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Das verfolgte Selbst: Strukturelle Dissoziation und die Behandlung chronischer Traumatisierung
 
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Das verfolgte Selbst: Strukturelle Dissoziation und die Behandlung chronischer Traumatisierung [Broschiert]

Onno van der Hart , Ellert R. S. Nijenhuis , Kathy Steele , Theo Kierdorf , Hildegard Höhr
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (4. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 387387671X
  • ISBN-13: 978-3873876712
  • Originaltitel: The Haunted Self
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 17,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 10.360 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Onno van der Hart, Ellert Nijenhuis und Kathy Steele haben einen bahnbrechenden Beitrag zur Erforschung von Traumata geleistet, und ihnen ist auf Anhieb ein Klassiker zum Thema Dissoziation und dissoziative Störungen gelungen. Dieses äußerst konstruktive, sehr klar und gut lesbar geschriebene Buch regt zum Nachdenken an, vereinigt es doch Pierre Janets Beobachtungen und Ideen mit modernen Theorien des Traumas und der Dissoziation und mit den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaft." - Richard P. Kluft

"Seit hundert Jahren beschreiben wir sie, doch was Dissoziation über unseren Geist sagt und wie wir sie behandeln können, das beginnen wir überhaupt erst zu verstehen. Dieses Buch ist eine brillante und gut verständliche Darstellung des wichtigsten Konzepts der zeitgenössischen Psychiatrie und Psychotherapie." - David Servan-Schreiber

Mehr Informationen zu diesem Titel finden Sie auf der Verlags-Website.

Buchrückseite

„Onno van der Hart, Ellert Nijenhuis und Kathy Steele haben einen bahnbrechenden Beitrag zur Erforschung von Traumata geleistet, und ihnen ist mit ihrem Buch auf Anhieb ein Klassiker zum Thema Dissoziation und dissoziative Störungen gelungen. Dieses äußerst konstruktive, sehr klar und gut lesbar geschriebene Buch regt zum Nachdenken an, vereinigt es doch Pierre Janets Beobachtungen und Ideen mit modernen Theorien des Traumas und der Dissoziation und mit den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaft. Es geht darum, das von den Autoren entwickelte Paradigma der strukturellen Dissoziation zu erläutern und zu erforschen. Außerdem werden Van der Harts außerordentliche Bemühungen dokumentiert, die Konzepte Janets auf die zeitgenössische Behandlung von Traumata und Dissoziation anzuwenden, was für sich genommen schon eine bedeutende Leistung ist.“ – Richard P. Kluft „Seit hundert Jahre beschreiben wir sie, doch was Dissoziation über unseren Geist sagt und wie wir sie behandeln können, das beginnen wir überhaupt erst langsam zu verstehen. Dieses Buch ist eine brillante und gut verständliche Darstellung des wichtigsten Konzepts der zeitgenössischen Psychiatrie und Psychotherapie.” – David Servan-Schreiber


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
85 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Trauma überwinden 3. August 2008
Von Mariposa
Format:Broschiert
Chronisch traumatisierte Menschen werden oft von einem Leiden verfolgt, das durch eine entsetzliche und schmerzliche Vergangenheit entstanden ist und bis in die Gegenwart hinein wirkt. Viele haben große Probleme mit der Alltagsbewältigung und ihren Beziehungen. Dabei wird dieser endlose Kampf meist hinter einer Fassade von Normalität verborgen und die Komplexität der auftretenden Symptome machen eine Diagnose und Behandlung schwierig.

In dem vorliegenden Buch beschreiben die Autoren, was sie im Laufe von fünfundsechzig Praxisjahren in der Diagnose und Behandlung chronisch traumatisierter Menschen herausgefunden haben. Sie fassen ihre Erkenntnisse unter dem Begriff der "strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit" zusammen. Der Begriff der Dissoziation wurde von Pierre Janet (1859-1947) formuliert und soll hier neu belebt und geklärt werden, da heute viele verwirrende und oft einander widersprechende Definitionen in Gebrauch sind.

