oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Jetzt eintauschen
und EUR 2,30 Gutschein erhalten
Eintausch
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Das unmoralische Geschlecht: Zur Geburt der Negativen Andrologie [Taschenbuch]

Christoph Kucklick
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 13,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Nur noch 7 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Montag, 27. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
Suhrkamp
Suhrkamp-Wissenschafts-Shop
Entdecken Sie die Neuheiten des Verlags, aktuelle Bestseller und weitere spannende Titel im Suhrkamp-Wissenschafts-Shop.

Kurzbeschreibung

20. April 2008
Hinter der Gender-Debatte steht die Überzeugung: In der Moderne inszeniert sich der Mann als rationales Alphatier, die Frau gilt als seine andere: als emotional und minderwertig. Diesen Mythos dekonstruiert Christoph Kucklick mit einem systemtheoretischen close reading kanonischer Texte zum Geschlechterverhältnis aus der Zeit um 1800. Er bringt eine ganz andere Redeordnung ans Licht: die negative Andrologie, in der der Mann als abschreckendes Produkt der Modernisierung erscheint: als gewalttätig, unmoralisch und triebgesteuert. Sogar Fichtes Deduktion der Ehe – bislang gelesen als Manifest des Machismo – kann so neu verstanden werden: als Anleitung zur Zivilisierung der "bösen Männer".

Wird oft zusammen gekauft

Das unmoralische Geschlecht: Zur Geburt der Negativen Andrologie + Die Geschlechterlüge: Die Macht der Vorurteile über Frau und Mann + Delusions of Gender: The Real Science Behind Sex Differences
Preis für alle drei: EUR 44,45

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Taschenbuch: 379 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (20. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518125389
  • ISBN-13: 978-3518125380
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 233.714 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Man könnte meinen, erst der organisierte Feminismus des 20. Jahrhunderts hätte ein kollektives Unbehagen an den Werten der Männlichkeit formuliert. Doch die »Geburt der negativen Andrologie« – wie der Soziologie Christoph Kucklick sein Thema mit einem hübschen Silberblick hin zu Nietzsche umschreibt – ist viel älter. ... Endlich wieder einmal ein Buch aus der soziologischen Zunft, das man der interessierten Leserschaft guten Gewissens und reinsten Herzens empfehlen darf.« (Neue Zürcher Zeitung )

