Mag man angesichts des doch etwas kindhaft-reißerischen Titels der Reihe, "Grusel-Kabinett" abgeschreckt werden, sollte jeder ernsthaft an Gruselhörspielen interessierte Hörer hier zugreifen: Edward Bulwer-Lyttons "Das verfluchte Haus in der Oxford Street", ein absoluter Klassiker der Horrorliteratur und Spukgeschichte findet in dieser Produktion eine hochqualitative Umsetzung, die sich so nah an die Vorlage hält, wie das in Anbetracht der in der Ich-Perspektive erzählten Vorlage nur möglich ist. Der Protagonist, Daniel genannt, läßt sich von den Vorgängen in dem "Haunted House" anlocken und erlebt zusammen mit seinem Diener eine extrem gruselige Nacht, der er in Nachhinein auf den Grund geht.
Kein Blut, keine Toten, dafür aber Geistererscheinungen noch und nöcher werden hier den Amateurforschern um die Ohren gefetzt und am Ende gibt es sogar eine halbwegs wissenschaftlich-okkultistische Auflösung für all die Vorgänge, die sich an das Original hält. Hervorragende Sprecher, bekannt aus Film und TV, sorgen wie in allen Ausgaben für Atmosphäre und Wiedererkennungswert und lassen das Herz aller, die sich gern mal im Dunkeln gruseln, höher schlagen. Die Exposition ist zwar etwas lang geraten, aber insgesamt wesentlich gruseliger als alles, was die John-Sinclair-Fraktion so zusammen produziert.
Zum Fürchten! Im positiven Sinne!