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Das tägliche Nichts
 
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Das tägliche Nichts [Gebundene Ausgabe]

Zoé Valdés
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Ammann; Auflage: 4., Aufl. (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3250102970
  • ISBN-13: 978-3250102977
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 750.849 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Zoé Valdés
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Aus dem Exil schreiben

Zoé Valdés und Teresa Ruiz Rosas lesen

süt. Viel haben die beiden lateinamerikanischen Schriftstellerinnen Zoé Valdés und Teresa Ruiz Rosas, die am 17. Mai auf Einladung der Asociación latino-americana Zürich im Zürcher Puppen-Theater lesen, nicht gemeinsam, sieht man davon ab, dass sie fast gleich alt sind und dass beide in Europa leben. Seit Zoé Valdés im Januar 1995 Kuba verlassen hat, hält sie sich mit ihrem Mann, dem Regisseur Ricardo Vega, und ihrer dreijährigen Tochter in Paris auf, wo sie alsbald zur vedette wurde. Ihr Roman «Das tägliche Nichts» kam auf französisch heraus, nachdem im Jahr zuvor bereits ihr Erstling «Blaues Blut» in einer Übersetzung erschienen war. In ihrer kleinen Wohnung im Marais gaben sich die Journalisten die Türklinke in die Hand. Zu einer (weiteren) Stimme der exilierten Dissidenz wollte die 36jährige Autorin nicht instrumentalisiert werden: «Ich betrachte mein Exil nicht als definitiv. Ich bin durch und durch Kubanerin. Wenn mein Roman ‹Das tägliche Nichts› kritisch ist, so ist er doch auch voller Liebe für mein Land.»

In Kuba führte Zoé Valdés ein durchaus privilegiertes Leben. Sie war Drehbuchautorin beim Kubanischen Institut für Filmkunst und Filmindustrie (ICAIC), zwischen 1983 und 1987 lebte sie mit ihrem ersten Mann, Manuel Pereira, Schriftsteller und Unesco-Botschafter, in Paris. Die Auslandreisen hätten ihr die Augen geöffnet für die Heuchelei des Regimes, erklärte Valdés. All dies und vieles mehr findet sich, nur notdürftig fiktionalisiert, in «Das tägliche Nichts» (seit kurzem auf deutsch erhältlich). Es ist eine ziemlich rabiate Abrechnung mit einem Regime, dessen ideologische Phrasen bei einer jungen Generation Zähneknirschen und Zynismus hervorrufen. – Wie lange sie in Paris bleiben wird, weiss Zoé Valdés nicht. Vorläufig schreibt sie. Sie arbeitet an einem Roman mit dem wortspielerischen Titel «El dolor del dólar» (Der Schmerz des Dollars), in dem eine Frau einen Dollar erhält und ob all ihrer Nöte, Bedürfnisse und Wünsche nicht weiss, wie sie ihn ausgeben soll. Kürzlich hat Zoé Valdés einen Band mit Briefen von «Balseros» herausgegeben, jenen Kuba-Flüchtlingen, die die Insel heimlich verliessen und von denen viele nie mehr ein Ufer erreichten. Die Aussicht, nicht nach Kuba zurückkehren zu können, macht Zoé Valdés Angst: «Ich bin für einige Zeit weggegangen. Aber in Havanna habe ich eine Wohnung, von wo ich aufs Meer hinausschaue. Die Sonne und die Wärme fehlen mir.»

Im ersten und bisher einzigen Roman der Peruanerin Teresa Ruiz Rosas ist die Politik gänzlich abwesend. «Der Kopist», eben auf deutsch erschienen, ist ein ziseliertes, intimes Prosastück, das ganz von den Nuancen und Subtilitäten der Gefühlsregungen lebt. Erzählt wird von einem Kopisten in Lima, der im Auftrag eines renommierten Komponisten unterwürfig, bewundernd, ressentimentgeladen dessen Partituren abschreibt, bis ein laszives Starlet das fein austarierte Verhältnis zwischen Meister und Kopist zum Einsturz bringt. Teresa Ruiz Rosas, 1956 geboren, stammt aus der Andenstadt Arequipa. Ihr älterer Bruder ist ein bekannter Lyriker, sie selbst wurde mit 18 Jahren für ihre Gedichte ausgezeichnet. Sie studierte in Budapest und Barcelona und leitete das Deutsch-Peruanische Kulturinstitut in Arequipa; 1989 erschien ihr Erzählband «Der Dachboden». Teresa Ruiz Rosas kam als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) nach Freiburg, wo sie heute als Lektorin für Spanisch lebt.