Über den Autor

Christoph Kucklick, geboren 1963, ist Soziologe und arbeitet als Journalist in Hamburg.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Inhaltsverzeichnis | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
1 Sterne
0
4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Männerfeindliche Männer 21. Dezember 2010
Format:Taschenbuch
Mann kann gewiss sein, dass die Welt längst zur großen, menschenleeren Wüste geworden wäre, wenn bloß Männer darauf gesetzt worden wären. Sie würden unfehlbar in Kurzem sich alle einander ermordet haben."
Furchtbar steht der rohe Sohn der Natur vor uns, der nur einem einzigen Gesetze blindlings gehorcht: dem schrecklichen Gesetz der Stärke. Was ihn zum Handeln bewegt, ist Egoismus der gröbsten Art, instinktmäßiger Eigennutz."
Die Geschichte keines Volks, und keines anderen Standes bietet ein so empörendes und Abscheu und Mitleiden erregendes Schauspiel dar, als die Geschichte des Zustands des weiblichen Geschlechts unter den meisten Völker der Erde."
Klänge die Ausdrucksweise in diesen Zitaten nicht etwas altertümlich, würde man sie heute zweifellos radikalfeministischen Autorinnen zuordnen. Doch sie stammen alle von Männern (!) und zwar aus der Zeit um 1800 und sie sind keine herausgepickten Einzelfälle. Manche radikalfeministischen Positionen erscheinen historisch besehen fast wie alte Hüte, die aber von Männer erfunden wurden. Galt früher die Frau als das unberechenbare sexuelle Wesen, dem der Mann klare Schranken setzen muss, verdreht sich der Diskurs in der Zeit des aufkommenden Bürgertums ins Gegenteil. Nun ist der Mann das unvernünftige Triebwesen aus dem nur durch die Liebe eine Frau etwas Zivilisiertes werden kann.
Christoph Kucklick macht in "Das unmoralische Geschlecht. Zur Geburt der Negativen Andrologie", eine überarbeitete Fassung seiner Doktorarbeit, deutlich und belegt es mit unzähligen Zitaten, dass das Unbehagen an Männlichkeit, die negative Andrologie, keine Erfindung des späten 20. Jahrhunderts ist, sondern von Anfang an in das Gewebe der Moderne geätzt ist. Männer gelten ihrer Natur nach als gewalttätig, asozial, unmoralisch, hypersexuell, gefühlskalt, kommunikationsunfähig und verantwortungslos. Dabei sind es durchwegs männliche Autoren, darunter auch bekannte Philosophen wie Fichte, Humboldt oder Schelling, die diese Melodie anstimmen zu einer Zeit, in der Männer angeblich alles getan haben, um den eigenen Machterhalt zu sichern und das weibliche Geschlecht zu unterdrücken. Die Geschichte des Geschlechterdiskurses verändert sich jedenfalls völlig, wenn diese Zeit um 1800 ernsthaft berücksichtigt wird. Beklemmend fast zu lesen ist die Geschichte der Antionanierbewegung, die im 19. Jh. aufkommt mit grausamsten Formen männlicher Geschlechtsverstümmelung.
Es ist ein hoch interessantes und wichtiges Buch, das der Soziologe Kucklick geschrieben hat und das trotz seiner Wissenschaftlichkeit über weite Strecken auch noch recht gut zu lesen ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Waren die Männer noch in der Aufklärung die Gesellschaftsträger, Moralhüter und diejenigen, die den göttlichen Heilsplan verwirklichten, so wurden sie in der Spätaufklärung um das Jahr 1800 in wenigen Jahren der Ideengeschichte zu triebgesteuerten, egozentrischen Monstern. Im Gegenzug wurden die Frauen zu den Trägerinnen der Gesellschaft, der Bildung, ihnen wurde der vollständige, göttliche Blick in alle Familienmitglieder zugerechnet, sie wurden zu den Herrscherinnen im Interaktionsbereich und ihnen wurde die Zivilisierung der Männer aufgebürdet, wie Kucklick vor allem an Fichte zeigt.

Kucklick zeigt in seiner ausholenden, faszinierenden, belegreichen Studie, dass dieser Prozess auf die frühe Moderne zurückgeht, die sich in der Aufsplitterung in viele Funktionssysteme zeigt, in denen es kein Vertrauen brauchte, denen die Kälte der Moderne entstammte und die die zentral geführten Systeme ablösten und zu einer neuen Unübersichtlichkeit führten. All die negativen Seiten dieser neuen Gesellschaft wurden den Männern zugeschrieben.Das Heil sollte neu aus dem weiblich geführten Interaktionsbereich kommen.

Dem Feminismus wirft Kucklick vor, mit der Fokussierung auf die Machtfrage alle soziologischen Bereiche und den historischen Diskurs ausgeblendet zu haben. Dem einzig thematisierten male gaze stellt er einen female gaze gegenüber - derjenige, der die Familie perfekt durchschaut. Der vor allem thematisierten Medizinalisierung des Frauenkörpers stellt er die aggressive Onaniephopie und die Beschneidung gegenüber. Diese Misshandlung der Männer im 19. Jahrhundert geht auf die Perhorreszierung der Männer im Diskurs um 1800 zurück.

Im Schlusskapitel stellt Kucklick fest, dass die Moderne, die auch viele positive Seiten aufweist, nicht zu haben ist, indem die Frauen die Macht übernehmen, denn: "Es ist nicht Männlichkeit, die zerstört, und nicht Weiblichkeit, die rettet, sondern es sind Strukturlogiken, die ihren Lauf nehmen ganz unabhängig davon, welches Geschlecht jeweils einem der Vorgänge eingepasst wird."

