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Das sterbende Tier: Roman
 
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Das sterbende Tier: Roman [Gebundene Ausgabe]

Philip Roth , Dirk van Gunsteren
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 168 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 6 (31. Januar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446202730
  • ISBN-13: 978-3446202733
  • Originaltitel: The Dying Animal
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 200.721 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Philip Roth
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Um an sexuelle Beute zu kommen, hat der Icherzähler in Philip Roths schmalem Roman Das sterbende Tier gleich mehrere Tricks. Sein effektivster ist sicher der, seine Studentinnen nach ihrem Examen zu sich nach Hause zu einer Party einzuladen, und am Ende bleibt immer eine da. Dann führt er sie durch die Regale seiner Bücher: ein Pfad, der direkt ins Schlafzimmer leitet. Auch die schöne Exil-Kubanerin Consuela Castillo, die so ganz anders als die anderen Studentinnen ist, geht diesen Weg allen Fleisches bis ins Bett.

Zwei Sätze braucht der Erzählmagier Roth, dann ist er mitten drin in seinem Lieblingsthema, das von den Abhängigkeiten und Verführungen rund um den Campus handelt, und erzählt uns von der außergewöhnlichen Liebe des Professors zu seiner ehemaligen Studentin. Zur Erzählzeit des Romans ist dies alles sechseinhalb Jahre her; aber plötzlich, am Silvesterabend des Jahres 2000, erhält der Professor von Consuela einen Anruf, der ihn mit dem Sterben einer geliebten Person und mit dem Sterben der Liebe und der Freundschaft generell konfrontiert. Eros und Thanatos liegen in Roths großem kleinen Buch wieder einmal eng beieinander.

Es steht zu befürchten, dass Roths Roman von Teilen der Kritik als lüstern-senile Altherrenfantasie verrissen wird -- zu oft ist von großen Brüsten und (perversen?) Praktiken zwischen einem alternden Mann und seiner jungen Freundin die Rede, und die Art und Weise, wie Roth detailliert und voller Erzählfreude diese Passagen zelebriert, wird manchem als anstößig aufstoßen. "Und dennoch war es von Pornographie so weit entfernt, wie es nur sein konnte", heißt es an einer Stelle des Romans, und dieser Satz könnte als Motto auch über dem Bändchen stehen. Mit Das sterbende Tier nämlich ist Roth eine weitere faszinierende, sehr melancholische und überzeugende Bestandsaufnahme über die Liebe, aber auch über das Altern gelungen. Nicht so großartig wie Der menschliche Makel vielleicht, aber besser und schöner und diskreter wohl als die meisten Romane, die zu diesem Thema seit Lolita geschrieben wurden. --Stefan Kellerer

Amazon.de Hörbuch-Rezension

Fans von Philip Roth können sich freuen auf eine Wiederbegegnung mit David Kepesh, den sie bereits aus Die Brust und Professor der Begierde kennen. Alle anderen lernen in diesem kurzen Roman des amerikanischen Altmeisters, der eher eine Novelle ist, einen Literaturwissenschaftler kennen, den nach unzähligen Affären mit 65 Jahren eine erotische Obsession heimsucht -- eine junge Studentin. Erst packt ihn die Verliebtheit, dann Eifersuchtsattacken, die ihn auch noch verfolgen, als die Affäre schon längst zu Ende ist.

Nach den eher voluminösen Romanen seiner "amerikanischen Trilogie" scheint Das sterbende Tier auch inhaltlich ein eher schmalbrüstiges Werk zu sein. Aber nur auf den ersten Blick. Denn es geht um weit mehr als um die klischeehaft wirkende Affäre eines alten Mannes mit einer jungen, schönen Frau. Denn bei Roth siedelt der Eros stets in unmittelbarer Nähe zum Tod und anderen existenziellen Themen. Vor allem, wie der Prozess des Altwerdens beschrieben ist, beeindruckt.

