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Das verborgene Wort [Gebundene Ausgabe]

Ulla Hahn
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

7. April 2004
Dies ist die Geschichtensammlung dreier Krankenpflegeschüler, die währendihrer Ausbildung eine Möglichkeit suchten, ihren Empfindungen Ausdruck zu verleihen. Dieses Buch verschlüsselt diese Erlebnisse und überspannt sie schliesslich ins Groteske. Und so bleibt es dem Leser überlassen sich hier zurechtzufinden, denn der Weg zum Krankenpflege-Examen ist sehr steinig. Trotz aller Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis der Krankenpflege, trotz aller zwischenmenschlicher Konflikte lässt es doch hoffen, dass Menschen sich hier immer wieder ihrer selbst annehmen. Am Ende erhebt dieses Buch jedoch keinen Anspruch auf moralische Verpflichtung. Vielmehr trifft es unserer Meinung nach die Zwerchfellmuskulatur und das ist bekanntlich die beste Therapie.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 595 Seiten
  • Verlag: Dva; Auflage: 10., Aufl. (7. April 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421054576
  • ISBN-13: 978-3421054579
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 14,4 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (60 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 424.844 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Im Wettstreit um das katholischste Milieu einer Romanhandlung hat sie dem unerreichbar führenden Heinrich Böll einige Punkte abgenommen: Ulla Hahn, Rheinländerin wie Böll, schildert in Das verborgene Wort eine Nachkriegskindheit, die so bedrückend katholisch ist, dass man Mühe hat, sich ins Gedächtnis zurückzurufen: Ja, genauso war es. So wird der Ich-Erzählerin Hildegard als Kleinkind nach ihren ersten vier Worten ("Mama", "Wauwau", "Bäbä" und "Hamham") gleich ein Gebet beigebracht; die Nachbarin rechnet sich derweil aus, dass sie dreieinhalb Jahre lang täglich einen schmerzensreichen Rosenkranz und fünf Vaterunser beten muss, um ihrer Schwiegermutter, die ohne letzte Ölung gestorben war, aus dem Fegefeuer in den Himmel zu helfen. Es fällt schwer, das zu glauben, aber so ging es wohl wirklich mal zu in Deutschland.

Das heranwachsende Mädchen, ein neugieriges, aufgeschlossenes Kind, wird beinahe erdrückt von dieser muffigen Enge. Die Verständnislosigkeit der Eltern und die unnachgiebige Strenge der gottesfürchtigen Großmutter lassen Hildegard fast zerbrechen -- wäre da nicht der Großvater, der ihr mit verwunschenen Geschichten das Tor zum Reich der Fantasie öffnet. Sie tritt ein in die Welt der Bücher und in dieser Welt findet sie ihr Zuhause, hier ist sie so frei, wie sie es im echten Leben nicht sein kann.

Ulla Hahn, als Lyrikerin eher die knappe literarische Form gewohnt, lässt beim Erzählen dieser (ihrer?) Kindheitsgeschichte alle Selbstbeschränkung fahren -- durch fast 600 Seiten hat man sich zu kämpfen. Das ist nicht immer einfach, denn die sehr poetische Sprache und vor allem der Versuch, den rheinischen Dialekt wiederzugeben, verlangen dem Leser einiges ab. Doch es lohnt sich: Das verborgene Wort ist eine wunderschöne emotionsgeladene Hymne auf die Kraft der Fantasie. --Christoph Nettersheim

