliche Mitarbeiter über das Profil ihres Hauses. Jugendliche kommen dabei kaum vor. Weder besteht großes kirchliches Interesse an ihnen, noch kümmert man sich um ihre religösen Bedürfnisse. Nur vereinzelt fokussieren missionarischer Eifer oder pragmatischer Weitblick Jugendliche. Die spannendste Lebensphase von der Pubertät bis zur Lösung aus dem Elternhaus - ein »vergessenes Jahrzehnt«. Die hier versammelten Diskussionsbeiträge fangen nicht bei Adam und Eva an. Und doch sind sie gut verständlich für alle, die sich einen Überblick über die Situation des Jugendgottesdienstes mit seinen Problemen, Erfolgen und Perspektiven verschaffen wollen. In der Summe ermutigen die Autorinnen und Autoren aus theologischer Forschung, kirchlichen Werken oder ehrenamtlichen Arbeitsfeldern. Dazu sind einige Ausflüge und Exkurse sinnvoll: Wie entwickelt sich die junge Kirchenmusik, wie fühlen sich Jugendliche in den großen alten Kirchengebäuden? Welche Aufgabe kommt den Pfarrern, welche der Gemeinde zu? Ist Spiritualität lernbar und was geschieht eigentlich in Jugendkirchen? 35 Autorinnen und Autoren, drei Interviewpartner und eine Karikaturistin haben diese Sammlung um »Das vergessene Jahrzehnt« mit ihren Erfahrungen und Ansichten möglich gemacht. Ganz herzlichen Dank allen für die Mühe, die sie darauf verwendet haben, teils Fragen zu beantworten, teils neue spannende Fragen zu stellen. Ich freue mich auf den weiteren Austausch. Nächste Gelegenheit bietet dafür unsere erste Tagung »Jugend und Spiritualität« am 17. und 18. Mai in der Jugendbildungsstätte Nordwalde.
Timo Rieg
Klappentext
Jugendgottesdienste haben Konjunktur. Mit einer großen Vielfalt kreativer Formen von einfühlsamen Andachten mit Wenigen bis zum professionellen Bühnen-Event in der Stadthalle - schaffen engagierte Mitarbeiter spirituelle Räume für Jugendliche. Dennoch: en gros sind Jugendliche nicht im Blick kirchlichen Handelns. Als Teens verlassen sie den Kigo, für den sie sich zu groß fühlen; als Konfirmanden kollidieren sie mit einer fremden Gemeindewelt, danach leben sie für lange Zeit ohne Kirche und Gottesdienst.
Das vergessene Jahrzehnt bringt für alle Praktiker für KirchenvorsteherInnen und PfarrerInnen, JugendreferentInnen und Ehrenamtliche -, aber auch für theologisch-wissenschaftlich Tätige Erkenntnisse und spannende Positionen auf den Punkt, z.B.:
- Wieso Jugendgottesdienste kein Auslaufmodell sind - Was Jugendliche glauben - Warum eine Gottesdienstpflicht für KonfirmandInnen nicht taugt - Wie eine Jugendkirche funktioniert - Was Musik mit Glauben zu tun hat - Wie man Spiritualität mit Jugendlichen lernen kann
Aufsätze, Kommentare und Reportagen u.a. von: Pfr. Rainer Brandt (Studienzentrum Josefstal) Prof. Dr. Peter Bubmann (Uni Erlangen) Prof. Dr. Christian Grethlein (Uni Münster) Prof. Dr. Manfred Josuttis Prof. Dr. Hans-Martin Lübking (Uni Münster) Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck (Uni Bonn) Pfr. Kerstin Othmer-Haake Prof. Dr. Ulrich Schwab (Uni München) Pfr. Fabian Vogt Pfr. Wolfgang Vorländer
Interviews mit: Dr. Thies Gundlach (Oberkirchenrat EKD) Thomas Kabel (Trainer Liturgische Präsenz) Dr. Margot Käßmann (Landesbischöfin Hannover)
Über den Autor
Urban, Christoph, Jahrgang 1978. Studiert in Wuppertal Evangelische Theologie und arbeitet in Essen für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (freizeit). Hat in seiner Heimatgemeinde Selm Kinder-und Jugendgruppen geleitet, Jugendgottesdienste und Ferienfreizeiten vorbereitet. Engagement in der kirchlichen Kinder- und Jugendpolitik als mehrjähriger Vorsitzender der westfälischen Landesjugendvertretung, Mitglied der Jugendkammer der westfälischen Kirche und Jugenddelegierter auf der EKvW-Synode sowie der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands.
Rieg, Timo, Jahrgang 1970, zwei Söhne. Studium der Journalistik in Dortmund und Biologie in Bochum. Publizist, Dozent für Marketing-Kommunikations- Ökonomie an den Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien Essen und Duisburg, tätig in der Journalisten-Aus- und Weiterbildung. Vorsitzender des Forum Jugendarbeit e.V.