Max Volkert Martens hat eine eher unauffällige Stimme. Aber sie passt sehr gut zu Roths Geschichte, die aus zeitlicher Distanz erzählt ist, von einem Mann, der reflektiert und auch einen faszinierenden Bogen schlägt zur sexuellen Emanzipation der Frauen und dem ewigen Konflikt zwischen Freiheit und Bindung. --Christian Stahl

Spieldauer: 4 CDs, ca. 260 Minuten, vollständige Lesung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Vom männlichen Älterwerden, 7. Dezember 2004
Von 
Th. Leibfried (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das sterbende Tier (Taschenbuch)
Gegriffen habe ich zu Philip Roths „Das sterbende Tier" aus guter Tradition, wegen der ausgesprochen guten Erfahrung, die ich mit den Werken dieses großen Zeitgenossen der amerikanischen Literatur gemacht habe. Nachdem ich vor dem Lesen mir die hiesigen Rezensionen durchgelesen und dann den Roman begonnen hatte, war ich schnell der selben Meinung wie viele Rezensenten auch: Roth wiederholt sich, Roth kennt nur noch ein Thema. Je weiter ich in diesem kurzen Roman kam, umso mehr entfernte ich mich jedoch von dieser vorschnellen Einschätzung.

Philip Roth zeichnet schonungslos und dabei gewohnt humoristisch ein Bild des männlichen Älterwerdens. Dass dabei Phantasien eine Rolle spielen, ist klar bei Roth. Auch dass dabei eine Fokussierung auf die Weiblichkeit, ja sogar auf primär weibliche Merkmale geschieht, überrascht nicht, wenn man das Werk von Roth kennt.

„Was soll man machen, wenn man zweiundsechzig ist und all die Körperteile, die bisher unauffällig waren (Nieren, Lunge, Venen, Arterien, Gehirn, Därme, Prostata, Herz) im Begriff sind, sich Besorgnis erregend bemerkbar zu machen, während das Organ, das sich ein Leben lang mehr als anderen bemerkbar gemacht hat, dazu verurteilt ist, zur Bedeutungslosigkeit zu verkümmern?" Witziger und dichter habe ich das noch nie gelesen.

Roth malt erschreckende Visionen, die vielen Lesern, ich nehme mich da nicht aus, verstörend vorkommen müssen. Er provoziert. „Die Ehe ist bestenfalls ein verlässliches Stimulans für die Erregungen, die heimliche Seitensprünge bereithält."

Die Botschaft, die Roth dem Leser mit der Handlung, mit dem Plot mitgibt, ist: Älterwerden ist etwas Normales. Das Leben hält auch mit siebzig noch Erstaunliches parat, wenn man es zulässt. Jungsein schützt nicht vor körperlicher Unversehrtheit, körperlicher Niedergang kann altersunabhängig sein.

„Das sterbende Tier" ist zwar empfehlenswert, auch nicht nur, aber insbesondere für Philip-Roth-geübte Leser. Ich wiederhole an dieser Stelle meine Empfehlungen aus dem Werk Philip Roths: „Sabbaths Theater", „Portnoys Beschwerden" (nichts für moralisch Zartbesaitete) und „Mein Leben als Sohn".

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wie verwandelt man Freiheit in ein System? oder Über die sexuelle Revolte, 12. Juli 2011
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das sterbende Tier (Taschenbuch)
"Nein, man kann es nicht verstehen. Solange man selbst nicht alt ist, versteht man nur, dass die Zeit den Alten ihren Stempel aufgedrückt hat. Doch wenn das alles ist, was man versteht, fixiert man sie in der Zeit, und das bedeutet, dass man eigentlich überhaupt nichts versteht. Alt zu sein bedeutet für alle, die noch nicht alt sind, dass man -gewesen- ist. Aber wenn sie alt sind, bedeutet es, dass sie trotz Ihrer Gewesenheit, zusätzlich zu ihrer Gewesenheit, über ihre Gewesenheit hinaus noch immer sind. Ihre Gewesenheit ist sehr lebendig."

Vorweg: Jedes Buch von Charakter -sollte- mit einem verständnisvollen Blick bedacht werden. "Was man nicht schätzen kann, sollte man trotzdem versuchen zu achten."

