Die Iberische Halbinsel bricht vom europäischen Kontinent ab und treibt in den Atlantik. "Bekanntlich hat jede Wirkung ihre Ursache, ... es lassen sich jedoch beim Urteilen Irrtümer manchmal nicht vermeiden," und manchmal "geschieht es doch, daß wir diese Wirkung jener Ursache zuschreiben, während es doch eine andere Ursache war, weit jenseits des Verständnisses, das wir haben," so läßt Saramago 5 Menschen und einem Hund Ereignisse wiederfahren die der Grund dafür, oder auch doch nicht der Grund dafür sein können. So ritzt Joana Carda die Erde mit einem Rüsterstock, Joaquim Sassa läßt einen eigentlich viel zu schweren Stein über die Wellen hüpfen; Pedro Orce bemerkt, das die Erde bebt; Jose Anaico folgen die Stare und Maria Guavaira zieht einen Faden aus einem Knäuel Wolle, der kein Ende nimmt. Die Figuren, obwohl über Spanien und Portugal verteilt, finden einander und beschließen gemeinsam umherzuziehen und sich die Bruchstelle anzusehen. Das Ganze geschieht in der angenehmen, eigentümlichen Sprache Saramagos ohne große Spannung aber immer so, das man sich den Roman nicht mehr endend wünscht. Trotzdem ist nach 414 Seiten Schluß, der alte Mann ist gestorben, der Hund bleibt bei ihm, und zwei Paare haben sich gefunden und trennen sich jetzt. Saramago gelingt es, das man den fiktiven Anfang nie bezweifelt, sondern sich mehr und mehr in die Geschichte hereinfallen läßt. "Das steinerne Floß" ist nicht von dieser ergreifenden Dichte wie "Die Stadt der Blinden" aber angenehm zu lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)