Pressestimmen

Buchnotiz zu : Die Zeit, 23.08.2001
In einer sehr umfangreichen Rezension singt Dieter Borchmeyer zu seiner eigenen Überraschung eine Hymne auf diesen Roman und gibt zu, einen solchen Wurf der Lyrikerin nicht unbedingt zugetraut zu haben. Nicht nur Hahns Präzision, mit der sie das Milieu der rheinisch-katholischen Gesellschaft der fünfziger Jahre beschrieben hat, hat ihm spürbar imponiert, sondern auch die Sprachfantasie, das Visionäre, das dem Naturalistischen seiner Ansicht nach immer wieder auch märchenhafte Züge verleiht. Borchmeyer scheint dies umso bewundernswerter zu finden, als die Welt hier aus der Sicht eines Kindes wahrgenommen wird: Da ist die Biederkeit, die Schlager, die von Fernweh handeln, der rigide Katholizismus, das Geistfeindliche, aber auch die Fantasie, in die das Kind flüchtet und zu der es von seinem Großvater, "der einzigen rundum positiven Hauptfigur des Roman" angeregt wird. Das alles findet der Rezensent spannend erzählt, wobei er besonders die Fähigkeit der Autorin lobt, Charaktere mit wenigen Pinselstrichen, ja eher mit Beiläufigkeiten, plastisch zu zeichnen. Vieles, was das Kind noch nicht völlig versteht, etwa Geschehnisse während der Nazi-Zeit, wird nur angedeutet, kann aber vom Leser erschlossen werden, meint Borchmeyer, und schwärmt noch einmal von Ulla Hahns "visionärer Kraft" und "überquellender Sprachfantasie".

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.08.2001
Kristina Maidt-Zinke kann sich für dieses Buch offenbar nicht wirklich erwärmen, denn obwohl sie sich mit dezidierter Kritik zurückhält, ist nicht zu übersehen, dass sie sich sehr an dem wie sie vermutet großen autobiografischen Anteil des Romans stört. Es scheint ihr so vorzukommen, als ob Hahn an ihrer eigenen Heiligenlegende gestrickt habe: Das Kind, das in der geistfeindlichen rheinisch-katholischen Provinz aufwächst, das mühselig Hochdeutsch lernt, fürs Bücherlesen bestraft wird, lieber Geige als Akkordeon spielen wollte und letztlich doch den Weg aus der geistigen Tiefe hinauf in intellektuelle Höhen schafft. Der Autorin bescheinigt Maidt-Zinke eine "unterhaltsam volksnahe, gelegentlich exzessive Drastik", die sie andererseits aber auch "hochprätentiös" findet. Die Kindheit in den fünfziger Jahren sieht die Rezensentin hier "in derart schwelgerischer Detailfülle" erzählt, wie es bisher noch nicht der Fall gewesen sei. "Ein ergreifender Schmöker", sei das Buch, doch wie ein Lob mag das nicht wirklich klingen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Perlentaucher.de


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
76 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Voller Emotion 21. November 2006
Format:Gebundene Ausgabe
"Lommer jonn", so beginnt und endet eines der wichtigsten, interessantesten, farbigsten und sprachlich gelungensten Bücher aus der Feder einer deutschen Autorin der letzten Jahre.

"Auf gehts", und es geht wirklich heftig los, nicht in die weite Welt, sondern in das bunte, aber muffige, repressive Leben der 50iger Jahre in der frisch etablierten Bundesrepublik Deutschland.

Geschildert wird die Kindheit und Jugend Hildegards. Sie reift zur jungen Frau, entdeckt ihre Liebe zur Literatur und beginnt sich gegen alle Widerstände zu emanzipieren.

Hildegard, laut der Oma ein "Teufelsbraten" und ein "Traumtopf", tatsächlich ein phantasiebegabtes Kind, wird einer eisernen Disziplin und religiöser Gehirnwäsche unterzogen. Sie erlebt an sich und an anderen körperliche und seelische Mißhandlung und handfeste Bedrohungen. Als Teenager erträgt sie den gesamten bigotten religiösen Wahn ihrer Herkunftsfamilie und des Dorfes, in dem sie groß wird. Fast scheitert sie, befreit sich jedoch mit Hilfe u.a. ihres Opas aus den Fesseln ihrer Herkunft und besiegt sogar ihren Alkoholismus.

