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Das "Auge", Bruchstück eines einst von den chinesischen Besatzern geraubten tibetischen Götterbildes, soll seinem früheren Bestimmungsort zugeführt werden. Die tibetischen Freunde des verbannten Ex-Beamten Shan glauben, er sei der Auserwählte, diese Aufgabe zu erfüllen. In Begleitung einer Handvoll Hirten und tibetischer Widerstandskämpfer macht sich Shan auf den weiten und gefahrvollen Weg durch Wüste und Gebirge. Kurz zuvor war Dragte, legendärer Anführer des tibetischen Widerstands gegen die Chinesen, an den Folgen einer Stichwunde gestorben, die ihm ein Unbekannter zugefügt hatte. Ein fesselnder Wettlauf um den Besitz des Auges beginnt.
Pattisons Ermittler Shan ist ein genialer, wenngleich wenig selbstbewusster Ermittler in der Tradition der großen englischen und amerikanischen Detektive. Ausgestattet mit der Beobachtungsgabe des klassischen Schnüfflers, mit Einfühlungsvermögen in die Mentalitäten von Freunden und Feinden und magisch angezogen von tibetischer Kultur und Religion, versucht er, den Mord an Dragte unter erschwerten Bedingungen zu klären und gleichzeitig seine Bestimmung zu erfüllen.
Shan erscheint auch bei seinem dritten Auftritt erfreulicherweise kaum als Serienheld. Die epische Erzählweise Pattisons, die Fremdartigkeit der tibetischen Kultur und das wechselnde Figureninventar scheinen den Eindruck einer Krimiserie zu mildern. Zu befürchten steht allerdings, dass Shan mit zunehmender Annäherung an die buddhistische Geisteshaltung seiner Freunde Lokesh und Gendun die aktive Ermittlungsarbeit einstellen wird. Doch bis dahin kann sich der Leser weiter an einem der ungewöhnlichsten Ermittler der Krimigeschichte erfreuen. Zudem hat Pattison auch mit diesem Werk seine Romanchronik des tibetischen Freiheitskampfes gegen die chinesischen Unterdrücker höchst beeindruckend fortgeschrieben. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Eliot Pattison führt ins geheimnisvolle Tibet
Scharfsinnig wie ein Meisterdetektiv, weise wie ein buddhistischer Mönch ermittelt Shan in seinem ungewöhnlichsten Fall. Tief im Herzen Tibets muß der ehemalige chinesische Polizist den Mord an einem Mönch aufklären und dafür sorgen, daß sich eine alte tibetische Prophezeiung erfüllt. Er soll einen heiligen Stein in den Norden bringen, doch plötzlich ist ihm die halbe chinesische Armee auf den Fersen - und eine geisterhafte Mönchsgestalt. Sie ist angeblich aus Indien zurückgekehrt, um den Widerstand der Tibeter gegen ihre Besatzer anzuführen. Eliot Pattison ist nicht nur ein Kenner Tibets und Krimipreisträger, sondern auch ein magischer Erzähler, der seine Leser in ein Land voll rätselhafter Schönheit entführt.
"Gehört zu den schönsten Neuerscheinungen." Die Zeit
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Die Handlung des Romans ist wieder superspannend, wie man es von diesem Autor bereits aus den zwei Vorgängerbänden "Der fremde Tibeter" und "Das Auge von Tibet" kennt: Wir begleiten den smpathischen Expolizisten Shan auf einer geheimen Mission. Da gibt es brutale Morde, spannende Verfolgungsjagden, Untergrundbewegungen, Intrigen, geheime Tempel, mystische Begebenheiten, Beschreibungen von Straflagern und ganz knallharte Kriminalität. Shan ist kein Tibeter sondern Chinese und hat jahrelang in einem Arbeitslager zugebracht. Hier hat er unter den politischen Gefangenen - hauptsächlich tibetische Mönche - echte Freunde gefunden. Der Buddhismus, wie er von den gefangenen Mönchen praktiziert wird, hilft ihm die Greuel des Lagerlebens zu überstehen und nicht psychisch an den Nachwirkungen der Mißhandlungen in der Gefangenschaft zugrunde zu geehen. Meiner Ansicht nach ist das Buch gerade dort am spannendsten und beeindruckendsten, wo es um Psychologie geht und sich die Figuren weiterentwickeln.
Ich empfehle das Buch für den langen Flug, weil man bei dem packenden Plot sofort die ganze Welt um sich herum vergißt. Die geldbeutelschonende Taschenbuchausgabe macht den dicken 650-Seiten-Wälzer zu einem preiswerten Lesevergnügen. Leider macht Pattison aber so süchtig, daß ich die Taschenbuchausgabe sines nächsten Buches nur schwer abwarten kann.
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