Diese Studie, eine Dissertation, holt weit in die intellektuellen Welten aus. Die Zahl der beigebrachten Belegtexte aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert ist erstaunlich. In den USA wäre Kucklick mit diesem Buch längst Professor. Vor Jahren habe ich Fetischismus und Kultur" von Prof. Hartmut Böhme gelesen (vgl. Rezension). Kucklick hat bei ihm dissertiert.

In der Rezension zu Böhme habe ich angehängt, wie ich interessante Bücher ersehne und wie selten sie zu finden sind. Hier ist endlich mal wieder so ein Exemplar. Ich fand es faszinierend und ich kann die Lektüre wärmstens empfehlen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Achtung, "Spielverderber"-Rezension! 26. Mai 2012
Von H. Jaeger
Format:Taschenbuch
Ein Buch über dessen eigenen Anspruch hinaus zu beurteilen, sei dieser im Werk selbst nun explizit genannt oder nicht, ist immer so eine Sache. Andererseits: Von vornherein davon auszugehen, dass gehobene Kost wie z.B. diese überarbeitete Dissertation von Christoph Kucklick automatisch unter den Generalkonsens fällt, die potenzielle Zielgruppe bestehe sowieso nur aus einer intellektuellen Elite, ist auf Dauer ein ziemlich billiges und allzu leichtfertig gemachtes Zugeständnis. Es gibt ja schließlich noch die Mehrheit der Nichtintellektuellen. Und wenn die im Allgemeinen nicht zählt, so doch hoffentlich wenigstens diejenige unbestreitbare Mehrheit unter allen Lesern, die das ,was sie liest, auch gern verstehen, wenn nicht gar praktisch anwenden möchte. Dem an sich vielversprechenden Thema anhand Kucklicks Bearbeitung das ersehnte Aha-Erlebnis abzuringen, dürfte jedenfalls nicht nur Spaßlesern schwerfallen.

Zwar ist der mit vorbildlichem Fleiß recherchierte Rückblick auf alles, was mit der Entstehung von Geschlechterbildern zu tun hat, durchaus informativ. Aus den darin eingeflochtenen Thesen und Schlüssen des Autors dessen beabsichtigte oder unbeabsichtigte Eigenleistung herauszufiltern, ist allerdings eine Herausforderung, deren Goutierbarkeit bezweifelt werden darf. Allein angesichts des Einsatzes von und Umgangs mit gewissem Vokabular, wenngleich dies nicht ohne anderweitige sprachliche Virtuosität geschieht: Beispielsweise könne man, so der Autor, ohne seine aufgezeigte Negativandrologie die modernen Geschlechterverhältnisse nicht angemessen verstehen; den privilegierten Zugang zur hyperkomplexen heterarchischen Geschlechterlandschaft verschaffe ihr (also seiner Negativandrologie) allerdings erst die soziologische Systemtheorie. Alles klar? Ja, klar ist das klar. Aber nur denjenigen, die... Des Weiteren scheint Kucklick einen Narren an dem Methusalem unter den Hohl-Vokabeln "Struktur" und all dessen Variationsmöglichkeiten gefressen zu haben (wie übrigens viele seiner Kollegen, womit ich der Einfachheit halber alle modernen Geisteswissenschaftler meine): Als da wären "Strukturwandel", "Strukturlogiken", "Strukturaspekte" und überhaupt (um diejenigen nicht zu enttäuschen, die der Substantivbildungen nun überdrüssig sind) ließe sich da einiges viel "strukturreicher" regeln als anderes, und zwar möglichst "strukturgenau"... Logisch, ne. Dieses Herum"struktur"ieren nervt gewaltig, denn eine für das klare Verständnis unabdingbare verbindliche, geschweige denn intersubjektive Aussagekraft kann man diesem heillos abgenutzten Nullwort beim besten Willen nicht zugestehen, egal, wie eng der Kontext ist. Und wer dank weiterer deftiger Geschosse wie z.B. "konjugale Kybernetik" (man möge dies googeln und nicht überrascht sein) am Ende immer noch so schlau ist wie zuvor, der sollte sich nicht schämen: Wer hier ohne die Weihen philosophiegeschichtlicher Grundschulung zu Felde zieht, steht eben ganz schön im Wald. Dabei sind die ganzen Begriffe an sich erst das halbe Problem; hinzu kommt der Zusammenhang, in den sie jeweils hingebracht, aus dem sie herausgerissen oder in welchem sie auch mal ganz einfach nur zitiert werden.