Das Einleitungskapitel vermittelt einen Überblick über das Konzept der Dissoziation und über die phasenorientierte Behandlung sowie über die Grundideen einer an Janet orientierten Psychologie des Handelns.

In Teil I werden die klinischen Erscheinungsformen der verschiedenen Stufen der strukturellen Dissoziation benannt. Es werden primäre, sekundäre und tertiäre Erscheinungsformen beschrieben und die verschiedenen Bewusstseinszustände unterteilt in ANPs- "Anscheinend Normal funktionierende Persönlichkeitsteile" und EPs -"Emotionale Persönlichkeitsteile".

Teil II beschreibt eine an Janet orientierte Psychologie des Handelns, die auf die strukturelle Dissoziation bezogen wird, wobei verschiedene dysfunktionale mentale und behaviorale Handlungen untersucht werden, beziehungsweise der Mangel an adaptiven Handlungen bei chronisch Traumatisierten analysiert wird.

Teil III präsentiert eine systematische Anwendung der Theorie. Sie dient dazu, die Funktionsfähigkeit von Patienten besser einzuschätzen und auch der phasenorientierten Behandlung. Es werden Hinweise gegeben, welche Art von integrativen Handlungen Traumatisierte ausführen müssen, um dem "Spuk der Vergangenheit", ein Ende zumachen und in der Gegenwart erfolgreicher und freier leben zu können. Adaptive und somit integrativ wirkende Handlungen sollen optimal entfaltet werden. Die Patienten lernen effektive mentale und behaviorale Handlungsweisen, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben adaptiver zu gestalten und ihre strukturelle Dissoziation aufzulösen. Dadurch erhöhen sich die mentale Effizienz und Energie und die Patienten können mit Alltagsanforderungen besser umgehen, unabgeschlossene Angelegenheiten auflösen und in der Erinnerungen erlebte Traumata überwinden.

Das Buch wird ergänzt durch einen Epilog, ausführliche Literaturhinweise und ein Personen- und Sachregister.

Mit "Das verfolgte Selbst" legen der international bekannte, anerkannte und geschätzte Traumaforscher und Therapeut Onno van der Hart sowie die Psychologen und Forscher Ellert R.S. Nijenhuis und Kathy Steele ein Werk vor, das von Kollegen bereits als Klassiker zum Thema der Dissoziation und dissoziativen Störungen bezeichnet wird. Eigentlich fragt man sich, was nach dem Buch von Frank Putnam DIS" überhaupt noch zu diesem Thema geschrieben werden kann. Aber hier wird ein neuer Ansatz vorgelegt, der das bisher Erschienene in idealer Weise ergänzt und fortführt.

Unterschieden wird hier zwischen ANPs und EPs, anscheinend normal reagierenden Persönlichkeitsanteilen und emotionalen Teilen. Die emotionalen Persönlichkeitsteile überfluten die Patienten mit sogenannten vehementen Emotionen, wie Panik und emotionalem Chaos, und führen zu dysfunktionalen Ersatzhandlungen, die ein reflektierendes Durchdenken und sorgsames Handeln verhindern.

Neu ist auch der Ansatz der "Überwindung von Phobien". Der Phobie hinsichtlich Bindung und Bindungsverlust, traumabezogener mentaler Handlungen, dissoziativer Anteile, traumatischer Erinnerungen und hinsichtlich des normalen Lebens. Großes Gewicht legen die Autoren auf die Steuerung der mentalen Energie und Effizienz, ohne deren Gleichgewicht eine erfolgreiche Traumaexposition und Integration der Persönlichkeitsanteile nicht möglich ist.

