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Produktinformation
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Zwei Sätze braucht der Erzählmagier Roth, dann ist er mitten drin in seinem Lieblingsthema, das von den Abhängigkeiten und Verführungen rund um den Campus handelt, und erzählt uns von der außergewöhnlichen Liebe des Professors zu seiner ehemaligen Studentin. Zur Erzählzeit des Romans ist dies alles sechseinhalb Jahre her; aber plötzlich, am Silvesterabend des Jahres 2000, erhält der Professor von Consuela einen Anruf, der ihn mit dem Sterben einer geliebten Person und mit dem Sterben der Liebe und der Freundschaft generell konfrontiert. Eros und Thanatos liegen in Roths großem kleinen Buch wieder einmal eng beieinander.
Es steht zu befürchten, dass Roths Roman von Teilen der Kritik als lüstern-senile Altherrenfantasie verrissen wird -- zu oft ist von großen Brüsten und (perversen?) Praktiken zwischen einem alternden Mann und seiner jungen Freundin die Rede, und die Art und Weise, wie Roth detailliert und voller Erzählfreude diese Passagen zelebriert, wird manchem als anstößig aufstoßen. "Und dennoch war es von Pornographie so weit entfernt, wie es nur sein konnte", heißt es an einer Stelle des Romans, und dieser Satz könnte als Motto auch über dem Bändchen stehen. Mit Das sterbende Tier nämlich ist Roth eine weitere faszinierende, sehr melancholische und überzeugende Bestandsaufnahme über die Liebe, aber auch über das Altern gelungen. Nicht so großartig wie Der menschliche Makel vielleicht, aber besser und schöner und diskreter wohl als die meisten Romane, die zu diesem Thema seit Lolita geschrieben wurden. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Nach den eher voluminösen Romanen seiner "amerikanischen Trilogie" scheint Das sterbende Tier auch inhaltlich ein eher schmalbrüstiges Werk zu sein. Aber nur auf den ersten Blick. Denn es geht um weit mehr als um die klischeehaft wirkende Affäre eines alten Mannes mit einer jungen, schönen Frau. Denn bei Roth siedelt der Eros stets in unmittelbarer Nähe zum Tod und anderen existenziellen Themen. Vor allem, wie der Prozess des Altwerdens beschrieben ist, beeindruckt.
Max Volkert Martens hat eine eher unauffällige Stimme. Aber sie passt sehr gut zu Roths Geschichte, die aus zeitlicher Distanz erzählt ist, von einem Mann, der reflektiert und auch einen faszinierenden Bogen schlägt zur sexuellen Emanzipation der Frauen und dem ewigen Konflikt zwischen Freiheit und Bindung. --Christian Stahl
Spieldauer: 4 CDs, ca. 260 Minuten, vollständige Lesung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Philip Roth zeichnet schonungslos und dabei gewohnt humoristisch ein Bild des männlichen Älterwerdens. Dass dabei Phantasien eine Rolle spielen, ist klar bei Roth. Auch dass dabei eine Fokussierung auf die Weiblichkeit, ja sogar auf primär weibliche Merkmale geschieht, überrascht nicht, wenn man das Werk von Roth kennt.
„Was soll man machen, wenn man zweiundsechzig ist und all die Körperteile, die bisher unauffällig waren (Nieren, Lunge, Venen, Arterien, Gehirn, Därme, Prostata, Herz) im Begriff sind, sich Besorgnis erregend bemerkbar zu machen, während das Organ, das sich ein Leben lang mehr als anderen bemerkbar gemacht hat, dazu verurteilt ist, zur Bedeutungslosigkeit zu verkümmern?" Witziger und dichter habe ich das noch nie gelesen.
Roth malt erschreckende Visionen, die vielen Lesern, ich nehme mich da nicht aus, verstörend vorkommen müssen. Er provoziert. „Die Ehe ist bestenfalls ein verlässliches Stimulans für die Erregungen, die heimliche Seitensprünge bereithält."
Die Botschaft, die Roth dem Leser mit der Handlung, mit dem Plot mitgibt, ist: Älterwerden ist etwas Normales. Das Leben hält auch mit siebzig noch Erstaunliches parat, wenn man es zulässt. Jungsein schützt nicht vor körperlicher Unversehrtheit, körperlicher Niedergang kann altersunabhängig sein.
„Das sterbende Tier" ist zwar empfehlenswert, auch nicht nur, aber insbesondere für Philip-Roth-geübte Leser. Ich wiederhole an dieser Stelle meine Empfehlungen aus dem Werk Philip Roths: „Sabbaths Theater", „Portnoys Beschwerden" (nichts für moralisch Zartbesaitete) und „Mein Leben als Sohn".
In ‚Das sterbende Tier' nimmt sich der 1933 in New Jersey geborene und mit zahlreichen amerikanischen Preisen ausgezeichnete Autor mit dem Leben und Sterben alternder Männer, ihrem Sex und ihrer Eifersucht großer Themen an. Dabei geht es alles andere als jugendfrei zu. Vielleicht interessiert und amüsiert das von Max Volkert Martens vorzüglich gelesene Hörbuch gerade deswegen. Ein schönes Stück Unterhaltung, das Appetit auf mehr von Philip Roth macht, und sich bestens als Geschenk eignet. Dazu trägt die geschmackvoll gestaltete Hülle des Hörbuches nit einem berühmten Bild von Modigliani bei.
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