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Das unbesetzte Gebiet. Im schwarzen Berg Gebundene Ausgabe – 12. Juli 2004


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 132 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (12. Juli 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518416340
  • ISBN-13: 978-3518416341
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,5 x 20,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Volker Braun wurde 1939 in Dresden geboren. Nachdem er sich nach dem Abitur vergeblich um einen Studienplatz bemüht hatte, arbeitete er von 1957 bis1960 in einer Druckerei in Dresden, beim Tiefbau-Kombinat Schwarze Pumpe und absolvierte einen Facharbeiterlehrgang im Tagebau Burghammer. Von 1960 bis 1964 studierte er dann Philosophie in Leipzig und zog nach dem Ende des Studiums nach Berlin, wo er bis 1966 als Dramaturg am Berliner Ensemble arbeitete. Nach einigen Jahren am Deutschen Theater Berlin arbeitete er von 1977 bis 1990 erneut am Berliner Ensemble. Im Wintersemester 1999/2000 erhielt er die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Gesamtschule Kassel. Braun erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Büchner-Preis im Jahr 2000 und den ver.di-Literaturpreis 2007. Volker Braun lebt heute in Berlin.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Naturtheater von Schwarzenberg. In der zweiten Nacht hatten sie spitzbekommen, daß sich die Kreisleitung verdünnisierte. Sie sollte sich in der Naturbühne eingenistet haben. Korb Paul stellte seine Truppe zusammen für einen großen Auftritt; die Requisiten auf dem Wagen, mit dem sie den Berg hochkachelten. Der Schuster Stocklöw war mit aufgesprungen, weil Blechschmidt bei der Bahn, weil se nicht kam, nich abkömmlich war. Es wär keine Kunst, behauptete Korb, die Hunde festzunehmen: das Spiel sei aus. Das Theater lag in einem aufgelassenen Steinbruch. Korb ließ die Eingänge besetzen und stürmte mit den andern hinein und, das war nun seine Vorstellung, ballerte in den Saal. Ein ungeheurer Hall, aber niemand zeigte sich, die Nazis hatten Lunte gerochen. Man kannte die Komödianten, sie würden sich feige versteckt haben und aus dem Hinterhalt starren. Stocklöw sah sich ängstlich um. Das Areal glich einer Festung, mit den Bruchsteinmauern und Laufgräben, zwei mannshohen Türmchen mit Sehschlitzen für den Souffleur oder Scharfschützen. An zwei Seiten stieg die Felsenwand auf, an der Sträucher hafteten und kleine Stege, über die man entkommen konnte. Unter den Füßen Bohlen, da wars hohl. Waren sie in die Falle gegangen? Da entdeckte Stocklöw ein Grüppchen, das sich hinten an die Kulisse drängte, einer im weißen Kleid mit goldenen Streifen und zwei oder drei wie Landsknechte verkleidet. Als Korb, die Pistole schwenkend, hinlief und sie greifen wollte, waren es lauter Kostüme, am Geländer aufgehängt. Er sah bedeppert drein und stotterte: Die wolln uns foppen. Es lagen auch Theaterzettel herum, von einer KOMÖDIE DER IRRUNGEN, und ein Plakat schwamm direkt im Wege: WALLENSTEINS LAGER. Ja, so sahs aus! aufgebrochene Kisten, Reste von Proviant, Benzinfässer, Unrat. Stocklöw Amand stand verloren auf der Bühne und hatte kein Textbuch zur Hand. Sie waren Dilettanten, zum Glück vor keem Publikum, und kein Applaus war zu ernten. Doch es würde kommen, das gebildete Tum, das zuschauen und absahnen wollte. Korb würde es nich beeindrucken mit sein Platzpatronen, aber es würde nicht von den Plätzen weichen. Der konnte nur Räuber und Gendarm. - Dann sah er Löffler Kurt, mit einer weißen Perücke betan, und Korb Paul hatte eine Krone ergriffen. Stocklöw schüttelte den Kopf, aber ein Lachen überkam ihn und kitzelte ihn. Sie hatten die Rollen besetzt, sie waren die Könige, Herrn, jetzt konnten sie spielen. Sie waren die Darsteller hier. Und er fühlte einen Moment die Verlockung, die Freiheit, die Pflicht, es allen zu zeigen, und recht zu machen und sie zu ergötzen, mit einer Aufführung, die man nie sah, und von der man erzählen würde hinter den Bergen und Wäldern.