Zürich, Puppen-Theater, Stadelhoferstrasse 12, 17. Mai, 19 Uhr 30.

Kurzbeschreibung

Die Sprach- und Literaturwissenschaftlerin Zoe Valdes wurde 1959 auf Kuba geboren, wuchs dort auf und lebt heute in Paris. Sie hat einen kompromißlosen und politisch brisanten Roman über die Situation im heutigen Kuba geschrieben. Hauptfigur und alterego der Autorin ist Yocandra, eine eigensinnige junge Frau, die in Havanna ausharrt und beginnt, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Lange Zeit war sie auf der Suche nach Liebe und Anerkennung, nach Vorbildern und Leitfiguren, vergeblich, - bis der "Nihilist" in ihr Leben trat. Mit ihm, einem unangepaßten Filmregisseur, erlebt sie ein erotisches Abenteuer.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Im wirtschaftlich angeschlagenen Cuba der neunziger Jahre ist es der Kampf um die täglichen Dinge des Lebens, der den Geist tötet. Yocandra, von ihrem revolutionsbegeisterten Vater auf den Namen Patria getauft, bleibt trotz aller Schwierigkeiten, vermisst aber schmerzlich die ins Exil gegangenen Freunde, die sich ihrerseits sehnen nach "der Insel, die sich aufmachte, das Paradies aufzubauen".
Valdéz liefert ein einfühlsames Portrait von Kuba wie es war, wie es ist, wie es sein könnte. Politisch, poetisch und sehr erotisch.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
hart aber herzlich 24. November 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieser Roman enntäuscht vermutlich all diejenigen, die Kuba als "Traumurlaubsland" betrachten. Zoe Valdes verschwendet nicht einen Gedanken an Sonne, Strand und Lebensfreude, die westliche Touristen dort oft zu finden glauben - sondern liefert eine gnadenlose Abrechnung mit dem politischen System. Dabei stellt sich die Protagonistin Yocandra (früher Patria genant) keineswegs als Opfer dar, hat sie doch selbst von der versteckten Korruptheit und Scheinheiligkeit profitiert.
Man kann diesen Roman mit einem Wirbelssturm vergleichen - gnadenlos fegt die Autorin über alles hinweg, temperamentvoll ist die Sprache, oft derb und stellenweise hocherotisch, aber - das muß man gestehen - immer ehrlich und illusionsfrei.
Wir Kuba-Pauschaltouristen mögen uns überrumpelt fühlen, das tut uns aber nach all den Hochglanz-Reisereportagen und Neckermannkatalogen vielleicht ganz gut.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
In den neunziger Jahren kommt eine Kubanerin von Mitte Dreißig in ihr Land zurück und ist schockiert, wie wenig dort funktioniert, wie zurückgeblieben der Lebensstandard ist. Sie bekommt eine Anstellung als Redakteurin einer Literaturzeitschrift, wo sie allerdings nicht arbeiten kann, da ihr nicht genügend Papier zur Verfügung gestellt wird. Aus diesem Frust heraus schreibt die Frau auf, was Kuba, was die Menschen ihres Lebens für sie bedeuten, und kommt am Ende zu einer Abrechnung mit den politischen Zuständen, mehr noch: dem politischen System in Kuba. Die Erzählerin wird am 2. Mai 1959 geboren, und zufällig ist es Ché Guevara persönlich, der der hochschwangeren Mutter die kubanische Flagge über den Bauch breitet, "und Fidel setzte seine Ansprache fort, die grüner war als die Palmen". Der linientreue Vater ist sauer, daß die Geburt nicht auf den ersten Mai gefallen ist. Zum Ausgleich bekommt das Mädchen den Namen Patria, Vaterland. Die Kindheit des Mädchens läßt die Autorin Zoé Valdés aus, für das Mädchen geht das Leben als junge Frau, mit der Pubertät weiter. Zoé Valdés scheint nichts mehr Spaß zu machen, als über Sex zu schreiben. Und genau das tut sie im Wesentlichen in diesem Buch - meist stil- und treffsicher, mal so richtig daneben. Deshalb oder trotzdem zieht sich durch diesen Roman die Spannung zwischen dem deprimierenden Öffentlichen und dem euphorisierenden Privaten. Am Ende begreift man das Buch als eine widerspenstige Liebeserklärung an Kuba, eine Heimat, in der man nicht mehr leben kann (wie die Autorin selbst aufzeigt, indem sie Kuba den Rücken gekehrt hat). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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