Dabei hat der Autor der von ihm hiermit ins Leben gerufenen Randdisziplin ,Geschlechterdiskursologie' (ich nenn's mal so... auf diesen Paraneologismus kommt's nicht an) nicht mal in formaler Hinsicht ein durchweg seriöses Denkmal gesetzt: Es fängt damit an, dass Kucklick die Grundlagen der Arbeit Lieselotte Steinbrücks ("Das Moralische Geschlecht", 1987), auf die er offensichtlich aufbaut, nur unzulänglich beleuchtet, wodurch sich zu seinen weiteren Ausführungen kein befriedigender Zusammenhang ergibt (überhaupt bleibt so einiges im Dunkeln). Kritische Augen erhalten außerdem Gelegenheit zu bemängeln, dass der Autor manche der Textauszüge, hinter denen ein großer Name steht (z.B. Rousseau, Kant) nicht aus den Originalwerken, sondern aus einer Sekundärliteratur zitiert. Gut, Letzteres ist keine Katastrophe. Das Dumme ist nur: Diese verpönte Unsitte geht, wie bereits angedeutet, ausgerechnet mit einem Dauerfeuer an fachlich nur bedingt zu rechtfertigenden, grenzwertigen Begriffsverschlingungen einher (die manche RezensentInnen übrigens ganz unkritisch aufgreifen, als könne man dergleichen wirklich als selbstverständlich voraussetzen - so weit sind wir schon). Das ist eine bedenkliche Mischung. Jedenfalls wird es nix mit transparenten (Kern-)Aussagen, so lange man sie hinter den wildwuchernden Dornhecken akademischer Insiderverbalisierung und prätentiöser Abstrahierung suchen muss. Das ist nicht nur beklagenswert, sondern auch out. Im Zuge der modernen Bildungssystemoptimierungs- und Effizienzbemühungen sind Forschung und Lehre dazu angehalten, wenigstens ihre mit Veröffentlichungszwang beauflagten Erzeugnisse (also Dissertationen) so aufzubereiten, dass sie zumindest auf Verständnisebene so weit wie möglich als Gemeingut nutzbar sind (natürlich möglichst ohne populistische Verflachung). Und sei es, indem man das Diskrepanzbewusstsein hellsichtig kommuniziert und eine Art ,Voraussetzungskatalog' voranstellt, damit man immerhin verstehen kann, warum man etwas nicht versteht. Da sind die Geisteswissenschaften nun mal am meisten in der Pflicht, denn jeder historische, philosophische, soziologische, politologische und psychologische (...) Sachverhalt lässt sich so erklären, dass man ihn ohne spezifische Vorkenntnisse verstehen kann, ohne deswegen gleich bei Adam und Eva anfangen zu müssen - wenn man wirklich will. Da kommt mir spontan Wolf Schneider in den Sinn, wie er in seiner jüngst als Beilage einer nicht unbekannten Zeitung erschienenen Deutsch-Stilkunde Folgendes bemerkte (gerade zum Thema "Wissenschaftsjargon"!): "Viel bewirken könnte ein guter Wille in den Geisteswissenschaften. Gerade ihnen fehlt er aber oft. Wollen Philosophen, Soziologen, Psychologen überhaupt verstanden werden? Oder vertrauen sie darauf, dass viele Leute - und Deutsche mehr als Engländer oder Franzosen - gern alles für erhaben halten, was sie nicht verstehen? Oder treibt sie gar die Sorge um, von ihrer Wissenschaft bliebe nicht genug übrig, wenn sie sich verständlich machte?"
Geht es hingegen um Linguistik und Natur, sieht es natürlich schon etwas anders aus. Beim elaborierten Ausloten von Phänomenen wie Suprasegmentalia, Fraktalgeometrie oder Quantentheorien darf man auch dem Laien zumuten, vorher angemessen "nachzurüsten", möchte er da mithalten.