Ausführlich, umfassend und in klarer Sprache, dabei wissenschaftlich fundiert, werden die Grundlagen vermittelt und Zusammenhänge dargestellt. Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und respektvoll und auch für Nicht-Professionelle gut zu verstehen. Zahlreiche Betroffene haben den Autoren bereits nach Erscheinen der englischsprachigen Ausgabe rückgemeldet, dass sie sich nach jahrelanger Therapie zum ersten Mal verstanden und gehört fühlten. Die Kapitel beginnen mit einem Zitat zur Einführung in das Thema. Fallbeispiele verdeutlichen das Dargestellte und vorgeschlagene Interventionen sind übersichtlich in Tabellen zusammengefasst. Das Buch wird sicherlich für mehr Verständnis für diese Art der Persönlichkeitsfehlentwicklung und die Reaktionen der Patienten sorgen. Erst wenn etwas erkannt, akzeptiert und verstanden wurde bietet sich die Möglichkeit zur Veränderung. Es bietet eine Fülle von Anregungen und Ansatzpunkten für eine erfolgreiche Behandlung.

Es wendet sich in erster Linie an Kliniker, ist aber auch für Studenten der klinischen Psychologie und Psychiatrie, sowie für Wissenschaftler und Betroffene von Interesse.
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134 von 138 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das verfolgte Selbst 7. August 2008
Format:Broschiert
Mit hohem Respekt und Bewunderung möchte ich dieses Buch als kontinuierlich lernender Therapeut rezensieren.
Das Erstaunlichste sei zuerst benannt: Mit höchster Fachlichkeit geschrieben, ist das sehr anspruchsvolle Buch verständlich, erklärend und klärend, jederzeit empathisch und in sehr vielfältiger Weise hilfreich.
Der Leser darf sich über viele 'AHA-Momente' sicher sein. Mit einem Lächeln möchte ich sagen: Vorsicht es besteht Veränderungs-Gefahr.
Die Grundlage dieser konzeptionellen Überlegungen und Forschungen der Autoren basiert auf dem Verständnis der 'Psychologie des Handelns' von Pierre Janet (1859-1947).
Die strukturelle Dissoziation beschreibt einen Mangel an Integration zwischen zwei oder mehreren psychobiologischen Subsystemen der Persönlichkeit. Jeder dieser Subsysteme der dissoziativen Teile der Persönlichkeit enthält seinen eigenen Sinn von sich Selbst und seinen Wahrnehmungen bezogen auf die Umgebung. Die unterschiedlichen Anteile sind nicht komplett voneinander getrennt, aber können, zum Beispiel, in den Bereich des Anderen eindringen und stören Ebenso können sie sich gegenseitig ablehnen oder voreinander fürchten. Die Folge ist ein Mangel an Kohärenz und Koordination innerhalb der Gesamtpersönlichkeit von Traumatisierten.

Es gibt zwei Hauptarten von Persönlichkeitsanteilen, sie werden als ANP (anscheinend normale Persönlichkeitsanteile) und EP (emotionale Persönlichkeitsanteile) beschrieben. ANP versuchen im täglichen Leben zu funktionieren, und EP ist fixiert auf traumatische Erinnerungen. In der primären strukturellen Dissoziation gibt es ein ANP und ein EP. In der sekundären strukturellen Dissoziation gibt es mehr als ein EP, und in der tertiären strukturellen Dissoziation mehr als ein ANP und mehr als ein EP. Diese komplexeren Formen berichten von heftigen Traumatisierungen im Kindesalter und einem Mangel an sozialer Unterstützung. Solange der Klient sich als ANP vor dem fürchtet was in der Psyche geschieht, können die traumatische Erinnerungen die in Beziehung zu dem EP stehen nicht integriert werden. Passend zu der Furcht und Abwendung der ANP's von den EP's bleibt die strukturelle Dissoziation erhalten, so die Erkenntnis der Autoren. Eine weitere Unterscheidung und auch Lösungsansatz beschreibt die Darstellung von Handlungssystemen. In der Vermittlung von einem oder mehreren Handlungssystemen des täglichen Lebens, versucht der ANP im täglichen Leben zu funktionieren. Der EP vermittelt primär in Bezug auf die Handlungssysteme Verteidigung und Erhaltung. Passend zu dieser Beziehung von unterschiedlichen Handlungssystemen, haben ANP und EP unterschiedliche Motivationen und Ziele.
Es werden weitere Arten von ANPs/EPs beschrieben. Beispiel: Ein 'Kampf-EP', das sich gegen jede Form von intimer und beschützter Bindung zur wehr setzt, kann mit dieser Motivation und Absicht ein vorhandenes 'bindungs-bedürftiges-EP' verfolgen.