Man kann dieses Werk als Biographie lesen, die eindrucksvoll eine Sozialisation im katholischen Unterschichtsmilieu beschreibt.

Man fragt sich , wieviele junge Menschen wohl an einer solchen "Erziehung" zu Bruch gegangen sind.

Aber der Roman macht letztlich auch Hoffnung; er ist gleichzeitig ein aufkärerisches und höchst poetisches Werk, das uns zeigt, warum Widerstand möglich war und ist: nämlich weil es um Freiheit geht und darum, einen Weg zur Aktivierung von Kreativität zu finden.

Ein Drama mit wunderbaren Passagen, einer grandiosen Prosa. Ein Buch voller Emotion, warmherzig erzählt und wirklich jedem zur Lektüre nahegelegt, der eine lebhafte und eindringliche Geschichte zu schätzen vermag.
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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Meine Seele aber lebte in den Wörtern" 18. März 2007
Format:Taschenbuch
Auch wenn meiner Generation von Frauen (Jahrgang 1962) der Weg zur Bildung nicht mehr verwehrt war, findet man als Frau in diesem autobiografisch gefärbten Roman von Ulla Hahn ein hohes Identifikationspotenzial mit der weiblichen Protagonistin Hildegard Palm. Es handelt sich um einen Entwicklungsroman, der zwar durch zahlreiche Dialoge in rheinischem Dialekt regional gefärbt ist, aber die Handlung kann sich im Prinzip überall in der Provinz so abgespielt haben. Als die kleine Hildegard lesen und schreiben lernt, öffnet sich für sie die große weite Welt, der Sesam öffne dich" zum Verborgenen Wort". Ihr Interesse am Lesen, an Bildung, ihre Sehnsucht, dem Arbeitermilieu zu entfliehen, zur besseren Gesellschaft zu gehören, stoßen immer wieder auf neue Widerstände aus dem familiären Umfeld. Ein brutaler Vater, eine abgestumpfte Mutter, eine strenggläubige Großmutter, später die ungeliebte Lehrstelle im Büro einer Fabrik bilden das Gefängnis aus Gitterstäben wie in Rilkes Panther", aus dem Hildegard immer neue Ausbruchversuche wagt, in dem sie in Worte, Bücher, Geschichten flüchtet. Einziger Lichtblick bildet die liebevolle Beziehung des Mädchens zu seinem Großvater.

Auf Hildegard Palms Odyssee begleiten sie die großen Dichter Schiller und Goethe, Gottfried Keller, die Dichter der Romantik, des Naturalismus, des neuen Realismus.

Auch wenn Hildegard alle üblichen Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens durchlebt, körperliche Veränderungen, Freundschaften und erste Liebe, sie führt kein Tagebuch wie andere Mädchen, sie führt ein Buch der schönen und wichtigen Worte" und sie schreibt fiktive Briefe an Schiller.

Das Buch ist eine Offenbarung für jeden Menschen, ob Frau oder Mann, auf den Bücher schon vom Anbeginn der Kindheit eine große Faszination ausübten. Gleichzeitig bildet es eine sozialkritische Studie und ein Plädoyer für das Anrecht auf Bildung - vor dem Hintergrund des Bildungsnotstandes in vielen Teilen der Dritten Welt, aber auch dem Abschneiden bei den PISA-Studien der letzten Jahre in Deutschland aktueller denn je.