Unterdessen übte sich die Masse in ihrem Fach: zu warten. Das hatte sie gelernt, und unterhielt sie, und machte nichtsdestoweniger Mühe. Sie wartete auf die Besetzung. Es war kein frohes, es war ein banges Harren, auf ein unausweichliches, hartes Ereignis, den schrecklichen Schluß; nur unbegreiflich, daß es nicht eintrat. Hatte man sie vergessen? Die Amerikaner waren nach Aue, nach Schneeberg hineingefahren, aber wieder aus dem Blickfeld verschwunden. Die Russen hielten in Annaberg an, und höchstens bis Schlettau zogen die Postenketten. Zu ihnen kamen sie nicht. Der große Heerwurm war vor dem Erzgebirge in Schlaf gefallen in seinem Schuppenpanzer aus Shermans und T 34. Den letzten steinigen Brocken verschmähte er. Was sollte jetzt wern? Man gehörte zu garniemandem. Fleischer Körner machte das letzte Hackfleisch und sah dem Nichts entgegen. - Er war auch ganz schlapp. Er war so lange mitgeloofen, nun waren die Beine müde. Man war halt ähmd wie gelähmt. Und die ganz Gewaltigen hatten garnichte mehr zu melden. Da waren aber ein paar Verrecker, die nicht warten wollten. Das waren Leute, die sich off eemal wichtig nahmen. Die standen auf der Straße, Morgenluft wittern. Kommunisten, die konnten nischt. Mit denen legte man sich nicht an. Er hatte ja nichts dagegen, daß wer in die Bresche sprang. Da hat man das erstemal hingenommen. Die konnten nicht warten; aber waren nicht vom Fach.
Korbs Kommando war unverrichteter Dinge aus dem Deater gekommen und griff nun Nebenpersonen und stadtbekannte Statisten auf. Sie wurden in den Turm gebracht. Einige von der alten Polizei, die sich in dem Gemäuer auskannten, waren den Hilfspolizisten zu Diensten (Klinghammer konnte sehr gut verhören). SA-Sturmführer Nestler, Körners Schwiegersohn, fragte Irmisch: Was macht ihr denn nu mit uns? - Irmisch:
Wir machen es nich wie ihr. Wir machen uns die Finger nicht dreckich. - Wie hätten sie es auch anfangen sollen? Sie konnten sie nicht salzen und fressen. - In den umliegenden Orten hatte man auch mobilgemacht, jedoch als es ernst wurde, hat dann oft der Mut gefehlt. Die Raschauer hatten vor, das Wehrertüchtigungslager, in Gottesgeschick! aufzulösen, wo die Vierzehn- und Fünfzehnjährigen noch gedrillt wurden, aber der Bürgermeister Gärtner hatte sich außerstande gesehn ohne vorgesetzte Befehle, und als sie die Bevölkerung vors Rathaus bestellten, um ihm seine Ablösung vorzusingen, war keiner erschienen und Gärtner wollte erst seine Pensionsansprüche geregelt wissen, und als Zellwege und Bach zum Landrat Hänichen gegangen waren und Max Weber getroffen hatten, hatte der versprochen mitzugehen, war aber unterwegs wieder ausgekniffen usw. In Grünhain der hatte sich, vor der Verhaftung, die Pulsadern aufgeschnitten. - Jeder Ort, sah man also, war seine eigene Republik, die keine Gremien außerhalb über sich wußte; aber innerhalb, hörte man, war kein Herauskommen. Die ganze Amtshauptmannschaft war an den Grenzen hermetisch abgeriegelt. Nur wo die Grenzen nun waren, war nicht bekannt, weil kein Durchkommen war bei Lebensgefahr. Sie waren schon im letzten Kriegsjahr so ein ausgespartes Stück Deutschland gewesen; jetzt war Schwarzenberg ein zugebundener Sack. In dem aber, nur in der Stadt, dreitausend Verschleppte steckten, tausend Verwundete in den Schulen, und zigtausende Flüchtlinge, wie sollte man die versorgen? Das war nich meechlich.

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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Don Rumata von Estor am 27. Juni 2010
Format: Gebundene Ausgabe
In Abwandlung des üblichen Disclaimers versichert Volker Braun, dass Ähnlichkeiten mit realen Personen in diesem Fall NICHT zufällig seien. Seine Version der Geschichte klingt nüchterner und rapportartiger als Stefan Heyms Epos einer gescheiterten Republiksgründung, erreicht leider nicht dessen literarische Güte ist aber nichtdestotrotz lesenswert.
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