Im Weiteren werden negative und positive psychoforme wie auch somatoforme
dissoziative Symptome dargestellt. Negative psychoforme dissoziative Symptome werden als Verlust im Sinne von 'zu wenig' erklärt. Affektverlust, Verlust der kritischen Denkfähigkeit, Verlust von Bedürfnissen sollen hier an dieser Stelle benannt sein. Positive Symptome sind demnach ein 'zuviel' an Wahrnehmung von Gedanken, Ideen, Gefühlen und inneren Bildern. Das Spektrum der traumabezogenen Störungen wird bezogen auf das Buchthema, komprimiert und geschliffen in kurzen präzisen Beispielen aufgezeigt. 'Der EP kann sich im Falle einer PTBS fürchten, er kann Panik empfinden, oder er kann Drogen konsumieren (um traumatische Erinnerungen oder andere belastende positive dissoziative Symptome abzuwehren), bulimisches oder anorektisches Verhalten entwickeln und aggressiv handeln. Der EP kann hierbei ebenso somatoforme Symptome wie körperliche Anästhesie, lokale Schmerzen oder Lähmungserscheinungen erleben. 'Der Klient muß begreifen, daß seine Gefühle, Gedanken oder Wünsche ihm helfen sollten, seine Aufgaben in der Welt zu erfüllen, und daß sie sich auf sein Verhalten und seine Beziehungen auswirken.' 'Viele Klienten können nicht zwischen Gefühlen und Verhaltensweisen unterscheiden. Wenn sie sich beispielsweise wütend fühlen, fürchten Sie, sie könnten aus unkontrollierter Rage heraus handeln'.

Deutliche und hilfreiche Hinweise werden dem Therapeuten im letzten Viertel des Buches gegeben. Darin geht es um traumabezogene Phobien die auch die strukturelle Dissoziation aufrecht erhalten können. Benannt werden unter anderem Phobien hinsichtlich bestimmten traumatischen Reizen, Gedanken und Erinnerungen, mentalen Handlungen, der Veränderung im Allgemeinen und Speziellem, menschlichen Bindungen und Zuneigung sowie dissoziierten Anteilen.

Der Therapeut bekommt umfangreiche Hilfsangebote wie er den Gefühlen seines Klienten durch Beachtung und Respekt begegnen und mit diesen Gefühlen sorgsam arbeiten kann. Die Arbeit mit Symbolen, Metaphern und Anderem führt zur Erhöhung der Möglichkeiten von mentalen Handlungen. Im Sinne des Buches und der Theorie Pierre Janet: Psychologie des Handelns. Durch dieses in Ihrer Gesamtheit und Komplexität beschriebene Vorgehen, kann es gelingen alle dissoziierten Anteile des Klienten zu ermutigen, sich der Existenz anderer Anteile und ihrer jeweiligen Ziele sowie ihres Zusammenwirken im Gesamtsystem des Klienten bewusster zu werden.
Benannt wird dies als Synthese. In der letzten traumatherapeutischen Phase geht es den Autoren um die Realisation und Fusion. In dieser der Klient eine Eigenbeschreibung der Gegenwart entwickelt die zwar durch die Vergangenheit geprägt aber nicht mehr diktiert wird. Trauergefühle ebnen den Weg in die Gegenwart und Zukunft mit neuen förderlichen Erlebnissen.
Auf das unterschiedliche Maß an mentaler Effizienz und mentaler Energie wird im thematischem Kontext immer wieder abgehoben und beschreibt sich in dem Klienten zugeschriebenen Kernsatz: 'Ich bin mehr als ein Traumatisierter'.
Dazu hier und 'passend' die Abschlußsätze des Buches: ' Wenn ich nicht für mich selbst bin, wer bin ich dann? Wenn ich nicht mit anderen zusammen bin, was bin ich dann? Wenn nicht jetzt, wann dann'?