Ein anrührendes, lesenwertes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Zeile gefangen nahm - mit einem Ende, welches hoffen lässt.
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65 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Sternstunde der deutschen Literatur 9. Februar 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Welche Kraft und welch' Ausdruck die deutsche Sprache besitzen kann! Es ist schon erstaunlich, wie eine Schriftstellerin aus für Außenstehende Banalitäten des Alltags eine Sinnesraubende Wortzauberei erschafft. Der Roman ist über große Strecken an Poesie kaum zu übertreffen und sucht in der zeitgenössischen Literatur vergleichbares!
In das Mädchen Hildegard habe ich mich sofort verliebt! So unkonventionell wie sie wollte ich als Kind bzw. Jugendlicher auch sein. Gelungen ist mir dies bis heute nicht!
Der Roman erinnert mich sowohl an meine Kindheit und Jugend, als auch an mein Dasein als Vater einer Tochter, welche etwa so alt wie Hildegard gegen Ende des Romans ist. Viele Verwandte erschienen plötzlich in einem völlig neuen Licht! Alles war schon einmal da: Bei jedem anders und doch gleich! Die Eigenarten der Verwandten und Bekannten konnte ich in meiner eigenen Familie wiedererkennen. Ulla Hahns Roman ist eine wunderbare, über Strecken schmerzhafte, Beschreibung des Lebens, Fühlens und Denkens eines Kindes der 50er Jahre. Geht oder ging es mir in den 60er Jahren, der heutigen Generation, anders?
Das bisschen Kölsch stört nicht! Ganz im Gegenteil: Die Wortklaubereien manch anderer, oftmals preisüberhäufter, Schriftsteller/innen werden ad absurdum geschrieben! Ich bin wieder stolz auf die Sprache der Dichter und Denker, welche andere ach so arg geschmäht!
Ein wunderbarer Roman! Auf diesem Wege mein Dank für viele Stunden intensiven Lesens, verstehen Lernens und der Genugtuung, endlich eine der deutschen Sprache mächtigen Schriftstellerin gefunden zu haben.
Liebe Ulla Hahn: Wann folgt die Fortsetzung? Mit 14 oder 15 Jahren fängt das Leben doch erst an!
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5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch
Deutsche Kleine-Leute-Geschichten,... Habe ich selbst so erlebt... Vom heimlichen Lesen und dem völligen Unverstandensein. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Stunden von Andreas Barth Steinborn veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert
Dieses Buch gehört zu meinen absoluten Favoriten.Ich werde es bestimmt irgendwann ein zweites Mal lesen. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Tagen von Becker Doris veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert
Man kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Es ist sehr gut geschrieben, spannend und gewährt Einsichten in die Lebensumstände und Seelenzustände eines jungen... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Tagen von Theresia Entner de Cruz veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Buch
Das Buch war wie neu gefällt mir sehr gut und dadurch spare ich eine Menge Geld.Lesen macht dann nochmal so viel spaß.
Vor 3 Monaten von andrea skillandat veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen na ja
Das Produkt war sehr lange unterwegs. Da der Preis sehr niedrig war, war das Porto entsprechend hoch. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Gerdi Weis veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen wunderbare "Pflicht"Lektüre
Dieses Buch ist so schön geschrieben, dass man nicht von lassen kann. Die letzten Seiten habe ich "ganz langsam" gelesen! Es sollte noch nicht zu Ende sein. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Eva-Kathrein Wustrow veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Nicht Jedermanns Sache - nur für Wortverliebte
Sie müssen dieses Buch aus zwei Blickwinkeln betrachten: Zum Einen wird hier die Geschichte eines Mädchens im Nachkriegsdeutschland erzählt, welches sich nicht mit... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Carsten Krautwald veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wunderbar
Dieses Buch hat mich umgehauen. Sehr viele Erwachsenen-Sätze habe ich in den 60er und 70ern auch noch genau so zu hören bekommen. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von J. Steinseifer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ohrsteine
... ich habe sie gefunden. Nicht die Wutsteine, sondern einen Ohrstein. Am Rhein. Am gleichen Ort, wie Ulla Hahn seinerzeit, nur etwa 50 Jahre später. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. März 2011 von Carolin Scheliga
5.0 von 5 Sternen Die Spur der Steine
Hildegard Palm entstammt einer katholischen Arbeiterfamilie in einem rheinischen Dorf. Hart geht es in dieser Familie zu und nur der Großvater vermittelt dem Mädchen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Mai 2010 von Jupiter
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