Ich las Philip Roth, weil er zum Kanon der modernen Literatur gehört. Ich machte mir keinen Kopf darum, dass es vielleicht noch etwas zu früh für mich sein könnte, ihn zu lesen; doch während des Lesens wurde mir klar, dass hier eine -andere- Erfahrung zu mir sprach. Jeder Leser nehme daher zur Kenntnis, dass ich zum Zeitpunkt der Rezension noch im Teenageralter bin. Ich möchte ein Buch gerne durch und durch verstehen und vielleicht kann mir das bei Roth in meinem Alter noch nicht gelingen. Deswegen schreibe ich das hier vorne weg.

"Stellen sie sich das Alter so vor: Es ist eine alltägliche Tatsache, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. [...] Davon abgesehen ist man unsterblich solange man lebt."

Das sterbende Tier ist trotz seiner Schmalheit ziemlich vielschichtig: Die Grundgeschichte bildet die Obsession eines älteren Mannes für eine jüngere Frau, eine seiner Studentinnen, aber damit allein gibt sich Roth noch nicht als Inhalt zufrieden. Gleichzeitig und währenddessen gibt er uns eine kleine Geschichtsstunde in amerikanischer Sexualethik und erzählt uns von einer damit verwobenen Familientragödie.

Denn der Protagonist sah und sieht die Ehe (uns so schätzt er auch alle anderen Männer ein) als Beraubung der Freiheit, da sie auch zwangsläufig irgendwann den Sex tötet. Und Sex ist für ihn alles, - "denn nur beim Vögeln übt man an allem, was einem verhasst ist und was einen zu Boden drückt, eine reine, wenn auch nur momentane Vergeltung. Nur dann ist man voll und ganz lebendig, voll und ganz man selbst. Die Unsittlichkeit ist nicht im Sex, sondern in allem anderen." Deswegen verlässt er seine Frau und den Sohn frühzeitig.

Doch wie weit geht die Freiheit und wie macht man aus einer sexuellen Freiheit ein System, das funktioniert? Und was ist, wenn man sich plötzlich nach Sicherheit sehnt, weil die eigene Freiheit plötzlich mit der der anderen konfrontiert wird, die ja auch genau so frei sind?

Was mich an Roth beeindruckt hat ist zweierlei: Erstens seine Sprache (übersetzt klar, aber man kann immer noch eine unglaubliche saubere Stilführung und Erzählweise spüren, wie sie mir öfter bei ihm vorgeschwärmt wurde), seine durch und durch klare Prosa und zweitens die unglaubliche Verschleierung der Distanz zwischen Autor und Protagonist. Ich weiß nicht, ob Roth hier durch David Kepesh spricht, ob es seine Ansichten sind, oder ein gerissener Schachzug, um etwas aufzuzeigen. Wahrscheinlich ist es keins von beidem und Roth ist tatsächlich einer dieser Autoren, die einfach Geschichten schreiben. Aber das bleibt jedem Leser selbst überlassen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der alternde Literaturprofessor und ......., 26. Juni 2004
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das sterbende Tier. 4 CDs. (Audio CD)
Im jüngsten, meinem ersten Werk von Philip Roth geht es um die Geschichte von Liebe, Sehnsucht und Hörigkeit eines 62-jährigen ehemaligen Literaturprofessoren zur 24-jährigen hübschen aus Kuba stammenden Consuela Castillo. In US-amerikanischem College-Umfeld entwickelt sich zwischen beiden eine amour fou mit heftigen sexuellen Spitzen. Vor allem ihre vollen, wunderbar geformten, festen Brüste haben es ihm angetan. Doch das Idyll ist endlich. Eine unbeabsichtigte Kränkung führt zur Trennung. Jahre später kommt es unter dramatischen Vorzeichen zu einem Wiedersehen.

In ‚Das sterbende Tier' nimmt sich der 1933 in New Jersey geborene und mit zahlreichen amerikanischen Preisen ausgezeichnete Autor mit dem Leben und Sterben alternder Männer, ihrem Sex und ihrer Eifersucht großer Themen an. Dabei geht es alles andere als jugendfrei zu. Vielleicht interessiert und amüsiert das von Max Volkert Martens vorzüglich gelesene Hörbuch gerade deswegen. Ein schönes Stück Unterhaltung, das Appetit auf mehr von Philip Roth macht, und sich bestens als Geschenk eignet. Dazu trägt die geschmackvoll gestaltete Hülle des Hörbuches nit einem berühmten Bild von Modigliani bei.

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