Bleibt die Frage: Was bringt's ansonsten, d.h., wenn man sich in der glücklichen Lage befindet, diese Hürden überwunden und alles soweit einigermaßen verstanden zu haben - wenn man "weiß", welches Geschlecht jetzt welches Image hat und warum und seit wann und so? Hier wären wir wieder bei der Frage, an welchem Anspruch genau man so ein Werk messen soll. Ein praktisch verwertbares Lehrstück zur Geschlechterfrage der Gegenwart liegt jedenfalls so oder so nicht vor. Denn: Diejenigen, die einfach nur wissensdurstig sind, sich ansonsten um dergleichen aber überhaupt nicht kümmern und einfach nur ganz egozentrisch und eigennützig ihren Weg gehen nach dem dankbaren Motto "Hauptsache, glücklich", werden sich von Kucklicks Erkenntnissen ebenso wenig auf hilfreiche Weise angesprochen fühlen wie diejenigen, deren Ich-Kompetenz und sexuelle Identität durch gewisse fatale Einwirkungen schon beschädigt oder gar zerstört waren, noch bevor sie überhaupt gedeihen konnten. Einwirkungen von z.B. der ausgreifenden gesellschaftlichen Art, wie sie Kucklicks Thema als solches überhaupt erst tauglich bzw. relevant gemacht haben. Genau deshalb ist ein solcher Extremfall als Zielgruppe auch so bedeutend. Er selbst bildet zwar keine Mehrheit; diejenigen, die im Prinzip von derselben Problematik betroffen sind, jedoch schon. Es ist schließlich kein Zufall, dass dieses Werk genau jetzt erscheint, denn wie so viele reagiert es auf ein aktuelles prominentes Phänomen, in diesem Fall a) eine handfeste Krise bezüglich eines b) zeitlosen Themas. Krisen schaffen Nachteile und Notwendigkeiten. Insofern repräsentiert das soeben genannte Extrem nichts Geringeres als den maximalen Bedarfsfall unter sämtlichen Betroffenen. Und wenn man den nicht ernst nimmt, was dann? Soll heißen, wenn schon mal jemand das zündende, um nicht zu sagen das richtige Thema anpackt, dann stünde es gerade einer dermaßen ambitionierten Abhandlung wie Kucklicks gut zu Gesicht, auch ihre Chancen zu sozialer Verantwortung zu nutzen: Nicht nur die goldene Mitte zu treffen zwischen unterkühlter Fließbandpromotion und idealistisch überdrehter, unnötig politisierender Weltverbesserungsutopie (als letztere enden weit banalere "wissenschaftliche" Werke oft genug). Sondern das auch auf solche Weise zu tun, dass des Pudels Kern dort hinfallen kann, wo der Boden am fruchtbarsten ist. Eine Überdosis graue Theorie als Staubfänger zum alibimäßigen Aufblähen der Hausbibliothek Möchtegerngebildeter, wie sie hier vorliegt, leistet dies jedoch nicht.

Amüsanter und anschaulicher ist da schon Kucklicks unlängst veröffentlichtes Essay "Das verteufelte Geschlecht", eine Art Kurzfassung von allem. Man kann nur mutmaßen, welchen Motiven eine solche Streuung seiner Bearbeitung des Themas zu verdanken ist. Aber das ist nicht so wichtig. Hauptsache, alles, was Kucklick dazu noch so vom Stapel lassen mag, bewegt sich ebenfalls in die richtige Richtung - zumindest, was die Darstellung angeht. Lesen Sie weiter... ›
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de