Dieses Buch gehört meiner Ansicht nach in den Bücherschrank eines Jeden, der traumatisierte Menschen professionell begleitet. Für Klienten ist das Buch sicherlich eine Hilfe sich selbst besser zu verstehen und um sich möglicherweise auf den Weg zur (nochmaligen) spezialisierten therapeutischen Hilfe zu begeben. Das Buch ist für mich in mehrfacher Hinsicht eine positive Heraus-FORDERUNG. Höchstwahrscheinlich auch für Sie als zukünftigen Leser '
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klaus Roth TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Das "verfolgte Selbst" des Autorentrios van der Hart, Nijenhuis und Steele ist eines der meist zitiertesten Büchern in der Literatur über Traumatisierungen und deren Behandlung. Obwohl das Buch erst 2006 im amerikanischen Original und 2008 in deutscher Übersetzung erschien, hat sich das darin behandelte Konzept der "strukturellen Dissoziation" bereits heute sehr weit in der traumatherapeutischen Szene durchgesetzt. Inzwischen wird unterschieden zwischen dissoziativen Symptomen und der strukturellen Dissoziation, wobei das eine zum anderen führen kann. Dissoziative Symptome sind z. B. Derealisation, Depersonalisation, Formen stereotyper Selbstregulation, Empfindungslosigkeit, Wegdriften und somatoforme Störungen.

Vor dem Lesen des Buchs hatte ich angenommen, es würde sich in der Hauptsache auf dissoziative Identitätsstörungen (DIS) beziehen, die man früher als multiple Persönlichkeitsstörung (MPS) bezeichnete. Zwar bezieht sich das Buch auch auf dissoziative Identitätsstörungen, jedoch nicht primär.

Das vorgestellte System bietet meiner Meinung nach die beste Konzeption zum Verständnis von Traumatisierungen, da es ein Einschließen aller Aspekte von Traumatisierungen ermöglicht. Anfangs war ich von manchen abstrakten Begriffen und Beschreibungen irritiert, jedoch werden dann durchgängig immer wieder praktische Beispiele zur Verdeutlichung der Theorie gegeben und so wuchs in mir langsam das praktische Verständnis. Im Buch wird in erster Linie auf das Konzept der strukturellen Dissoziation eingegangen, die Vorläufer und andere Konzeptionen werden eher am Rande abgehandelt. Dies erschien mir jedoch auch sinnvoll, da die strukturelle Dissoziation bereits eine sehr komplexes Konstrukt ist und alles weitere den Einstieg nur unnötig weiter erschwert hätte.

Im Vorwort heißt es (Zitat) "In diesem Buch beschreiben wir, was wir im Laufe unserer summierten 65 Praxisjahre bei der Diagnose und Behandlung chronischer traumatisierter Menschen herausgefunden haben.". Dieser Umfang an praktischer Erfahrung macht sich im Laufe des Buchs sehr deutlich bemerkbar.

Das Buch bleibt durchgängig nahe beim eigenen entwickelten Konzept. Dennoch hatte ich trotz einiger Vertrautheit mit dem Thema Traumatisierungen zu keiner Stelle das Gefühl, dass wichtige Aspekte ausgeklammert worden wären. Sie gehören einfach nicht hier zu und würden auch garnichts zur Sache tun (z. B. wird nicht groß darauf eingegangen, auf welche Arten sich Traumatisierungen unterscheiden lassen und welche anderen Autoren bereits welche Differenzierungen machten).
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