Hätte Bastian Sick keine Kolumnen in auflagestarken Medien schreiben können, wäre das Interesse an seinen Büchern kaum so groß gewesen. Denn im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit steht die deutsche Sprache nicht. Und ob dieses Buch viel daran ändern wird, bezweifle ich, auch wenn die Verkaufszahlen erstaunlich gut sind. Der Autor CUS gilt als großer Rätselmeister, weshalb sein Name Programm ist. Immerhin wissen offenbar die Chefredaktoren bekannter Zeitschriften und TV-Sender, wo sie ihn erreichen können, wenn er sich nicht gerade in Wörterbüchern vergräbt. Denn das macht er nach eigenen Angaben seit 1990 jeden Tag und stößt daher auf Merkwürdigkeiten, die anderen entgehen. Ob allerdings jedes erwähnte Kuriosum merk-würdig ist, überlasse ich dem Leser, dessen Profil mir ebenfalls ein Rätsel ist. Sind es Deutschlehrer, die ihre Unterrichtsstunden etwas unterhaltsamer machen wollen? Greifen CUS-Konkurrenten zu diesem Buch, um ihre Ideensammlung zu erweitern? Sind es Texter, Werber oder Kabarettisten? Oder reicht die Zahl der Allessammler, um dem Buch eine weitere Auflage zu bescheren?
Da ich mit den angesprochenen Zielgruppen gewisse Schnittmengen habe, steht das Buch also auch in meinem Büchergestell, wobei ich es nicht von vorne nach hinten durchgelesen habe. Wer das tut, bildet mit Sicherheit eine eigene Zielgruppe, deren Benennung alles andere als einfach ist. In der Regel schlägt man wohl einfach nach, ist doch die Ordnungskategorie das deutsche Alphabet. Oder man schlägt das Buch an irgendeiner Stelle auf, in der berechtigten Hoffnung, auf Ungewöhnliches und oft auch Erheiterndes zu stoßen. Denn unbedingt wissen, muss man das meiste nicht, um sprachlich überleben zu können.
Mein Fazit: Wer die Werkzeuge für sein Handwerk noch besser kennenlernen will und Besseres zu tun hat, als seine Nase jeden Tag in den Duden zu stecken, wird CUS für dessen akribische Arbeit dankbar sein. Wie viel davon allerdings in fremden Köpfen hängen bleibt, ist eine Frage, die ich gerne offen lasse.