Ich bin hauptberuflich Barkeeper.Und als solcher immer wieder auf der Suche nach Büchern, in denen Warenkunde über Spiriuosen, Liköre und alles was dazugehört beschrieben ist.
The Ultimate Bar Book ist bei weitem nicht mein erstes Buch. Aber es gibt einige Superlative, die zutreffen: Es ist das bisher größte, schwerste und umfangreichste Buch das ich besitze.
Der Warenkunde-Teil geht exakt 611 Seiten von Seite 92 bis 703...
Auch ist nicht alles trocken beschrieben, sondern leicht und verständlich dargestellt und immer mit passenden Bildern versehen.
Auch der Rezepte-Teil ist bemerkenswert. Nicht nur das er nach den verschiedenen Kategorien geordnet ist, die dann wiederum jeweils erklärt werden, auch die Rezepte sind keine ausgedachten, umgebauten und nicht schmeckende Anleitungen, sondern sie entsprechen (im großen und ganzen, jeder Barkeeper hat sein eigenes Rezept...) dem, was international als renomiert angesehen wird.
Auf diesen 93 Seiten findet man die wichtigsten Klassiker, einige Szene-Drinks und ein paar ausgefallene Rezepte, die sicher nicht in jeder Bar zu finden sind. Dazu haben einige der Drinks noch kleine Hinweise oder Anekdoten. Ein Beispiel beim Daiquiri Floridita: (Zitat)
Ernest Hemingways Lieblings-Keeper, Constante, hat diesen Drink für den Literaten in der Bar El Floridita gemixt. Leicht abgewandelt mit einem zusätzlichen Schuss Grapefruitsaft wird ein Hemingway Special daraus.
Der erste Teil des Buches umfasst die Geschichte des Alkohols und der Bar, von Destillation und Prohibition, von der ersten Bar bis zur heutigen Bar mit tollen Bildern aus eindrucksvollen Bars dieser Welt. Zudem erfährt der Leser etwas über die Ausstattung einer Bar, von den Utensilien über Eis bis zu Säften, Sirups und Garnituren sowie das Verzieren und Servieren. Auch der Beruf des Barkeepers wird kurz angesprochen.
Doch bei allem Fachwissen bleibt zu sagen, dieses Buch eignet sich nicht nur für Fortgeschrittene und Profis, nein, auch der Einsteiger hat hier eine sehr interessante Lektüre. Und wenn die gelesen ist, ist man wohl kein Einsteiger mehr...
Abschließend kann ich folgendes sagen:
Es gab nur wenige Bücher (in deutscher Sprache) die ich immer wieder zur Hand genommen habe, um etwas nachzuschlagen. Darunter Schumanns American Bar, Brandls Barbuch oder auch das "Lexikon der Barkunde" von Bolsmann.
Eines dieser Bücher lag immer irgendwo hinterm Tresen.
In Zukunft nicht mehr. Ich werde alle diese sogenannten Bibeln in den Schrank stellen.
Ich habe eine neue!